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Leos neues Team schafft richtig was weg. Endlich kann er sich in Ruhe der Deckkonstruktion des Cutters widmen.
Refit-Projekt

Erste Decksbalken für Tally Ho

Leos neues Team schafft richtig was weg. Endlich kann er sich in Ruhe der Deckkonstruktion des Cutters widmen.

von
Tommy Loewe
in
2 Minuten

Das Team um Leo Sampson – Pete, der Holz-Schiffsbauer, und Pat, der Künstler – schafft richtig was weg. Endlich kann Leo, der Baumeister, sich in Ruhe der Konstruktion der Deckstruktur widmen, dem nächsten Schritt seines Rebuild-Projekts „Tally Ho“ von 1910. Er weiß, dass er mit Pat und Pete zwei zuverlässige Mitarbeiter hat, denen er nicht ständig auf die Finger gucken muss. Pete übernimmt den Part des Ausbilders für Pat – und der ist nicht nur gelehrig, sondern auch witzig. Gutes Team.

Schlingen und halbe Schwalbenschwänze

Schon bald sind die ersten Vollbalken gesetzt. Sie gehen über die ganze Breite und werden mit verdeckten halben Schwalbenschwanz-Zinken in den Balkweger eingelassen. Die aufwändige Verbindung hält den Rumpf in der Querverbindung zusammen und sieht dazu gut aus.

Tally Ho
Die Vollbalken werden mit verdeckten halben Schwalbenschwanz-Zinken in den Balkweger eingelassen © Leo Sampson

Die Hauptbalken (die „King Beams“) unterstützen den Mast und tragen zudem die Decks-Schlingen (die „Carlings“) – Eichenbalken, die entlang der Mittschiffslinie verlaufen und die Öffnungen wie Luken, Skylights, Aufbau und Cockpit umrunden. In die Schlingen wiederum werden die Halbbalken mit ganzen Schwalbenschwänzen-Zinken („full dovetails“ genannt, denn die Engländer lieben ihre Tauben) eingesetzt. Das alles muss genau bedacht sein, ist aber auch eine der schönsten Arbeiten im Bootsbau.

Tally Ho
Originalplan von Albert Strange © Leo Sampson
Tally Ho
Foto der alten Deckskonstruktion © Leo Sampson

Auch alte Schiffbauer machten Fehler

Bei der Deckskonstruktion hält sich Leo an die Originalpläne von Albert Strange, nimmt aber auch immer wieder Fotos und Teile der alten Deckskonstruktion zu Hilfe. Die alten Hölzer sind zwar oft vom Rost der Stahlnägel zerfressen, zeigen aber sehr gut die Art der verwendeten Holz-Verbindungen. Strange hatte die vordere Niedergangsluke sehr weit vorne gezeichnet.

Die damaligen Bootszimmerer hatten die Ausklinkungen für die Schlingen schon ausgestemmt, sie dann aber wieder aufgefüllt und die Luke einen guten Meter zurück gesetzt. Aber warum? Dafür gibt es einige gute Gründe: Die schwere Ankerwinde, die soweit wie möglich vom Bug entfernt sitzen soll, der Bugspriet, der am „Knecht“-Pfosten befestigt wird und so mehr Platz schaffen für das Handling der Vorleinen und -segel. Dem Vorbild folgt Leo gerne.

Tally Ho
Die Ausklinkungen für die Schlingen waren wieder aufgefüllt worden © Leo Sampson

Zwei produktive Wochen

Sie sägen, hobeln, schleifen, stemmen Schwalbenschwänze aus und machen lustige Sprüche. Am Ende bauen Pat und Pete die extra starken Balken für die Ankerwinde ein. Da ist Leo gerade mit den Schlingen für die Achterpiek-Luke fertig. Die meisten Decksbalken sind eingesetzt, allerdings ohne Dichtmasse oder Lacköl zum Holzschutz.

Will Leo das Puzzle noch einmal auseinandernehmen? Das werden wir in der nächsten Folge sehen. Leo freut sich schon sehr darauf, endlich „unter Deck“ zu stehen.

BoatBuilding - Fitting Deck Beams! (Tally Ho EP70)

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Hier könnt ihr das Projekt Tally Ho unterstützen.

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