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Donald Crowhurst im Dokumentarfilm Deep Water © youtube
Update Golden Globe Race

Männer, die Meer wollten

Beim Golden Globe Race 1968 wurde Donald Crowhurst zum tragischen Segel-Hochstapler. Vor 51 Jahren brach er zur Weltumrundung auf.

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Im Oktober 1968 startete Donald Crowhurst zum Golden Globe Race, der seinerzeit spektakulärsten Weltumseglung – einhand, gesponsert von einer Tageszeitung. Bei der Regatta solo um die Welt, bei der die Teilnehmer nicht gleichzeitig starten mussten, überquerte er die Startlinie als Letzter, am 31. Oktober 1968. Die Weltumseglung, die unter spektakulären Umständen organisiert worden war, sollte für den Briten tragisch enden.

Wer sich damals wochen- oder gar monatelang ohne Zwischenstopp alleine auf hohe See wagte, sich dabei nervtötender Einsamkeit und brachialen Elementen aussetzte, dem wurde von der einen Seite bedingungslose Hochachtung, Anerkennung und Verehrung entgegengebracht. Bei allen anderen ernteten die Segler nur verständnisloses Kopfschütteln.

Das Rennen polarisiert bis heute wie kaum eine andere Regatta: Sie sei die „Mutter aller Rundum-Regatten“, das wohl „wichtigste Hochsee-Rennen aller Zeiten“, gilt aber auch als „unverantwortlichste Schwachsinn, der jemals zur See organisiert wurde“.

Vom Segeln keinen blassen Schimmer

Der Erste, der beim Golden Globe Race Segel setzte, war John Ridgway am 1. Juni 1968. Eine Woche später startete Chay Blyth, der spätere Sieger Robin Knox-Johnston am 14. Juni. Wie elementar schlecht sich manche Teilnehmer auf die lange Reise vorbereitet hatten, machten gleich zu Beginn Blyth und Ridgway deutlich. Chay Blyth hatte sich zwei Jahre zuvor einen Namen gemacht, als er in einem Sechs-Meter-Boot über den Atlantik ruderte.

Nun zeigte sich gleich nach dem Start, dass er vom Segeln keinen blassen Schimmer hatte. Freunde von ihm hatten das Boot aufgetakelt und die Segel gesetzt, eine Stunde vor dem Ablegen erklärte man „trocken“ Grundlegendes wie Halse und Wende, die er dann kurz nach dem Start erstmals in seinem Leben ausführte. Dieselben Freunde segelten anschließend auf ihrem Boot vor ihm her und machten ihm die Manöver vor.

Von der Einsamkeit übermannt

Oder Ridgway: schon eine Woche nach dem Start übermannte ihn förmlich die Einsamkeit des Einhandseglers. Außerdem traute er seinem Boot, das an allen Ecken und Enden knarzte und leckte, schon nach ein paar Tagen kaum noch „über den Weg“. Auf Höhe Madeira traf er sich auf See mit einem Kumpel, der ihm Post „von den Lieben daheim“ und eine Sunday Times überreichte. Darin las er einen Artikel, in dem klargestellt wurde, dass die Teilnehmer während des Golden Globe Races keine „Post“ von außen annehmen dürfen.

Eine der wenigen Regeln dieses Rennens war damit gebrochen! Als der Postdienst bekannt wurde, disqualifizierte man Ridgway. Der fühlte sich zwar schlecht behandelt, setzte seine Reise aber dennoch bis Ende Juli fort. Später nahm man an, dass die ganze Post-Aktion von ihm inszeniert war, um einen triftigen Grund zum „Ausstieg“ zu finden.

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Wer Kontakt zur Außenwelt aufnahm, wurde disqualifiziert © Youtube

Ende Juli waren Blyth und Knox-Johnston schon weit südwärts in den Atlantik vorgedrungen. Knox-Johnstons Boot wirkte mit Unmengen Dosen-Nahrung an Bord deutlich überladen, war aber dennoch relativ flott unterwegs. Im Juli meldete Knox-Johnston erstmals Probleme mit der Kiel-Aufhängung, in deren Bereich literweise Wasser in das Schiff eindrang.

