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Bodysurfing © Ricardo Alves
Porträt

Loopings in der Welle

Joana Schenker ist eine der weltbesten Athletinnen im Bodyboarden. Wie kommt man zu dieser Art zu surfen?

Friederike Hiller
von in
3 Minuten

Joana Schenker dreht sich mit ihrem Bodyboard um die eigene Achse – mal senkrecht, mal horizontal. Sie rauscht im Liegen durch den Wellentunnel, schießt die Wellenwand bis zur Lippe hinauf. Die Atheltin katapultiert sich dort in die Luft, dreht sich um sich selbst und landet wieder auf ihrem Bodyboard im Weißwasser der gebrochenen Welle. Was ist Bodyboarding eigentlich?

Der Aufprall erschüttert kurz ihren gesamten Körper. Doch die Körperspannung, mit der Joana ihren Oberkörper vom Board abhebt, gleicht den Schlag aus. Wasser tropft von den Haarspitzen, als sie das Bodyboard unter den Arm klemmt. In der Hand die Schwimmflossen, geht es für die portugiesische Bodyboarderin mit deutschen Wurzeln zurück zum Strand. Sie nutzt die guten Wellen vor ihrer Haustür, um sich in den Wellen zu tummeln und ihre Manöver zu perfektionieren.

Bodysurfing

Joana Schenker ist eine der besten Bodyboarderinnen der Welt © Joana Schenker

Letztes Jahr hat die 31-Jährige den Titel als Beste bei der World Tour geholt. In diesem Jahr wurde es nur der Platz 4. Trotzdem ist sie zufrieden: „Ich hatte viele Termine und andere Projekte abseits der Wellen, und habe sehr wenig trainiert. Im Rennen um den WM-Titel habe ich es trotzdem geschafft, ganz nach vorne zu kommen.“ Die Konkurrenz auf der World Tour ist sehr stark.

Eigentlich empfindet Joana Schenker ihre Zeit auf dem Wasser nicht als Training. „Meistens sage ich nur: Ich gehe jetzt bodyboarden. Trainieren ist ein Wort, das ich eher selten verwende.“ Jedes Mal, wenn sie ins Wasser geht, arbeitet sie an ihrer Technik. „Die Tage, an denen ich am meisten Spaß am Bodyboarden habe, sind auch die Tage, an denen ich am besten performe.“

Bodyboarding

Joana Schenker ist eine der weltbesten Bodyboarder © Joana Schenker

Als Freesurferin liebt Joana menschenleere Spots

Joana bezeichnet sich selbst eher als Freesurferin. „Am liebsten bin ich ganz entspannt mit meinen Freuden im Wasser ,und da geht’s mir nur um Spaß und um die beste Welle.“ Wenn der Swell stimmt, findet sie die besten Wellen an ihrem Lieblingsort: Das ist Zavial. Dieser Spot ist für sie etwas Besonderes: Hier hat sie zusammen mit ihren Freunden angefangen mit dem Bodyboarden. „An den wenigen Tagen im Jahr, wenn die Wellen echt gut sind, gibt es hier die besten rechten Wellen, die ich kenne.“

Und wenn der Spot dann noch beinahe leer ist, ist das für sie einer ihrer Glücksmomente. „Ich muss ehrlich sagen: Crowd ist für mich das Schlimmste im Wasser. Am liebsten surfe ich mit ein oder zwei Freunden gute Wellen, einfach nur Spaß haben. Das sind die Momente, die ich komplett genieße.“ Im Wettkampf ist das alles strategischer. „Es geht ja darum, zu gewinnen und die meisten Punkte zu machen. Das ist meistens sehr stressig und auch nicht wirklich kreativ.“

Bodyboarding

Mit Freunden gute Wellen surfen ist das Beste © Pablo-Jimenes

Liebe zum Meer kann nicht schaden

Natürlich braucht es auch Leidenschaft, um erfolgreich zu sein. „Man muss das Meer lieben, etwas Durchhaltevermögen besitzen und niemals aufgeben“, ist Joana Schenkers Motto. Das möchte sie auch an die nachfolgende Generation weitergeben. Deshalb unterrichtet sie einheimische Kinder. „Ich unterrichte Kinder aus meinem Dorf, um unsere starke Bodyboard-Szene weiter zu führen.“ sagt sie. „Und um den Jugendlichen, die hier geboren sind, zu zeigen, was für eine wertvolle Küste sie haben.“ Es kommen tausende Touristen jährlich nach Sagres zum Surfen. „Da wäre es sehr schade, wenn die Einheimischen nicht ihre eigenen Superwellen nutzen würden.“

THE LAST ONE – Joana Schenker

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Auch sie sei ganz natürlich zu diesem Sport gekommen. Nachdem ihre Eltern vor vielen Jahren nach Sagres zogen, wuchs sie an der portugiesischen Küste auf. Bodyboarding war der Sport, den alle hier machten. „Die Wellen sind super fürs Bodyboarden und meine Freunde in der Schule waren auch schon dabei, also das war eine sehr natürliche Entscheidung für mich. Das ist jetzt schon 17 Jahre her!“

Seitdem ist sie diesem Sport treu geblieben. Obwohl sie sich im Meer wohl fühlt, hat sie den Respekt vor den Elementen bewahrt. „Angst ist ganz normal und sogar wichtig, damit man nicht übermütig wird. Diese gesunde Angst überschreitet ich dann langsam, in Schritten.“ erklärt Joana. „Panik ist im Gegensatz dazu etwas ganz anderes. Das kann fatal enden.“ Joana Schenker ist dagegen ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es erfolgreich aufs Wasser gehen kann.

Bodyboarding

Joana liebt die Wellen © Pablo-Jimenes

Mehr von Friederike Hiller gibt es auch im Coastwriter zu lesen.

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