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Ferdinand Jahn © privat Ferdinand Jahn © privat
Interview

Der letzte Yachtmatrose

Ferdinand Jahn fuhr als Lohnmatrose für reiche Leute segelnd zur See – bis die GFK-Boote kamen.

Michael Krieg
von in
10 Minuten

Der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., wollte seinen Vorstellungen vom Kaiserreich als Weltmacht auch als dem Wasser Geltung verschaffen. Dazu gehörte auch der Segelsport – etwas, das Anfang des 20. Jahrhunderts von englischen Crews dominiert wurde. Doch bald wurden des Kaisers Segelschiffe ausschließlich mit deutscher Besatzung gesegelt.

Die passenden Crews kamen aus Eckernförde: 17 junge Fischer schlossen sich am 26. Oktober 1906 zum Verein der Yachtmannschaften zu Eckernförde zusammen, für lange Zeit die Elite der deutschen Berufssegler.Der Verein existiert bis heute, auch wenn es die Lohnsegelei im Norden Deutschlands schon lange nicht mehr gibt. float-Autor Michael Krieg hat Ferdinand Jahn, einen der letzten Yachtmatrosen, zum Gespräch getroffen. Der 81-jährige hatte viel zu berichten.

Eckernförder Yachtmatrosen

Die Yachtmatrosen in der Blütezeit um 1910 © Eckernförder Yachtmatrosen

float: Erzählen Sie uns ein bisschen etwas zu Ihrer Vita. In unserem Vorgespräch haben Sie gesagt, dass Sie eigentlich gar kein Seemann werden wollten, sondern Fliesenleger?

Ferdinand Jahn: Das ist so gewesen… Soll ich in Hochdütsch oder Plattdütsch?

Nein, bitte lieber in Hochdeutsch. Ich bin ja nicht in Eckernförde wie Sie am Hafen aufgewachsen, und unsere Leser verstehen das auch besser.

Ja, Fliesenleger. Aber ich kriegte keine Lehrstelle damals, weil ich mit 15 noch zu jung war. Und zwei Jahre warten, das war mir zu lang. Mein Vater freute sich, dass ich die Stelle nicht bekam und mit an Bord auf den Fischkutter kam. Aber letztendlich hat sich das auch nicht gelohnt. Er ging zu früh Pleite.

Wie sind sie denn zur Segelei gekommen?

Mein Vater hatte ein kleines Ruderboot mit einem kleinem Mast und einem Segel. Als Junge bin ich damit schon immer gesegelt. Und natürlich auch mal gekentert, weil ich die Schot um die Hand gewickelt hatte und sie nicht rechtzeitig losbekam, als unvermutet eine Bö einfiel. Ich hatte meinen Hund mit, meinen Lux. Eigentlich hatte das Boot ja ein kleines Schwert, das aber hatte ich hochgezogen und bin dann über Stag gegangen. Das konnte mein Plattkahn nicht ab.

Mein Hund schwamm an Land (lacht) und ich hing am Boot. Ich dann hin zu meinem Vater. Der wusste aber schon Bescheid. Die Kinder am Strand haben das ja alles beobachtet. Da kriegte ich dann erst einmal einen Gang. Da war ich 14 oder so.

Eigentlich ja beneidenswert, so am Wasser aufzuwachsen, oder?

Wir waren in jeder freien Minute nur am Hafen. Nur im Boot. Wir hatten ja fast alle ein Boot. Mein Kamerad auch. Mit den Booten haben wir nach dem Krieg nach Schrott gefischt. Am Strand lag doch überall was rum. Oder mit ’nem Draggen gefischt. Wer einigermaßen gut tauchen konnte, ist runter und hat was hochgeholt. Damit sind wir dann zum Schrotthändler. Wir bekamen nur das Geld nicht ausgezahlt, weil wir ja noch nicht volljährig waren. Der, der bei meinem Vater mit an Bord war, hat das dann für uns gemacht.

Wie alt waren Sie, als Sie sich den Eckernförder Yachtmatrosen anschlossen?

Das war 1953, da war ich gerade 17.

Worin besteht die Tradition dieser ehemaligen Elite der Berufssegler?

