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Windfäden helfen dabei, dem Segel den richtigen Trimm zu geben © Kerstin Zillmer
Segelberater

Fäden lügen nie

Segellektion #1: Warum Bindfäden an Bord ihren Dienst am besten als Windfäden tun, erklärt Trimmexperte Oliver Ochse.

von
float Redaktion
in
2 Minuten

Der Segelberater Oliver Ochse präsentiert auf float ab jetzt wieder regelmäßig seine Segel-Tipps. Der Wahl-Mallorquiner ist erfahrener Segler und Trainer auf verschiedensten Booten: Jollen, Kielbooten, Regattayachten. Viele Jahre managte er in Pollensa auf Mallorca als Stationsleiter die Segelschule Surf & Sail. Inzwischen arbeitet Oliver als selbstständiger Segellehrer, Segeltrainer und -berater und gibt seine umfangreichen Segelkenntnisse auf deutschen Bootsmessen, in Seminaren und natürlich in der Praxis weiter.

Er ist als Trainer auf den beliebten J-70-Kielbooten, zu mehreren Terminen, über das Jahr verteilt, in der Segelschule in Pollensa im Norden Mallorcas tätig und bietet im Frühjahr und Herbst Gennaker und Regattatrainings in Palma auf seinem eigenen Kielboot an.

Mit dieser Archambault M 34 besteht auch die Möglichkeit, unter anderem, an der legendären Copa del Rey oder einer Weltmeisterschaft für Kielyachten teilzunehmen. Der Segelberater kommt auch zu Dir an Bord und trainiert den Eigner und seine Crew bei Hafen- oder Segel-Manövern, Doublehand, Sicherheits-Themen oder Rigg und Segeltrimm.

Während der Corona-Pandemie war es nicht immer einfach: „Mein letzter zahlender Gast kam im Oktober“, sagte er im float Originals Podcast. Inzwischen sieht es wieder besser aus, und Oliver Ochse geht wieder aufs Wasser.

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Segelberater Oliver Ochse
Steuerfäden in freier Widlbahn © Kerstin Zillmer

Fäden lügen nie

Steuerfäden nennt man die vorderen, unteren Fäden in der Fock oder Genua eines Bootes mit zwei Segeln. Im Idealfall sind im Vorliekbereich einer Fock drei Fadenpaare jeweils an Steuerbord und Backbord übereinander angebracht. Das untere Fadenpaar befindet sich etwa zwei bis drei Meter über dem Deck und, je nach Verbindung der Fock mit dem Vorstag, etwa 20 bis 50 cm hinter dem Vorliek der Fock.

Dabei sollte es sich immer um ein Pärchen handeln, nämlich ein Faden an Backbord und einer an Steuerbord. Im Idealfall ist dann noch einer rot und einer grün oder blau. Dieses Fadenpaar muss so angebracht sein, das der Steuermann die Fäden von seiner Standardposition am Steuer sehen kann.

Die Steuerfäden helfen dem Steuermann oder der Steuerfrau dabei, den „Hoch am Wind“-Kurs zu finden. Bei diesem Kurs ist das Vorsegel maximal – der Windstärke entsprechend – festgezogen und belegt.

Fahren Sie so lange an den Wind, luven also an, bis der Lee-Faden, die dem Wind abgewandte Seite, in die horizontale Lage steigt. Jetzt luven Sie weiter an, bis auch der Luv-Faden horizontal und parallel steht. So ist erst einmal alles prima.

Jetzt besteht Ihre Aufgabe darin, den Luv-Faden immer mal wieder etwas steigen zu lassen, also anzuluven und dann wieder leicht abzufallen, bis die Fäden wieder parallel sind. Dies gilt für den gesamten Am-Wind-Kurs.

Die Windfäden zeigen, was zu tun ist

Wenn sich die Windrichtung ändert, und damit der Einfallwinkel des Windes, werden auch die Steuerfäden reagieren und Ihnen anzeigen, was Sie tun müssen:

● Anluven: Wenn der Lee-Faden nicht horizontal parallel steht.
● Abfallen: Wenn der Luv-Faden nicht horizontal parallel steht.
● Hängen beide Fäden untätig herunter, luven Sie wieder an, bis sich die Fäden bewegen.

Im Windbereich unter vier Knoten Wind zeigen Steuerfäden aus Wolle nur noch unzureichend an. Dann ist es hilfreich, ein weiteres Fadenpaar aus leichtem Magnetband in die Segel zu kleben.

Mehr erfahren kannst Du auf der Segelberater-Website von Oliver Ochse.

Welche Rolle die Fäden weiter oben im Segel spielen und wie der selbstständig mitdenkende Mitsegler, auch Vorschoter genannt, den Holepunkt danach einstellt, das beschreibe ich im nächsten Artikel.

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