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Gerry Crothers Ankunft von Garry Crothers im Hafen von Londonderry © facebook
Atlantiküberquerung

Einarmig über den Atlantik

Der irische Segler Garry Crothers hat einhand den Atlantik überquert. Seine Ankunft in Londonderry wurde begeistert gefeiert.

von
Kerstin Zillmer
in
2 Minuten

Er ist angekommen! Nach 3.600 Seemeilen über den Atlantik hat der irische Segler Garry Crothers seine Ovni 435 mit dem Namen „Kind of Blue“ einhand aus der Karibik von Sint Maarten über den Atlantik Maarten nach Nordirland gesegelt. Wie für viele andere Karibiksegler waren auch für Garry im März die Grenzen zu, als die Covid-19-Pandemie die Karibik erreichte.

Alle Flüge waren gestrichen, und plötzlich saß auch Garry allein und ohne Crew auf seinem Boot in Sint Maarten fest. Der Unterschied zu anderen Seglern in der Karibik: Garry segelt einhand im wahrsten Sinne des Wortes: Ihm fehlt als folge eines Verkehrsunfalls der linke Arm. Und der 64-jährige ist noch nie länger als sieben Tage am Stück solo gesegelt. Eine Atlantiküberquerung war damit für ihn eine besondere Herausforderung. Außerdem wollte er unbedingt zur Hochzeit seiner Tochter im September zu Hause sein.

Garry Crothers
Begeisterte Begrüßung in Londonderry © facebook

Start mit anderen Heimkehrern

Garry hatte sich schon früh der OCC-Atlantiküberquerungsgruppe angeschlossen. Er nutzte die Informationen, die unter den mehr als 1.000 Mitgliedern der Gruppe ausgetauscht wurden, um nicht ganz auf sich gestellt den Atlantik zu überqueren. Und um so nach Hause zurückzukehren oder zumindest in einen sicheren Hafen, bevor die Hurrikan-Saison einsetzt, die um Sint Maarten besonders heftig ist.

So brach er mit seiner „Kind of Blue“ am 29. Mai auf. Er wollte den Atlantik direkt zu überqueren, ohne auf den Azoren anzuhalten. Der Hintergrund: Garry wollte so wenig zusätzliche Manöver wie möglich fahren.

Er segelte konservativ, reffte bei Nacht und ruhte sich nach Bedarf aus. Sein Hauptziel war es, sicher auf dem Boot zu bleiben. OCC-Mitglied Alex Blackwell, der die Gruppe überwachte und die Kontakte über die Wetterplattform PredictWind managte, das einen kostenlosen Trackerdienst für die Flotte eingerichtet hatte, hielt über den Satellitenfunk IridiumGo täglich Kontakt mit Garry.

Die Bedingungen auf dem Atlantik waren in diesem Jahr höchst ungewöhnlich. Starke Gegenwinde wechselten sich mit weiten Gebieten ohne Wind ab. Die „Kind of Blue“ ist mit zwei Treibstofftanks ausgerüstet, aber offenbar war eine der Leitungen verstopft. Der Treibstoff aus dem zweiten Tank floss einfach nicht.

Sturm auf dem letzten Stück Strecke

Auf dem letzten Stück Strecke musste Garry einem Sturm ausweichen und hätte über Nacht in Irland anlegen müssen oder durch ein Schwachwindgebiet an der Peripherie des Tiefdruckgebiets entlangfahren müssen. Er entschied sich für die Durchfahrt und löste das Problem der Treibstoffversorgung.

Garry Crothers
Ellbogengruß mit dem Vize-Bürgermeister © facebook

Am Nachmittag des 4. Julis erreichte Garry seinen Heimathafen, eskortiert von Segelfreunden des Yachten des Loch Swilly Yacht Clubs. „Es ist sehr seltsam, so viel Zeit alleine zu verbringen“, sagte er der BBC, nachdem er den Fluss Doyle als allerletztes Stück bewältigt hatte. „Man verbringt viel Zeit mit Reparaturen am Boot und Wartungsarbeiten – und damit, Wettervorhersagen zu hören.“ Zu seinem Handicap als einhändiger: „Ich kann es nicht beschönigen, es macht alles ein bisschen schwieriger. Aber man lernt, die Dinge anders zu machen.“

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