Unser Verein wurde ja zur Kaiserzeit gegründet mit dem Zweck, Leute auf Yachten zu vermitteln, beim Kaiser, bei Krupp, auf Yachten der Fabrikbesitzer. In Werften wurde ein bisschen Reklame gemacht, Segelclubs wurden angeschrieben, wer Leute brauchte. Dann gab es also den Verein mit allem, was dazu gehört: Nadeln, eine Vereinsfahne mit unserem Motto ‚In Sturm und Wetter ist Gott unser Retter‘ mit der Meteor drauf.

Die Werften beziehungsweise die Yachtbesitzer haben uns dann angeschrieben. Ein Vereinsmitglied hat dann nachgefragt, wer fahren wollte. ‚Ich habe Chancen‘, das hieß nicht automatisch: ‚Ich habe Jobs‘. Obwohl, das war wie eine Art Job-Center, wodurch Du die Chance bekamst, vermittelt zu werden. Heute würde man vielleicht Heuerbüro sagen.

Die haben sich dann am Hafen unten getroffen oder im Vereinslokal. Und dann ging eine Mütze mit Losen rum. Wenn dann beispielsweise zehn Mann anwesend waren, er hatte aber nur vier oder fünf Chancen, dann gab das eben auch ein paar Nieten. Und es wurde ja auch besprochen, wer gut war und wer eher nicht.

Und wenn einer nicht so gut war, der kriegte keine Chance mehr. Wir haben auch welche ausgestoßen aus dem Verein, die sich daneben benommen oder über den Eigner gelästert haben. Die sind fristlos entlassen worden. Man hatte ja auch einen Ruf zu verteidigen.

Wann sind Sie das erste Mal unterwegs gewesen?

Ein Jahr später nach Mallorca. Wir sollten einem Amerikaner die Yacht von Palma de Mallorca nach Vegesack in der Weser zur Werft A&R überführen. Zunächst also mit dem Zug, drei Mann, nach Barcelona und von dort mit der Fähre auf die Insel. Alles sehr umständlich damals.

Aus welchem Grund?

Nun, wir mussten damals ja auch noch ein Visum haben für Frankreich, für Spanien. Nur wenn wir von See kamen, war das nicht so. Da brauchte man sich nur zu melden. Und dann natürlich unterschiedliches Bargeld: Peseten für Spanien und französisches Geld. Vor der Reise haben sie mich zunächst nach Hamburg geschickt, weil ich eine Tante dort hatte, bei der ich schlafen konnte.

Und du bekamst das Visum ja nicht gleich mit, das hat über eine Woche gedauert. Ich bin dann jeden Tag zu Fuß am Alsterufer zu den Konsulaten gegangen und habe nachgefragt. Und als die Visa dann da waren, musste ich unseren Schipper, der kam aus Flensburg, anrufen. Der andere Kamerad war aus Eckernförde. Telefoniert habe ich dann auf dem Bahnhof, wo ein Telefon war. Wir hatten doch damals noch kein Telefon.

Was war das für eine Yacht?

Das war eine Ketsch, eine ganz schwere Tourenyacht, keine Rennyacht. Sie war etwas über 15 Meter lang und bei A&R gebaut. Die sollte einen neuen Motor bekommen. In Palma haben wir die Yacht dann übernommen, uns zunächst ein bisschen eingesegelt, das Schiff kennengelernt. Aber meine erste Tätigkeit, noch im Hafen, die ich machen musste, war außenbords das Klo reinigen. Der Ablauf war verstopft (lacht). Also Klamotten aus, nur die Unterhose an, eine Badehose hatte ich ja nicht mit. Wir wollten ja nicht baden und gingen ja sonst nur bei Not ins Wasser. Das vergesse ich mein Leben nicht wieder. Von außen bei, mit der Hand rein und alles rausholen. Oh, Gott, das war ja schlimm damals. Alles ging außenbords.

Am dritten Tag sind wir dann über Ibiza rüber nach Alicante. Wir mussten da rein, weil wir Schlechtwetter bekamen. Da lagen wir drei oder vier Tage längsseit neben zwei Fischkuttern und wurden jeden Mittag zum Fischessen mit den Fingern eingeladen.