Blyth hatte ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen. Sein Boot kam mit aufgewühlter See nur schlecht zurecht und machte reichlich Wasser. Mitte August nahm Blyth die Hilfe der Crew eines vorbeifahrenden Handelsschiffes an: Techniker brachten seinen Generator wieder zum Laufen und der Smutje versorgte den Einhandsegler mit reichlich Frischproviant. Das war nicht erlaubt.

Kaum wurde diese (damals noch sehr, sehr seltene) Begegnung auf See bekannt, wurde Blyth disqualifiziert. Blyth segelte noch weiter bis zum Kap der Guten Hoffnung (immerhin!), musste aber nach einem Sturm einsehen, dass er wohl niemals durch den Southern Ocean kommen würde… und gab auf.

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Bernard Moitessier auf der Joshua © Youtube

Der Geheimnisvolle

Am 22. August stachen die beiden befreundeten Franzosen Bernard Moitessier und Loick Fougeron mit ihren Booten von Plymouth aus in See, kurz darauf gefolgt von King. Und Nigel Tetley brachte am 16. September einen vielversprechenden Trimaran ins Rennen, auf dem er zuvor jahrelang mit seiner Frau gelebt hatte.

Moitessier hatte sein Stahlschiff „Joshua“ mittels einiger Umbauten, vor allem aber durch Verzicht auf „völlig unnötiges Inventar und Mobiliar“ (Moitessier) deutlich leichter gemacht. Aufgrund seines Törns von der polynesischen Südsee bis nach Frankreich, den er mit seiner Frau zuvor gesegelt war, galt er in der Yachtie-Szene als DER Favorit in diesem Rennen um die Welt. Doch sein geheimnisvoll anmutender Charakter, seine strikte Ablehnung von allem, was irgendwie mit Kommerz und Publicity zu tun hatte und seine fast schon spirituelle Bindung zur See machten ihn auch zu einem völlig unberechenbaren Faktor.

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Colin Firth als Crowhurst mit dem selbst entworfenen Trimaran © Youtube

Vorhang auf für Donald Crowhurst

Mittlerweile waren also die meisten eingeschriebenen Teilnehmer unterwegs, während andere noch nicht einmal ihr Boot fertig gebaut hatten. Der Elektro-Ingenieur Donald Crowhurst hatte relativ früh seine Teilnahme am Golden Globe Race zugesagt und sah in dem Rennen um die Welt seine ultimative Chance, die finanziell äußerst prekäre Lage seiner Firma, die eine selbst entwickelte Funk-Navigationshilfe für Segler vertrieb, aus der tiefroten Verlustzone zu manövrieren. Der Familienvater Crowhurst hatte sich für den Bau eines neuen Trimarans, mit dem er den Geschwindigkeitsrekord brechen wollte, tief verschuldet und ein Darlehen auf sein Haus und seine Firma aufgenommen.

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Der Schönwettersegler Crowhurst startet © Youtube

Crowhursts Trimaran wurde am 23. September in Norfolk zu Wasser gelassen. Um zu seinem Startort Teignmouth für letzte Vorbereitungen zu gelangen, segelte Crowhurst stante pede los. Der erklärte Daysailor, der niemals eine Nacht auf See verbrachte hatte, veranschlagte drei Tage für die Jungfernfahrt und brauchte 13. Denn weder er noch sein Trimaran kamen mit den Kreuzkursen in der kabbeligen See des Ärmelkanals zurecht. Der Überführungstörn geriet zu einem Desaster und zu einer Art Vorahnung für das, was Crowhurst noch erwarten sollte.

Untauglich für die Weltumsegelung

Am 31. Oktober, dem letztmöglichen Starttag, segelte Moitessier bereits 1.100 Seemeilen östlich von Kapstadt und Knox-Johnston 4.000 Seemeilen weiter vor Australien, Tetley lag auf Höhe von Trinidad. An diesem Tage startete Crowhurst unter der Anteilnahme Tausender Fans – Crowhurst hatte sich einen Journalisten als PR-Berater „ins Boot“ geholt – und der Italiener Alex Carozzo überquerte pro forma seine Startlinie, um gleich darauf in der nächsten Bucht vor Anker zu gehen. Dort bastelte der vorherige OSTAR-Teilnehmer ohne fremde Hilfe weiter an seinem Boot, das er für „noch nicht weltumseglungstauglich“ erklärt hatte.

