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Sanni Beucke segelt mit einer klaren Vision © Vicent Olivand / Solo Maitre Coq
Regatta

Sannis Einhand-Feuertaufe

Susann Beucke segelt bei der Einhand-Regatta Solo Maître CoQ durchs Ziel. Es ist ihre erste Wettfahrt auf einer Figaro.

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Sie will es wissen. Auf ihrem Weg zur Vendée Globe 2028 hat Susann Beucke heute ihr erstes Offshore-Rennen gemeistert. Bei der Solo Maître CoQ ist sie am 21. April auf Platz 30 von 33 durchs Ziel gegangen.

Susann Beucke ist seit früher Kindheit auf Wettbewerb gepolt. Ihr größter Triumph war für sie die Silbermedaille bei Olympia 2020 im 49erFX mit Ko-Seglerin Tina Lutz, das beste Ergebnis fürs deutsche Segeln bei Olympia seit 21 Jahren.

Susann Beucke gehört der Sportfördergruppe der Bundeswehr an, ebenso dem DSV Olympiakader. Bisher galt für sie: zu zweit im Boot, mit großem Team an Land. Aber auf diesen Rückhalt kann sie für ihre ehrgeizigen Zukunftspläne nicht bauen.

Sieben-Jahres-Plan

alternativetextSanni Beucke © Vincent Olivard / Solo Maitre CoqSie will einhand segeln – und muss dafür ein neues Unterstützerteam gewinnen. Den Ausrüster Bootspunkt konnte sie für ihre neue Kampagne „This Race is female“ schon gewinnen. Als Seglerin und Projektmanagerin setzt sie sich gezielt neuen Bedingungen aus, die sie hart an die Machbarkeits-Grenze bringen. Schiff, Trainer, Sponsoren, Praxis, alles muss gleichzeitig gestemmt werden, damit sie den großen Bogen vom Solitaire du Figaro 2021 zur Vendée Globe 2028 spannen kann.

Mit der Praxis hat sie in der Saison 2021 begonnen. Warum segelt ein Profi bei der Freizeit-Regatta Silverrudder in der dänischen Ostsee mit? Nicht als Auflockerungsübung, sondern um erste Einhand-Erfahrung zu sammeln. Beim Silverrudder steuerte sie eine handliche First 18SE – um sich im nächsten Schritt an eine doppelt so große Figaro 3 zu wagen.

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Die Figaro-Flotte läuft wie am Schnürchen © Vincent Olivard / Solo Maitre Coq
Die 11,50 Meter lange Foil-Yacht ist das jüngste Update der Figaro-Einheitsklasse fürs Offshore-Segeln. Mit den Figaros wird seit 1970 die Regatta Solitaire du Figaro bestritten. Als Präludium kann man sich beim Solo Maître CoQ warmlaufen. Genau das macht Susann Beucke in diesem April.

Ihre Figaro 3 stellte ihr Marcus Hutchinson zur Verfügung. Den altgedienten Netzwerker im Profisegeln, der u.a. für America’s Cup und Volvo Ocean Race gearbeitet hat, überzeugte sie durch ihren Elan. Als er dachte, sie würde sich bei ihm per Telefon aus Strande melden, klopfte sie leibhaftig an seine Tür im französischen Trainingslager von Lorient.

Das Küken und der alte Hase

Mittlerweile hat sie sich in Lorient in einer schlichten Mietwohnung einquartiert und konzentriert sich mit Trainerin Estelle Greck darauf, die Figaro aus dem Rückenmark heraus zu beherrschen. Wer beim Segeln erst nachdenken muss, verliert. Selbstbewusst hat sie sich zur Solo Maître CoQ angemeldet als eine von 5 Frauen unter 28 Männern.

Jörg Riechers auf Alva Yachts
Jörg Riechers auf Alva Yachts © Vincent Olivard / Solo Maitre Coq
Und als eine von zwei deutschen Skippern neben Jörg Riechers mit Alva Yachts. Der erfahrene Regattaprofi hat schon die MiniTransat und die Transat Jacques Favre gesegelt und bereitet sich auf die Vendée Globe 2024 vor. Wie sehr Deutsche bei der Offshore-Regatta Exoten sind, zeigt schon der Profileintrag zu Jörg Riechers auf der Veranstalter-Website. Die Punkte über dem ö in Jörg leuchten den Franzosen partout nicht ein.

Als schnellste Frau schnitt bei diesem Hauptrennen der dreiteiligen Solo Maître CoQ mit Platz 22 die 26-jährige Französin Elodie Bonafous ab, die schon 2020 an der Solitaire du Figaro teilgenommen hatte und Platz 25 von 35 belegte. Für die beiden noch folgenden Tagesregatten am 23. und 24. April wird sich Susann Beucke davon bestimmt anstacheln lassen.

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