Hattet ihr keinen festen Termin?

Nein, der Schipper – er war für uns beide, für meinen Kollegen und mich, wie ein Vater, ein Toppmann – kriegte für die Überfahrt bezahlt, einen festen Lohn, und wir hatten eine Heuer. Wir wurden monatlich bezahlt. Das ging dann an der Küste weiter, von Hafen zu Hafen, und dann in der Nähe von Gibraltar nach Algeciras, wo die Fähren abfahren nach Afrika. Da lagen wir auch des Wetters wegen fast eine Woche.

In Cadiz dann wurde unser Schipper krank. Dort haben wir eine ganze Weile gelegen, um auf den nächsten Schipper zu warten. Der musste von den Staaten her auch eine Yacht zu A&R überführen. Er war damals 71 Jahre alt. Und mit dem ging es nicht mehr von Hafen zu Hafen. Damit war Schluss. Tag und Nacht, immer durch, sechs Stunden Wache, sechs Stunden Ruhe. Bloß sechs Stunden Ruhe kriegtest Du ja kaum. Du musstest zwischendurch ja noch kochen und was machen.

War das ein Amerikaner?

Das war auch ein Deutscher.

Wohl noch aus der Kaiserzeit …

(lacht) Das war jedenfalls ein Kap Hornier. Er ist wohl erst in der Hochseefischerei groß geworden, und dann war er auf den P-Linern, den Großseglern der Laeisz-Reederei, gefahren. Wir sahen ihn aber lieber von hinten als von vorne. Später, in Lemwerder, haben wir uns von dem Mann nicht mal verabschiedet. Ein Ekelpaket. Durch und durch.

Der hat euch wahrscheinlich auch nicht für voll genommen, die kleinen Seeleute aus Eckernförde.

Wahrscheinlich. Der Name der Yacht war übrigens Tannaquill, das weiß ich noch wie heute. Was der Besitzer in den Staaten gemacht hat, weiß ich nicht mehr. Der war ja wohl Millionär. Ich habe übrigens nie bereut, dass ich kein Fliesenleger geworden bin. Da hätte ich heute wohl kaputte Knie gehabt. Mir hat mein Beruf als Seemann immer Spaß gebracht. Vorher auch die Fischerei. Aber leider hat sich das so nicht ergeben, dass ich unseren Kutter übernehmen konnte. Da waren wir pleite.

War das die einzige Überfahrt, die Sie gemacht haben? Und wie ist es weitergegangen?

Ja, die einzige Überführung. Ich bin dann nur noch hier auf zwei Yachten in Deutschland gesegelt. Nordsee und Ostsee. Wir kamen ja schon im Juni zurück. Und dann kriegte ich die ‚Chance‘, als der Chef von Thomas-Wolle aus Bremen auf seiner Segelyacht Diana einen zweiten Mann suchte.

Die waren aber nur mit Gästen unterwegs, und nur in der Nordsee. Von Emden hoch bis nach Sylt. Ich bin eingestiegen in Lemwerder im YC Weser. Das war die zweite Fahrt. Das ging bis in den Herbst. Anschließend zurück zum Vadder auf den Fischkutter und im Winter über gefischt.

Ging es im nächsten Jahr noch weiter?

Im nächsten Jahr kam ich auf das Schwesterschiff der Diana, auf die Gilla. Beide Yachten waren bei Burmester in Bremen-Burg gebaut. Die Besitzer kannten sich, und der wollte mich unbedingt haben. Die nannten mich übrigens Fiete. In der Seefahrt nannte man mich immer Fiete. ‚Ich will Fiete haben, der kann zu mir an Bord kommen.‘ hieß es da. Ich hatte wohl meine Sache im letzten Jahr gut gemacht.

Wie hoch war Ihre Heuer?

Ich bekam 4 DM an Verpflegungsgeld. Das war ja nun nicht gerade viel. In der Werft-Kantine, der Werftchef und Besitzer der Yacht hatte eine Reederei in Bremen, kostete das Mittagessen schon 2,35 DM. Da reichten die paar Groschen, die ich noch übrig hatte, gerade fürs Abendbrot.

