float Magazine

© Jean-Jaques Savin
Expedition

Happy Birthday, Diogenes im Weinfass!

Jean-Jacques Savin überquert in einem Weinfass seit fast drei Wochen den Atlantik. Heute wird er 72 Jahre alt.

Kerstin Zillmer
von in
2 Minuten

Heute ist Jean-Jacques Savins 72. Geburtstag. Seit 19 Tagen ist der Franzose in seinem Holzfass nun auf dem Atlantik unterwegs und lässt sich treiben, wohin die Strömung und der Wind es wollen. Wir wünschen dem Diogenes des Atlantiks alles Gute für sein großes Experiment! Möge er heile irgendwo anlanden.

Wir wir aus seinem Logbuch erfahren, geht es Jean-Jacques prächtig in seiner Tonne. Am Donnerstag, den 10. Januar, schreibt er: „Heute ist ein intensiver Tag. Sehr schönes Wetter, kein Wind und das Meer gleicht dem See von Lacanau. Ich sitze an „Deck“ und sehe etwa drei Kilometer entfernt ein Frachtschiff von Ost nach West fahren. Eine Stunde lang versuche ich, es per UKW-Funk zu kontaktieren, bekomme aber keine Antwort. Ich kann mir jetzt vorstellen, wie Schiffbrüchige sich fühlen, die sehen, wie ihre Rettung davonfährt.

Ich höre ein mir bekanntes Atmen und sehe etwa 300 Meter entfernt einen riesigen Wal. Dreimal taucht er auf und wiederholt seinen Tanz an meiner Seite, nach meinem Bad im Atlantik am späten Abend. Eine prächtige Schildkröte in meinem Alter, kommt mich besuchen. Sie bleibt eine Stunde und klopft mit ihrem Panzer immer wieder gegen den Rumpf meiner Tonne. Ich habe auch einen neuen Begleiter unter Wasser, einen Zackenbarsch. Ich nenne ihn „Donnerstag“.

Am Nachmittag nutze ich die Gelegenheit, einige Reinigungsarbeiten und eine Wäsche zu machen. Ich fahre fort, mein Logbuch zu schreiben und zu lesen. Der Wind nimmt zu und ich treibe zurück in den Nordosten, gebremst durch den Anker. Es ist eine wunderbare Sternennacht. Die Mondsichel wächst und versinkt langsam hinter dem Horizont.“

Jean-Jacques Savin

Jean-Jacques Savin genießt die Freiheit auf dem Atlantik © Jean-Jacques Savin

Am Tag zuvor schreibt Savin: „Heute ist es leicht bewölkt, ich drifte Richtung Westen in die richtige Richtung, das ist gut für die Moral! Am Abend lasse ich mich draußen nieder und schaue lange auf die riesige Fläche Wasser um mich herum. Es erinnert mich an die langen Touren in der Wüste, bei denen ich das Gefühl hatte, allein auf der Welt zu sein.

Ich spüre ein großes Gefühl von Freiheit in mir und ich schätze diese Chance, frei zu sein und nur den Elementen der Natur ausgeliefert zu sein, die mich wohin auch immer tragen werden. Und nur damit Du es weißt: Nein, ich habe es immer noch nicht eilig, anzukommen.“

Wer Jean-Jacques Savin im Livetracker verfolgen möchte, kann das hier tun.

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