Schon Mitte November hatte Crowhurst gewaltige Probleme an Bord seines Trimarans. Die hastig zusammengestellte Ausrüstung erwies sich als lückenhaft und mittlerweile bereits notwendig gewordene Reparaturen konnten mangels Werkzeug nicht ausgeführt werden. Crowhurst war sich im Klaren darüber, dass er es mit dem Trimaran niemals durch den Southern Ocean schaffen würde. Das Rennen abzubrechen kam für ihn nicht in Frage, da das die finanzielle Pleite bedeutet hätte und seine Familie in den Ruin stürzen würde. Also segelte er ohne Plan und Lösung weiter.

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Crowhurst erkennt seine Lage © Youtube

Auch Carozzo startete schließlich Richtung Süden, musste aber schon auf Höhe Porto/Portugal das Rennen aufgeben, nachdem er Blut erbrochen hatte. Später diagnostizierte man bei ihm ein Magengeschwür, das er sich ganz offensichtlich in der Hektik seiner späten Vorbereitung zugezogen hatte.

An „Halloween“ gerieten King und Fougeron auf Höhe Tristan de Cunha in einen verheerenden Sturm. Der Franzose kenterte, hatte zwar nur geringe Schäden zu verbuchen, war danach mental aber so angeschlagen, dass er aufgab. Dem Briten erging es noch übler: Er kenterte durch, verlor dabei seinen Mast und gab ebenfalls auf. Somit waren (offiziell) nur noch vier Teilnehmer im Rennen: Knox-Johnston, Moitessier, Tetley und Crowhurst.

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Crowhurst sendet falsche Positionen © Youtube

Weltrekorde und Lügengeschichten

Anfang Dezember 1968 gingen Aufsehen erregende Meldungen bei der Regattaleitung ein. Crowhurst gab ein Tagesetmal (von Mittag bis Mittag zurückgelegte Seestrecke) von 243 Seemeilen an, was damals einem Weltrekord gleich kam. Tatsächlich lieferte der Einhandsegler Fake-Positionen und übertrieben optimistisch Routenangaben, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatten.

Crowhurst war sich, noch irgendwo im nördlichen Atlantik unterwegs, klar geworden, dass er niemals vor dem gefährlichen Winter an der Südhalbkugel ankommen würde. Außerdem wuchsen ihm die technischen Probleme – Leckagen, mangelhaft funktionierende Selbststeueranlage – über den Kopf. Irgendwann beschloss er, im südlichen Atlantik unter Angabe falscher Positionen auf die ersten Konkurrenten „zu warten“, bis diese Kap Hoorn runden würden, damit er sich vor ihnen einreihen könne.

Später stellte sich heraus, dass Crowhurst zwei Logbücher führte: ein echtes und eines mit falschen Angaben, das ihn zumindest auf dem Papier und in seinen Träumen um die Welt begleitete. Außerdem lief er im März des nächsten Jahres für zwei Tage einen kleinen Fischereihafen am Rio de la Plata in Argentinien an, um dort zahlreiche Lecks an seinem Trimaran zu reparieren.

Vor Cap Hoorn
Moitessier umrundet Cap Hoorn © Moitessiers

Keine Lust auf Rummel

Während der eine Segler an seiner Legende bastelte, wurde einem anderen so etwas wie Unsterblichkeit zuteil. Bernard Moitessier segelte „wie auf Schienen“ mit teils faszinierenden Tagesetmalen (über 180 Seemeilen) um den Globus. Dabei ging für den Franzosen, der nahezu sein gesamtes Leben auf Booten und Yachten verbracht hatte, keineswegs alles glatt. Am 20. Oktober wollte er unweit des Kaps der Guten Hoffnung einem Frachter Film- und Fotomaterial übergeben, als sein Bugspriet von dem Handelsschiff zerstört wurde. Wenige Tage später geriet Moitessier in einen Sturm, bei dem er kenterte, aber keine größeren Schäden am Boot davon trug.

