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Zurück an Bord: der havarierte Kevin Escoffier © Jean le Cam
Vendée Globe 2020

Kevin Escoffier gerettet

Mitten in der Nacht wurde Vendée-Globe-Segler Kevin Escoffier von Jean le Cam aus seiner Rettungsinsel geborgen. Es geht ihm gut.

von
Kerstin Zillmer
in
2 Minuten

„He is on board with Jean“, meldete die Rennleitung der Vendée Globe heute morgen um 3:57 Uhr mit großer Erleichterung. Um 01:18 Uhr wurde das PRB-Team informiert, dass ihr Skipper Kevin Escoffier von seinem Konkurrenten Jean Le Cam gerettet wurde. Kevin Escoffier hatte seine Rennyacht nach einem Wassereinbruch gestern Mittag um 13:46 Uhr aufgeben müssen.

Er ging bei rund fünf Meter hohem Seegang [mehr in Vier Segler suchen Kevin Escoffier] auf seine Rettungsinsel, rund 840 Seemeilen südwestlich von Kapstadt. Die Rettungsmission wurde von Les Sables d’Olonne aus von der Vendée-Globe-Rennleitung in Zusammenarbeit mit CROSS Griz Nez und dem MRCC Südafrika koordiniert. „Innerhalb von vier Sekunden ist meine PRB mit der Nase untergegangen“, sagte Kevin Escoffier nach der Rettung in einem ersten Video.

Der Bug des Boots knickte im rechten Winkel ab, sagte Kevin Escoffier. Seine zwölf Jahre alte Rennyacht war erst kürzlich modernisiert worden. „Ich hatte genug Zeit, genau einen Text zu senden, bevor die Wellen die Elektronik zerstört haben“, so der Segler. Das Boot brach in zwei Teile.

Das Boot zerbrach in zwei Teile

„Ich bin froh, dass er am richtigen Ort angekommen ist“, sagte der sichtlich erleichterte 40-jährige Profisegler über seinen Retter, den 61-jährigen Jean Le Cam. Und er fügte hinzu: „Es tut mir leid, denn er segelt ein unglaubliches Rennen.“

Der Rennleiter der Vendée Globe, Jacques Caraës, berichtete über die näheren Umstände der Rettungsaktion. „Wir schickten Jean zurück zu einer Position, die von CROSS Gris Nez empfangen wurde und von dem an Bord befindlichen EPIRB-Notsignal gesendet wurde. Die Drift-Simulation von Météo France lieferte ebenfalls eine Position.

Jean näherte sich der Position mit 1,5 Knoten und zwei Reffs im Großsegel, aber er fand Escoffier dort nicht. Er setzte seine Suche etwa eine Stunde lang fort. Als er bei 20 bis 25 Knoten Wind plötzlich von der Bildfläche – er hatte die gesamte Zeit Video-Kontakt mit der Rennleitung – verschwand, hörten wir ihn plötzlich mit jemandem sprechen. Um 2:06 Uhr französischer Zeit sahen wir Kevin hinter Le Cams Rücken in einem Überlebensanzug ankommen. Es geht ihm gut, wie man im Video sehen kann.“

direkt zum Video
Visio - Rescue of Kevin ESCOFFIER (PRB) by Jean LE CAM | YES WE CAM! - 01.12 (3)

„Letztes Mal war’s anders herum“, erinnerte Escoffier im Video an eine frühere Rettung, an der Jean Le Cam beteiligt war. Es war das jetzt gesunkene PRB-Boot, das bei einer der früheren Vendée-Globe-Editionen die Retterrolle spielte. 2009 hatte der seinerzeitige PRB-Skipper Vincent Riou ausgerechnet Jean Le Cam aus Seenot gerettet. Le Cam war nach Kielabriss und Durchkentern vor Kap Hoorn aus seiner IMOCA 60 geborgen worden.

Wie es jetzt für die beiden Segler auf der „Yes We Cam“ weitergeht, ist noch unklar. Alle an der Rettung beteiligten Segler – neben Le Cam auch Boris Herrmann, Christién Simon und Yannick Bestaven – werden vermutlich eine Zeitgutschrift bekommen. Das Rennen selbst geht weiter. direkt zum Video

Visio - Rescue of Kevin ESCOFFIER (PRB) by Jean LE CAM | YES WE CAM! - 01.12 (1)

So kam es zum Unglück

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