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Jugendsegeln im Fehmarnsund 2017 © SKBUe e.V. Jugendsegeln im Fehmarnsund 2017 © SKBUe e.V.
Reportage

„Warum sind die Wellen so hoch?“

float-Medienpreis für den Sommertörn einer Jugendgruppe durch den Fehmarnsund. Auch der Skipper hatte seinen Spaß.

float Redaktion
von in
8 Minuten

Der von Frank Suchanek geleitete Törn einer Jugendcrew von 8- bis 17-jährigen in der südlichen Ostsee ist ausgezeichnet – mit dem float-Medienpreis, von denen vier beim Fahrtenseglertag 2018 der Kreuzer Abteilung im Deutschen Segler-Verband erstmals vergeben wurden. Unsere Serie über ausgezeichnete Fahrtensegeltörns geht weiter mit Auszügen aus dem Reisebericht der jugendlichen Crew vom Segelklub Bayer Uerdingen.

Worum es geht

Ziel der Jugendfreizeit war es, Jugendlichen die Freude am Fahrtensegeln und dabei auch die Regeln der guten Seemannschaft zu vermitteln. Geplant und gesegelt wurde mit drei Schiffen: unserer großen Vereinsyacht „Oeding“, eine X-46, unserer kleineren Vereinsyacht „Op Joeck“, eine Bavaria 36 und ein Charterschiff, eine Feeling 44 namens „King of Lions“. Gesegelt wurde während der Hundstage im August 2017 in der Ostsee, Start und Ziel war Heiligenhafen.

Jugendsegeln im Fehmarnsund

Die Oeding, eine X46 © SKBUe e.V.

Tag 1: Alles auf Anreise

4:45 Uhr, die ersten trudeln verschlafen am Vereinsgelände des Segelklubs Bayer Uerdingen e.V. in Krefeld ein. Das Gepäck wird in den Vereins-Bus eingeladen. Ein Vater will noch unbedingt ein Bild machen: die begeisterten Gesichter lassen wir mal in diesem Bericht außen vor. Abfahrt! Im Bus herrsche soweit Ruhe, nur vorne klingen entspannte Töne. Gegen 11 Uhr erreichen wir Heiligenhafen. Noch schnell die letzten Sachen einkaufen und dann die Crew auf unserem Schiff, der „Oeding“, ablösen.

Dann beginnt das Wichtigste: die Sicherheitseinweisung. Dieses Jahr aber mal ein bisschen anders. Die Jugendlichen, die schon mehrere Jahre dabei sind, erklären den Jüngeren, die das erste Mal mit dabei sind alles. Der Skipper ergänzt oder korrigiert bei Bedarf. Dies funktioniert wie am Schnürchen.

Jugendsegeln im Fehmarnsund

Bei 5 Bft auf dem Fehmarnsund © SKBUe e.V.

Mittlerweile sind auch die anderen beiden Schiffe alle fertig übernommen und eingerichtet. Der Vercharterter der „King of Lions“ informierte uns darüber, dass alle drei Schiffe, die zusammen unterwegs sein werden, kostenlos am Steg der Charterbasis liegen dürfen. Also auch unsere beiden Vereinsyachten „Oeding“ und „Op Joeck“. Ganz schön voll hier in Heiligenhafen und überall wird manövriert; keine einfache Aufgabe, die beiden anderen Yachten an den Charter-Steg zu verlegen. Aber das klappt problemlos. Dann wird es auch schon langsam Zeit, mal was zu essen. Und was gibt es Leckereres als frische Fischbrötchen?

Tag 2: Erkundung des Fehmarnsunds

Um 8 Uhr bewegen sich die ersten Gazellen – oder wie heißen die Tiere mit dem großen Rüssel? – auf dem Schiff. Die Backöfen beginnen mit ihrer Arbeit und das Wetter spielt auch einigermaßen mit. Naja. Für mich als Regattasegler kein Problem mit 5 Bft.

Jugendsegeln im Fehmarnsund

Tag 2

Jugendsegeln im Fehmarnsund

Tag 3

Kurzum legt die „King of Lions“ mit der Crew der „Op Joeck“ zusätzlich an Bord ab. Wir haben uns dazu entschieden, weil die Jugend an Bord der „Op Joeck“ zum ersten Mal auf einem Segelschiff ist. Bei 5 Beaufort mit 3 unerfahrenen 8-bis 12-Jährigen abzulegen und Segel zu setzen, ist eine Herausforderung, die die Skipperin lieber auf weniger windige Tage verlegt.

Und wegen eines Defekts an einem der Backöfen müssen wir heute Abend ohnehin wieder nach Heiligenhafen zurück. Die „Oeding“ ist top motiviert, endlich abzulegen. Nach einer kurzen Besprechung, wo es in etwa hingehen soll, einigen sich die Jugendlichen: „Ach, Hauptsache Richtung Ostsee und Spaß haben. Wenn wir genug haben, fahren wir einfach wieder zurück.“

Jugendsegeln im Fehmarnsund

Richtung Ostsee und Spaß haben © SKBUe e.V.

Kaum ist das letzte Wort gesprochen, stehen alle so, wie sie gestern an den Leinen standen. Kolja legt ab, Alicia macht die Heckleinen und Frank und Kathrin jonglieren mit den Leinen am Bug. In der Ruhe liegt die Kraft, so kann auch nichts passieren. Kaum haben wir das Fahrwasser verlassen, schon drehen wir in den Wind und ziehen die Segel hoch. Das läuft doch wie am Schnürchen. Und das direkt beim ersten Mal.

Der Skipper darf auch mal ans Steuer: die Freude ist ihm im Gesicht geschrieben. Nach etwa zwei Stunden melden sich die ersten Mitsegler, dass es doch etwas ungemütlich ist, wenn man so hohe Wellen hat. Die gesamte Crew einigt sich dann darauf, dass es zurück in den Hafen geht. Das andere Schiff hat schon vor uns abgedreht. Irgendeiner muss ja erster im Hafen sein.

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