Golden Globe Race
Der segelnde Yogi Moitessiers

Wochen und Monate später, im Southern Ocean, macht er nahezu mystische Erfahrungen mit der Einsamkeit auf See. Er praktiziert exzessiv Yoga-Atemübungen und meditiert stundenlang zwischen zehn Meter hohen Wellenbergen. Nachdem er schließlich Kap Hoorn gerundet hatte, entschloss sich der „Yogi der See“ dazu, nicht weiter nördlich zu segeln. Als vermeintlichen Sieger des Golden Globe Race hatte man ihm, obwohl noch Tausende Meilen entfernt, bereits ein gewaltiges Empfangskomitee in Aussicht gestellt. Zehntausende würden seine Ankunft feiern, Dutzende TV-Stationen sollten übertragen, die französische Marine wollte ihn auf den letzten Tagen mit Kriegsschiffen begleiten.

Wo es immer warm ist, die Menschen noch Menschen sind und überhaupt das Leben lebenswert bleibt!

Was Moitessiers Lust auf Heimkehr nicht gerade vergrößerte – im Gegenteil. Mit einem lapidaren Funkspruch verabschiedete sich die lebende Legende aus dem Rennen, segelte weiter ostwärts, kreuzte seinen Kurs auf Höhe Südafrika, durchquerte erneut die Brüllenden Vierziger, den Southern Ocean, um schließlich in seiner geliebten polynesischen Südsee zu landen. Dort „wo es immer warm ist, die Menschen noch Menschen sind und überhaupt das Leben lebenswert bleibt“. Mit insgesamt 37.455 Seemeilen setzte er einen neuen Rekord für den längsten Nonstop-Einhand-Törn. Sein Buch „Der verschenkte Sieg“, in dem er seine Abenteuer und Gedanken während dieses epischen Törns wiedergab, avancierte später zu einem internationalen Bestseller und gilt bis heute als eines der wichtigsten Seefahrtsbücher aller Zeiten.

Crowhurst lauert im Atlantik

Im Januar 1969 begann man sich Sorgen um Robin Knox-Johnston zu machen. Vor Neuseeland hatte er noch einem Reporter der Sunday Mirror ein Interview auf Hoher See gegeben, doch seitdem streikte sein Funksender. So segelte Knox-Johnston den gesamten Southern Ocean ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt ab und rundete – zunächst unbemerkt – am 17. Januar Kap Hoorn.

Tetley ließ das berüchtigte Kap am gleichen Tag hinter sich, als Moitessier offiziell aus dem Rennen schied. Er war der erste Mensch, der das Kap auf einem Trimaran rundete. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte: Crowhurst wartete irgendwo im Atlantik.

Im März begab man sich offiziell auf die Suche nach Knox-Johnston. Nato-Flugzeuge fahndeten nach ihm unweit der Azoren, doch ohne Resultat. Am 6. Mai wurde Knox-Johnston von der Besatzung eines Tankers gesichtet, als mit seiner Lampe Morsekontakt aufnahm. Nur noch 1.200 Seemeilen war der Brite auf seiner „Suhaili“ vom Ziel entfernt, womit der Sieger der Golden Globe Trophäe feststand. Und Tetley könnte die schnellste Weltumseglung auf seinem Trimaran schaffen.

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Knox-Johnston erreicht seinen Starthafen Falmouth © PPL

Am 22. April erreichte Knox-Johnston schließlich seinen Starthafen Falmouth. Nach 312 Tagen und im Gegensatz zum schnelleren Chichester tatsächlich nach einer Nonstop-Reise, bereiteten ihm die Briten einen denkwürdigen Empfang. Was konnte eine segelbegeisterte Nation auch mehr erwarten? „First Ship Home“ trägt die britische Flagge und der vermeintlich schnellste Weltumsegler Nigel Tetley – wiederum ein Brite – dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Tragisches Finish

Doch dann funkte Crowhurst nach langer Sendepause, dass er kurz vor Kap Hoorn segle. Was ihn aufgrund der späteren Abfahrtszeit gefährlich nahe an Tetley heranbrachte. Der spürte Crowhurst förmlich im Nacken und begann sein Boot – das im Southern Ocean stark gelitten hatte – hart zu pushen. Einer seiner Schwimmer drohte abzufallen, außerdem pumpte Tetley täglich hektoliterweise Wasser aus seinen lecken Rümpfen.

