float Magazine

Auf hoher See: Der Stralsunder Lennart Burke auf seiner Pogo 3 namens Vorpommern © Lennart Burke Sailing
Update Mini Transat

Lennart Burke segelt in den Top10

Die Minis sind gestern Richtung Kanaren gestartet. Auf 1.350 Seemeilen erwartet sie erst Wind, dann Flaute – und bald ein Sturm.

von
Kerstin Zillmer
in
3 Minuten

Die erste Etappe der Mini Transat ist gestern, am Montag, den 27. September, um 15:30 Uhr in Les Sables d’Olonne, Frankreich gestartet. Angeschoben von Nordwestwind mit 16 bis 20 Knoten segeln die 90 TeilnehmerInnen jetzt nach Santa Cruz de La Palma (Kanarische Inseln). 1.350 Seemeilen lang ist diese erste Etappe des Mini Transat.

Dieses Mal nehmen fünf deutschsprachige SeglerInnen teil. Lena Rixgens und Marc-Eric Siewert sind in der Klasse der Prototypen gestartet, Lennart Burke, Melwin Fink und der Österreicher Christian Kargl segeln in der Serienklasse.

alternativetext
Das Regattafeld kurz nach dem Start in Les Sables d'Olonne © Vinncent Olivaud / Minitransat

Lennart Burke ist sehr gut ins Rennen gekommen, er liegt in der Kategorie der Serienboote seit diesem Moment weit vorne auf Platz sieben. Christian Kargl hat aktuell die Position 14 und Melwin Fink belegt derzeit Platz 17. Bei den 25 Protos liegen Lena Rixgens auf Platz 18 und Marc-Eric Siewert auf Platz 21.

Das Feld ist übrigens sehr international: Die 90 Teilnehmer sind natürlich mehrheitlich Franzosen, doch auch aus Uruguay, Russland, Australien, Kanada, Spanien, England, Irland und Belgien und Italien sind Boote am Start. Die Prototypen führt zurzeit die Russin Irina Gracheva mit „Path“ an, bei den Serienbooten stehen aktuell drei Franzosen an der Spitze vor Lennart Burke.

Wetterlage in der Biskaya ist grenzwertig

Gerade die Passage durch den Golf von Biskaya wird als relativ kompliziert vorausgesagt. Sie könnte sich entscheidend auf die nächste Etappe des Rennens auswirken. Zurück aus Les Sables d’Olonne verfolgt Sebastian Wache – er war zuständig für Lennart Burkes Wetterrouting vor dem Start – nun regelmäßig den Tracker. Mit einem Routing vor dem Start schickt man die Segler los und lässt sie damit alleine. So ist das Reglement.

Wetterkarte
Ein Tief droht von Süden: die Wettervorhersage für Donnerstag, 30. September © Wetterwelt

Unterwegs bekommen sie von den Veranstaltern neue Wetter-Informationen nur über einen Weltempfänger per Kurzwelle. Andere Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Damit müssen sie nun schauen, wie sie mit der Lage umgehen. Und die ist nicht ohne. Man muss nicht nur wissen, wie sich das Wetter in den 24 Stunden ändert, sondern sollte strategisch noch weiter schauen.

Denn die Lage in der Biskaya ist grenzwertig. Von Norden her dringen zeitweise Tiefs und damit Wind ein. Von Süden her ist es durch den hohen Luftdruck dagegen total flau. Deshalb halten sich die Segler gerade alle auf der Höhe von La Rochelle auf, und sie gehen noch nach Westen raus.

Jetzt kommt die Wende Richtung Süden

Doch schon heute werden wir eine Wende nach Süden sehen. Der Wind frischt durch ein neues Tief teils unangenehm auf und wird später auch noch drehen. „Spätestens dann sollte es nach Süden gehen – so wie es Sebastian Wache beim Wetter-Routing vor dem Start empfohlen hat.

Denn auf den Wind folgt schon morgen – am Mittwoch – ein neues Hoch und lässt den Wind von Westen her zusammenfallen. Somit gilt es, den Restwind im Süden der Biskaya abzufangen, um damit um das Kap Finisterre zu steuern.

  • WetterkarteVoraussage für heute, 28. September, 15 Uhr © Wetterwelt
  • WetterkarteVoraussage für morgen, 29. September, 7 Uhr © Wetterwelt
  • WetterkarteVoraussage für morgen, 29. September, 22 Uhr © Wetterwelt

Und genau hier an dieser Landzunge haben die Spitzenreiter die Chance, einen großen Vorwindschuss zu bekommen, während ihre Verfolger mit etwas unsichereren Bedingungen zu kämpfen haben. Es gilt, so schnell es geht in den restlichen Passatwind zu kommen, der dank des Azorenhochs dort noch etwas weht.

Am Freitag kommt das Sturmtief

Aber das wird mehr als eng werden. Denn im Laufe des 1. Oktobers (also am Freitag) wird der Passat dort aufgefressen. Und dann wird es auch gefährlich. Denn ein Sturmtief wird zum 3. Oktober hin am Kap für Böen von mehr als 45 Knoten Wind sorgen. Und das gegenan.

Stand heute, am zweiten Tag des Mini Transat, heißt es daher für die Seglerinnen und Segler, Gas zu geben und keine Höhe zu verschenken, um möglichst vor dem 2. Oktober an A Coruña vorbei zu sein. Lennart Burke könnte davon profitieren.

Wer das Rennen verfolgen will, kann das hier tun.

Mein Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Reklame