Ein Lotse muss fit genug sein, um per Strickleiter von der Barkasse an Bord eines riesigen Frachters zu klettern. © Bolte
Porträt

Wie rangiert man 24.000 Container im Hafen?

Jeder große Pott braucht zum Manövrieren und Anlegen im Hamburger Hafen einen Lotsen. Hafenlotse Götz Bolte kennt die Tücken des Jobs.

von
in
8 Minuten
Götz Bolte, Ältermann der Hamburger HafenlotsenGötz Bolte, Ältermann der Hafenlotsen © privatDann teilt die Geschäftsführung ein, wie viele Lotsen vor Ort gebraucht werden. Das geht immer reihum. Dienst ist von Dienstag bis Dienstag. Acht Tage wird gearbeitet, sechs Tage sind dann frei. Die Einsätze ballen sich zumeist zum Hochwasser alle zwölf Stunden, weil nur dann die großen Frachter mit viel Tiefgang herein- und herausfahren. Bolte erklärt: „Nach solch einer Ballung kann man lange aufs nächste Schiff warten.“ Er fügt mit verschmitztem Lächeln hinzu: „Das Warten gehört im Seemannsleben dazu: Die Hälfte seines Lebens wartet der Seemann vergebens.“

Erfahrung und Können

Station der Elblotsen im Hamburger Hafen
Die Station der Hamburger Hafenlotsen ist weithin sichtbar © Wildberg
___STEADY_PAYWALL___

Wehe, es weht

  • Lotsenbarkasse in Hamburg legt anDie Lotsenbarkasse holt das Personal von der Station ab und ... © Wildberg
  • Containerfrachter im Morgengrauen vor Hamburg... bringt es zu den Kunden. Die kommen aus dem Hafen oder von See elbaufwärts. © Bolte
  • Ein Hafenlotse klettert auf einen FrachterGroße Frachter haben oft eine Lotsenluke. Bis zur Brücke kann der Fußweg dauern. © Bolte
  • Lotse, Kapitän und Steuermann auf der BrückeAuf der Brücke ist der Lotse nur Ratgeber, verantwortlich bleibt allein der Kapitän. © Bolte
  • Blick aus der Brücke auf den Bug des ContainerfrachtersDie Ladung verstellt den Blick direkt nach vorn, das erschwert das Manövrieren. © Bolte
Elblotsenstation im Hamburger Hafen
Über der Uhr befindet sich eine Tidenanzeige © Wildberg
Hafen der Elblotsen mit Barkassen
Die Barkassen parken hinter der Landzunge © Wildberg

Rückwärts einparken


Gefahren wird bis in den Reiherstieg, „ganz weit in die ‚Eingeweide‘ des Hafens, oder auch bis Harburg 1. Da ist man besonders bei Ebbe schon eine ganze Zeit unterwegs“, so Bolte. Zu den anderen Terminals gibt es auch einen Hol- und Bringdienst mit dem Taxi. Was zur Zeit schwierig sei, weil es zu wenig Taxen gäbe. Auch die Ortskundeprüfungen, die eigentlich verlangt wird, sei bei vielen entfallen. „Dann suchen die.“

Die Hafenlotsenbrüderschaft ist eine autonome Behörde
Die Hafenlotsenbrüderschaft ist eine autonome Behörde © Wildberg

Hafenlotse ist nicht gleich Elblotse

Freizeitkapitäne, aufgepasst!

Zentrale der Elblotsen im Hamburger Hafen
In der Kommandozentrale der Hafenlotsen hat der diensthabende Wachführer den Überblick © Bolte

Der lange Weg zum Ältermann


Während einer Segeltour auf einem Dreimastgaffelschoner von Elsfleth aus lernt er einen Schiffsmechaniker kennen. Diese Begegnung hat ihn dazu inspiriert, zunächst bei einer Reederei aus Elfsfleth eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker, später bei der Hamburg Süd zu beginnen. Die Seefahrtschule hat er in Hamburg besucht und dort sein Patent gemacht. Heute lebt er in der Hansestadt.

Beschriftung auf einer Lotsenbarkasse
Jede Barkasse trägt den Namen Lotse und die internationale Bezeichnung Pilot © Wildberg
Lotsenbarkasse auf dem Weg zum Schiff
Die Barkassen bringen die Hafenlotsen zum Schiff und holen sie auch wieder ab © Wildberg

Wie wird man Ältermann?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.