Als er zum ersten Mal mit seiner Frau an Bord kam, fragte er, ob ich was für ihn zu essen hätte und ich ihm was anbieten könne? ‚Ja, da aus meinem Spind können sie sich was rausnehmen.‘ habe ich gesagt. Die Frau geht also zu meinem Spind, macht den auf, guckt rein, und da hörte ich nur: ‚Helmut! Guck mal, was er hier im Spind hat. Möchtest Du davon leben?‘ Und so weiter: ‚Ja, warum hast Du denn nicht mehr im Spind? Was Ordentliches?‘ Ich: ‚Für 4 Mark am Tag, da kann ich mir nicht mehr viel kaufen. 2,35 DM kostet schon das Mittagessen.‘ Er: ‚Was kriegst Du? 4 Mark? Das weiß ich ja gar nicht. Wer hat das mit Dir abgemacht?‘ Und ich: ‚Naja, im Büro haben die das mit mir abgemacht. Das ist so Usus bei der Seefahrt.‘ – ‚Ja, aber doch nicht für dich!‘

Ich bekam einen Hunderter, von dem ich das einkaufen sollte, was ich zum Essen brauchte und wenn sie beide an Bord kommen. Einen Hunderter hatte ich doch mein Lebtag noch nicht in der Hand gehabt. Jeden Monat musste ich dann nach Bremen und im Büro abrechnen. ‚So‘n junger Kerl, der muss doch was essen. Von dem bisschen kann man doch nicht leben.‘ Und von da an hatte ich freie Verpflegung. Und alle waren nachher neidisch.

Unabhängig davon: 4 DM als Heuer waren ja auch nicht gerade die Welt.

Das war jedenfalls mehr, als ein Geselle hier an Land verdient hat. Aber es gab ja auch immer mal noch ein bisschen Trinkgeld. Zum Beispiel beim Gästesegeln. Gelegentlich war der Schwager meines Chefs mit, der bei der Marine Oberstabsarzt gewesen war. Der war schon in Rente damals, und war sehr geizig. Aber mir wurde gesagt, dass der gerne einen trinkt und ich zwischendurch mal einen einschenken sollte. Das habe ich dann auch gemacht.

Später hat der Chef mich gefragt, ob ich Trinkgeld bekommen hätte. Es waren 5 Mark, später sogar mal 10 DM. Aber das meiste Trinkgeld bekam ich von der Mutter meiner Chefin. Die gab mir jedes mal 25 oder 30 Mark. Oh, das war viel Geld.

Waren das ausschließlich Gästefahrten ?

Nein, wir sind auch Regatten gefahren, zum Beispiel die Helgoland-Regatta zu Pfingsten. Die Hamburger sind in Cuxhaven gestartet, und wir in Bremerhaven und dann nach Helgoland. Wir waren als erste Yacht drin, First-ship-home, obwohl wir noch gar nicht so richtig geriggt waren. Das flatterte alles noch. Das haben wir alles erst beim Segeln nachgestellt. Es war zum Glück ganz wenig Wind. Und dann nannten sie uns nachher Gilla, die Flautenziege.

Und anschließend auch zur Kieler Woche, dann Richtung Dänemark und noch zur Travemünder Woche. Da war die Frau an Bord mit den beiden Kindern. Vormittags habe ich mein Schiff gemacht, mittags sind wir immer Essen gegangen und später dann an den Strand. Sie war froh, dass sie mich hatte, um ein bisschen auf die Kinder aufzupassen, da konnte sie immer schwimmen gehen. Das war eine schöne Zeit. Ich war wie ein Kind im Haus.

Auf weiteren Yachten waren Sie dann nicht mehr?

Nein, damit war vorher schon Schluss. Im Oktober ging die Yacht wieder zurück in die Werft und kam an Land. Ich bin wieder nach Hause zu meinem Vater an Bord. Aber dann war auch bald Schluss mit der Fischerei. In den Jahren gingen viele in die Knie und auch wir waren pleite.

