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Wassermusik Händel G. F. Händel (m.) mit Georg I. bei einer Bootsfahrt auf der Themse @ Wikimedia Commons
Musik

Glückwunsch, Mr. Händel!

Heute vor 300 Jahren wurde die Wassermusik uraufgeführt.

Kerstin Zillmer
von in
2 Minuten | 2 Kommentare

„Am Mittwochabend, ungefähr um acht, begab sich König Georg I. bei Whitehall in eine offene Barke auf eine Bootsfahrt. Sie fuhren flussaufwärts nach Chelsea. Viele andere Boote mit Personen hohen Ranges folgten, und so fuhr eine große Anzahl von Booten über den Fluss. Die Musiker spielten auf einem Schiff der Stadtgilde auf über 50 Instrumenten. Sie spielten den ganzen Weg von Lambeth (während die Boote mit der Strömung ohne zu rudern nach Chelsea trieben) die schönsten, besonders für diesen Anlass von Mr. Händel komponierten Sinfonien, welche Seiner Majestät derart gefielen, dass sie auf dem Hin- und Rückweg dreimal wiederholt werden mussten.“ So heißt es in einem Zeitungsbericht des Daily Courant vom 19. Juli 1717.

Georg I. war zu dem Zeitpunkt seit drei Jahren König von Großbritannien und Irland. Es war Anfang des 18. Jahrhunderts üblich, dass der König an sonnigen Tagen Lustfahrten zu Boot auf der Themse veranstaltete. Georg Friedrich Händel, der bereits seit einigen Jahren als Komponist in London lebte und für den Hof arbeitete, erkannte die Chance, die größte Wasserparty, die London je gesehen hatte, zu vertonen.

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Die Originalnoten © Wikimedia Commons

Aber eine Musik für das Wasser zu komponieren war musikalisch anspruchsvoll. Händel entschied sich deshalb für eine Mischung aus Menuetten und längeren, ruhigeren Stücken. Absolut neu war daran, dass diese Stücke zum ersten Mal von einem Orchester gespielt werden konnten.

Der aus Halle an der Saale stammende Barock-Komponist schrieb drei Suiten unterschiedlichen Charakters und mit unterschiedlicher Besetzung. Die als Freiluftmusik geschriebenen Suiten verlangten eine starke Orchesterbesetzung, damit sie weit über das Wasser zu hören waren. Zeitzeugen sprachen von fünfzig Musikern. Neben den Trompeten als sehr kräftig tönenden Instrumente kommen in den Stücken auch Hörner, Oboen, Fagotte, Querflöten, Violinen, Violoncelli und Kontrabässe häufig zum Einsatz.

Heute Abend präsentiert in London die Georgian Dining Academy mit den London Historians zur gleichen Stunde wie vor 300 Jahren „The Water Music“ mit kleinem Orchester auf der Themse. Das Konzert der Amadè Players auf dem Wasser ist natürlich seit langem ausverkauft.

Wir haben zur Feier des Tages mit den Artistokraten auf der Royal Louise vom VSAW eine Szene nachempfunden.

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2 Kommentare

Hans-Gert /

Das ist schön! Dass float an meine Lieblingsmusik denkt, und dies auch noch mit Booten zu tun hat. Super.

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