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Beneteau Oceanis 46.1 Taucht vorübergehend ab: die Beneteau-Produktion, hier die Oceanis 46.1 © Guido Cantini
Update

Franzosen stoppen Bootsproduktion

Beneteau und Dufour setzen Bootsproduktion in Frankreich aus. Hanse und Bavaria bauen weiter.

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3 Minuten

Nachdem bereits einige kleinere europäische Bootsproduzenten ihre aktuelle Produktion zurückgefahren haben, ziehen nun auch die ersten Großserienwerften nach und schließen wegen der Coronakrise die Fertigung. Darunter ist auch die weltgrößte Firmengruppe für die Produktion von Freizeitbooten, der französische Beneteau-Konzern, zu dem auch die Marken Prestige und Jeanneau gehören.

Hanse und Bavaria bauen nach Plan

Die beiden deutschen Großserienwerften produzieren dagegen, Stand 18. März nachmittags, noch nach Plan. Die Produktionsstätten der HanseYachts AG arbeiteten zurzeit normal, erklärte Firmensprecher Morten Strauch gegenüber float. Die nicht unbedingt in der Produktion benötigten Kräfte arbeiteten im Home Office. Man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Auch bei Bavaria Yachts in Giebelstadt läuft der Betrieb am Nachmittag vor der für 18 Uhr erwarteten Rede der deutschen Bundeskanzlerin noch regulär. 95% der Belegschaft der Produktion seien im Einsatz. Man habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Mitarbeiter zu schützen, erklärte Bavaria-Sprecher Marcus Schlichting float auf Anfrage. Dazu gehört beispielsweise, dass es auf dem Betriebsgelände mit Lieferanten keine Meetings gibt. Die Lager seien gut gefüllt, Engpässe beim Material gebe es nicht.

Bavaria Yachts
Volle Bänder in der Werft © Werft

„Schon frühzeitig haben wir entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit die Produktion auch weiterhin ohne Probleme bei Bavaria Yachts weiter laufen kann.“ so Marcus Schlichting. Um Risiken zu vermeiden, wurden alle Dienstreisen abgesagt. Meetings laufen nun per Videokonferenz. Viele arbeiten von zu Hause aus.

Die Bavaria-Produktion ist nach Werftangaben bis Juli komplett ausgebucht. „Die neuen Projekte, wie der neue Daycruiser und neuen Modelle für das Geschäftsjahr 2020/21, sind ebenfalls schon weit fortgeschritten und im Zeitplan.“

Beneteau beschließt „Sondermaßnahmen“

Aufgrund des Fortschreitens der Covid-19-Epidemie und der notwendigen Maßnahmen der Behörden zum Gesundheitsschutz hat die Groupe Beneteau nach eigenen Angaben beschlossen, den Bau von Booten und Freizeithäusern in Frankreich und Italien vorübergehend auszusetzen. Das wurde heute, am 18. März, bekannt. Der Branchendienst ibinews.com hatte zuerst darüber berichtet.

Von den weltweit 26 Produktionsstätten der Groupe Beneteau befinden sich zwei in den italienischen Regionen Friaul-Julisch-Venetien und Emilia-Romagna. „Die Aktivitäten in unseren Produktionseinheiten in den USA und Polen haben sich bisher verlangsamt, aber sie wurden nicht eingestellt“, informierte das Unternehmen in einer Erklärung.

Beneteau Oceanis 46.1
Beneteau Oceanis 46.1 © Guido Cantini

Der Kurs der Beneteau-Aktie sank am Montag auf 4,90 Euro. Das war der niedrigste Stand seit 2006. Heute hatte sich das Wertpapier etwas erholt, es erreichte bis zu 6,41 Euro im Mittagshandel.

Am 11. März hatte Beneteau ein erstes Statement zur Corona-Krise veröffentlicht. Darin heißt es, dass die Auswirkungen der Epidemie auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe bisher „marginal“ seien.

Für das Bootsgeschäft gelte, dass in der nördlichen Hemisphäre (Europa und Nordamerika), wo die Wertgruppe 80% ihrer Einnahmen aus dem Bootsgeschäft erzielt, alle angesetzten Messen abgehalten habe – von der Hiswa in Amsterdam einmal abgesehen, die vergangene Woche am zweiten Messetag gleich wieder geschlossen wurde.

Dufour setzt Produktion aus, Volvo sieht Finanzrisiko

Dufour Yachts teilte bereits gestern Nachmittag mit, die Produktion auszusetzen. Dieser Stopp gelte so lange, bis die Ausbreitung der Pandemie unter Kontrolle sei. Dies wiederum hängt von den Entscheidungen der französischen Regierung ab. „Wir hoffen, dass diese Zeit so kurz wie möglich sein wird.

Die Verkaufs- und Kommunikationsteams, der Liefer- und Kundendienst bleiben erreichbar und arbeiten weiterhin sicher, um in dieser Zeit die bestmöglichen Leistungen zu erbringen“, so das Unternehmen in einer Erklärung.

Volvo Penta
Johan Carlsson, Entwicklungschef und Karin Akman, Systemingenieurin im neuen Testlabor für E-Mobilität © Volvo Penta

Auch die schwedische Volvo-Gruppe hat vor kurzem ein Update zu den Auswirkungen von Covid-19 veröffentlicht. In der Erklärung heißt es, es bestehe „ab Mitte März ein erhebliches Risiko wesentlicher finanzieller Auswirkungen auf die Gruppe“. Seit einiger Zeit diversifiziert der schwedische Marine-Konzern das Portfolio. Neben Motoren für nichtmaritime Anwendungen, die einen immer größeren Umsatzanteil ausmachen, setzt man auch auf eigene Entwicklungen für die Elektromobilität auf dem Wasser.

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