Zunächst bin ich bei einem anderen Fischer an Bord gekommen und mit 20 habe ich geheiratet, viel zu früh, Kind war schon unterwegs. Dann bin ich zur See gegangen, mit meinem Vater zusammen. Der hatte ein kleines Maschinenpatent und war Zweiter Maschinist. Und nun ging es in die weite Welt: von Bremerhaven aus nach Rotterdam, haben 1.600 Tonnen Grassaat geladen und sind rüber nach Venezuela, weiter in die Karibik, alle kleinen Inseln abgeklappert. In den Staaten haben wir wieder Ladung bekommen … für die Kleinen und Großen Antillen, Kuba, Haiti, Jamaika usw.

Welchen Stand hatten Sie damals?

Ich war damals Matrose. Ein Jahr später ging mein Bootsmann nach Deutschland zurück und übernahm einen Neubau der Reederei. Wir haben dann hauptsächlich Zucker aus Kuba gefahren, in die Staaten gebracht und von da Ladung übernommen und die ganzen Inseln beliefert, die hatten damals noch gar keinen Hafen. Wir sind auf Reede gegangen und haben auf kleinen Schiffen unsere Ladung übergeben.

Was war das für ein Dampfer?

Das war eine Art Stückgutfrachter. Wir hatten auch einen Schwergutbaum. Konnten also auch Schwergut übernehmen. Yachten haben wir übernommen. Und Autos bis nach Havanna gebracht. Die Chevrolets laufen da heute noch. Und da war ich in einem Rutsch zweieinhalb Jahre unterwegs an Bord. Und als der Bootsmann wegging, wurde ich zum Bootsmann befördert.

Wann sind in Ihrem Verein die letzten Mitglieder bezahlt unterwegs gewesen?

Das weiß ich gar nicht so ganz genau. Es waren auch nicht mehr viele. Zuletzt waren es nur noch drei. Einer noch in den Staaten. Einer ist auch noch in Spanien gesegelt.

Wann ist das gewesen?

Das war so in den 1970er Jahren. Dann ging das zu Ende. Später haben wir meines Wissens keinen mehr vermittelt.

Der Verein blieb trotzdem einfach so bestehen?

Alles blieb so bestehen, wie es mal war, mit Satzung und allem. Es hat sich viel verändert. Wir sind letztendlich nur noch ein Traditionsverein. Wir konnten auch keinen mehr vermitteln. Es konnte auch keiner mehr. Die Fischerei wurde hier ja immer weniger. Fischkutter hatten wir auch nicht mehr, somit keinen Nachwuchs. Wer sollte da noch fahren. Die meisten waren ja schon in Rente.

Eckernförder Yachtmatrosen

Vereinstreffen der Yachtmannschaften zum 100-jährigen Jubiläum © privat

Aber wir machen immer noch unsere Feste. Einmal im Jahr gibt das im Februar unsere Generalversammlung. Wir sind jetzt nur noch sieben, die gefahren sind. Sieben, die echt auf Segelyachten angeheuert haben. Die anderen kommen inzwischen alle aus sämtlichen Berufen. Wir haben jetzt auch schon Frauen im Verein.

Und die Jüngsten?

Der Jüngste muss auch schon an die 50 sein. Wenn es mit uns sieben mal zu Ende sein sollte, geht alles ins Museum.

Was geht da ins Museum?

Unsere ganzen Utensilien: Bilder, Pullover mit Emblem, die wir getragen haben. Wir wurden ja auch mit Kleidung ausgerüstet. Denn wo soll der arme Fischerjunge das denn herkriegen? An Bord beim Kaiser meinetwegen damals, der musste doch eingekleidet werden. Der Matrose kriegte dann Klapphosen, Marinehosen, Arbeitshose, Hemden, Deckschuhe, ein Paar schwarze Schuhe, um an Land zu gehen, einen Colani. Das haben wir allem bekommen, ich auch.

Wenn wir an Land gingen, mussten wir ja auch repräsentieren. Gut in Tüch wärn wi ümmer. Und darauf wurde auch überall Wert gelegt. Und dazu natürlich unsere Eckernförder Mütze, die ist unser Markenzeichen. Wenn ein Eckernförder an Bord war, hatte er diese Mütze auf.

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