Am 20. Mai holte ihn schließlich ein Sturm ein, der ihm zum Verhängnis wurde: Der Schwimmer brach ab, riss ein riesiges Leck in den Hauptrumpf und der Trimaran sank innerhalb einer halben Stunde. Tetley konnte noch ein Mayday absetzen, das prompt von einem Schiff in der Nähe gehört wurde. Wenige Stunden später wurde der Einhandsegler von seiner Rettungsinsel geborgen. Nur 1.100 Seemeilen trennten ihn vom Ziel.

Golden Globe Race
Crowhurst fällt in eine tiefe Depression © Youtube

Weg frei also für Donald Crowhurst auf seinem Trimaran, um sich die ersehnte Prämie für die schnellste Weltumseglung zu sichern? Als der Fake-Segler erfuhr, dass ihm die schnellste „Weltumrundung“ sicher war, fiel Crowhurst in eine tiefe Depression, wenn nicht sogar geistige Umnachtung. Sein PR-Berater schilderte ihm über Funk, was für ein berauschender Empfang ihm bereitet würde, die Sunday Times wollte ihm sogar einen Hubschrauber entgegen schicken, damit er Film- und Tonbandmaterialien rechtzeitig zum Redaktionsschluss übergeben könne.

Crowhursts wurde zum personifizierten schlechten Gewissen, seine Aufzeichnungen der letzten Wochen waren wirr und kaum verständlich. Am 1. Juli 1969, 243 Tage nach Beginn seines Törns, und am errechneten Tag seiner Ankunft, sprang er irgendwo im Nordatlantik über Bord und nahm sich das Leben.

Epilog und Neuauflage

Knox-Johnston stiftete den Preis für die schnellste Weltumseglung, der ihm nun ebenfalls zuerkannt wurde, den Hinterbliebenen von Donald Crowhurst. 2018 kam unter dem Titel „The Mercy“, zu deutsch „Vor uns das Meer“ die tragische Geschichte ins Kino – mit Colin Firth in der Hauptrolle.

Nigel Tetley wurde Jahre später tot in einem Wald hängend aufgefunden. Die ermittelnde Polizei ging jedoch nicht von Selbstmord aus, sondern von einer missglückten Sado-Maso-Praktik. Die Umstände von Tetleys Tod wurden nie vollständig aufgeklärt.

Das Golden Globe Race wurde nicht wiederholt, inspirierte aber andere Veranstalter: 1982 startete erstmals das BOC Challenge Race (einhand nonstop um die Welt), das alle vier Jahre abgehalten wurde. Auch die Vendée Globe gilt als einer der GGR-Nachfolger.

Am 1. Juli 2018 starteten zum 50. Jubiläum des Golden Globe Race wiederum Einhandsegler auf Booten, die vor 1988 entworfen wurden und nicht länger als 11 Meter sein dürfen, zu einer Solo-Nonstop-Weltumrundung. Auf den 30.000 Meilen durften die Segler keine Hilfe Dritter beanspruchen und keine elektronischen Navigationshilfen oder Wetterinformationen benutzen.

Die Neuauflage des Golden Globe Race verlief chaotisch und dramatisch, doch keiner der Teilnehmenden bezahlte die Reise mit dem Leben. Den Sieg trug der älteste Segler im stark dezimierten Regattafeld davon: Jean-Luc Van den Heede. Der Franzose hätte auch bereits beim Golden Globe Race 1968 teilnehmen können. Von Robin Knox-Johnston stand, gut 50 Jahre später, am Pier, um dem Sieger seine Reverenz zu erweisen.

Hier ist der eineinhalbstündige Dokumentarfilm Deep Water über Donald Crowhurst von 2006.

2 Kommentare

Christoph Kämper /

Toller Text, danke! Ergänzung: Ridgway und Blyth sind 1966 zusammen über den Atlantik gerudert.

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