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Während Leo eine Auszeit nimmt, arbeitet die Crew weiter © Leo Sampson
Refit-Projekt

Mastpartner und Leos kleine Auszeit

Leo nimmt eine Auszeit und segelt an der Ostküste. Pete, Richard und Rowan arbeiten weiter an Deckskonstruktion und den Schotten.

von
Tommy Loewe
in
3 Minuten

Über Jahre hat Leo Sampson keinen Urlaub mehr gemacht. Der 1909 gebaute Albert-Strange-Cutter „Tally Ho“, den er mit Volunteers und einem festem Bootsbauer in seinem Refit-Projekt neu aufbaut, lässt ihm keine Ruhe. Jetzt nahm er die Gelegenheit wahr, einer Freundin bei der Überführung einer modernen 60-Fuß-Yacht von New York nach Annapolis zu helfen.

Gut, um ein bisschen Abstand zu gewinnen und die Kasse aufzubessern. Doch bevor er endlich mal wieder aufs Meer kommt, steht noch ein wichtiger Arbeitsschritt an.

Mastpartner geben dem Mast halt

Um den Mast, der durch das Deck bis auf den Kiel geht, sicher in Position zu halten, wird zwischen den verstärkten Decksbalken ein dicker Eichenklotz eingepasst. Man nennt es die Mastpartner. Normalerweise ist der Klotz aus zwei Stücken hergestellt, daher der Plural.

Der Klotz ist groß und schwer und muss mit mehreren Schmiegen genau in die Fräsungen an den Decksbalken eingepasst werden. Unten hohl ausgehobelt, passt er sich dem Deck an. Die geschwungenen Enden brechen die Kanten und geben ihm ein gefälliges Aussehen. Der Mast wird durch ein Mittelloch darin gesteckt und mit Keilen fixiert, damit er wirklich fest steht.

Viel Arbeit, bevor das Deck liegt

Die ganze Deckskonstruktion erfordert viele Extra-Arbeiten, bevor die eigentlichen Decksplanken gelegt werden können. Das Nadelholz dafür hat Leo schon in Kanada gekauft. Aufgrund eines Handelsstreits – dem Softwood Lumber Dispute – zwischen Kanada und USA muss er als Privatmann dafür einen sehr hohen Einfuhrzoll zahlen. Daher sucht er eine Firma mit einem Annual Customs Bond, also einer Zollbürgschaft, die das Holz für ihn importieren kann.

  • Leo SampsonRowan und die Schottleiste © Leo Sampson
  • Leo SampsonPete und die Hartholzumleimer © Leo Sampson
  • Tally HoKöpfe schmieden © Leo Sampson

Von den Decksschlingen (das sind die Längsverbindungen zwischen den Decksbalken), auf denen nachher das große Skylight ruht, bis zu den Balkwegern zieht Pete auf jeder Seite zwei Zugstangen aus Bronze ein. Sie sorgen für größere Festigkeit.

Dafür hat er eine Bohrschablone gebaut. Die Stangen (die „Tie Rods“) bekommen jeweils auf einer Seite ein Gewinde und auf der anderen Seite einen geschmiedeten Kopf. Pete braucht den großen Hammer, um sie einzuschlagen.

Die oberen Hirnholzenden der Schotten werden mit einer aufgeleimten Hartholzleiste davor geschützt Wasser aufzusaugen. Und die Schotten selbst werden mit einer weiteren Leiste an den Decksbalken befestigt, einer von Rowans ersten stolzen Bootsbauerjobs. Er kommt langsam rein.

Auch Profis machen mal einen Fehler

Richard, der alte Hase, hat sich doch vertan bei seinen Kettenkastenschotten. Er muss ein Schott wieder ausbauen. Zum Glück war es noch nicht verleimt. So arbeiten sie alle vor sich hin, und die Tally Ho geht jeden Tag einen Schritt weiter der Vollendung entgegen.

Taly Ho
Richard hat das Kettenkasten-Schott zu früh gesetzt © Leo Sampson

Leider war die Auktion des Dinghis ein Flop. Der Höchstbietende hatte 10.400 US-Dollar geboten. Freudig hat Leo seine Spende an rockingtheboat gemacht, dann kam der Rückschlag: Dem potenziellen Käufer war nicht klar, dass er das Boot aus Port Townsend abholen musste. Auch der Bieter mit dem zweithöchsten Angebot ist nicht mehr aufzutreiben.

Pech für Leo Sampson bei der Dinghi-Auktion

Leo bleibt natürlich bei seinem Versprechen gegenüber Rocking the Boat, und so sitzt er mit einem Minus von 5.200 Dollar da. Und das Dinhgi liegt nach wie vor in der Halle. Er möchte es nicht über Ebay anbieten, und so hat er ein Angebot auf Craigs List gesetzt. Der Holzkauf für die Masten muss wohl noch warten.

  • Tally HOSkipperin Emma © Leo Sampson
  • Tally HoEntspanntes modern yachting © Leo Sampson
  • Tally HoEntspanntes modern yachting © Leo Sampson

Das alles kann Leo Sampon aber nicht aus der Ruhe bringen. Er setzt sich in den Flieger und düst nach New York City. Von dort aus verbringt er eine sorgenfreie und bezahlte Woche mit Skipperin Emma und zwei Mitseglern auf der Luxusyacht offshore New Jersey und in der Chesapeake Bay. Das gibt ihm neue Kraft für sein Tally-Ho-Projekt.

Kleine Schritte

Viel ist nicht passiert in den letzten drei Wochen. Zwei Tage sind alleine mit dem Transport des restlichen Holzes aus Sequim draufgegangen. Es geht mit kleinen Schritten voran, doch das Team ist zufrieden.

Und wieder mal verabschiedet sich Leo dankbar von seiner Fan-Gemeinde: „I feel so lucky and privileged to do this project“, sagt er. Und wie immer: „Thanks a lot and see you next time“.

Wer Leo Sampsons Refit-Projekt unterstützen möchte, folge diesem Link.

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