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Auf zu neuen Ufern: Bella Boats ist jetzt schwedisch © Sami Tirkkonen Auf zu neuen Ufern: Bella Boats ist jetzt schwedisch © Sami Tirkkonen
Werftübernahme

Nimbus kauft Bella Boats

Der finnische Bootsbauer Bella vollzieht den Generationswechsel und bekommt schwedische Eigner. Auch die Falcon-Aluboote gehören jetzt zu Nimbus Sweden.

Stefan Gerhard
von in
2 Minuten

Der schwedische Bootsbauer Nimbus Boats Sweden AB hat am 28. November 2018 alle Anteile an Bella-Veneet Oy erworben. Das wurde heute bekannt. Die Produktionsanlagen des finnischen Bootsbauers sind nicht Teil dieser Transaktion. Raimo Sonninen, der Gründer der Bella-Werft, wird die Immobilien erwerben und langfristig an die Bella-Veneet Oy vermieten, heißt es in einer Mitteilung der Werft.

Das Bootsgeschäft von Flipper Marin, als Marke zuvor von Bella übernommen worden, wird ebenfalls auf Nimbus Boats Sweden AB übertragen. Alle Mitarbeiter werden vom neuen Eigentümer übernommen, heißt es. Mit der Übernahme geht, nach den Verkauf von Buster Boats an Yamaha, eine weitere finnische Werft in ausländische Hände.

Raimo Sonninen

Gibt ab: Raimo Sonninen © Kerstin Zillmer

Werftgründer geht nach 48 Jahren

Bella-Veneet Oy wird seit 1970 von Raimo Sonninen geführt. Das Unternehmen verfügt über drei Werke in Kuopio und eines in Luoto. Rund 150 Mitarbeiter fertigen dort GFK-Boote der Marken Bella, Flipper und Aquador. Der Exportanteil beträgt 78 % der Bootsproduktion. Boote von Bella sind in 25 Ländern auf dem Markt.

Seit zwei Jahren stellt die Werft unter dem Markennamen Falcon auch Aluminium-Boote her. Die Falcon BR 7 wurde vergangene Woche beim Best of Boats Award als bestes Motorboot des Jahres 2018 für Einsteiger ausgezeichnet.

Best of boats Award

Gewinnt: Bestes Anfängerboot 2018: die Falcon BR 7 © Messe Berlin

Nimbus kauft kontinuierlich zu

Nimbus Boats feierte in diesem Jahr das fünfzigste Jahr seiner Gründung. Neben der Marke Nimbus entwickelt, produziert und verkauft das nahe Göteborg ansässige Unternehmen auch die hinzukauften Marken Alukin und Paragon Yachts. Das Unternehmen beschäftigt an diversen schwedischen Produktionsstandorten 145 Mitarbeiter. Einige Modelle werden auch in Polen produziert.

Mit dem Start der Weekender-Serie spricht der Traditionshersteller seit kurzem bewusst ein jüngeres Publikum an. Für seine Motoryachten hat Nimbus als eine der ersten Werften auf Elektromobilität mit Motorensystemen von Torqeedo und BMWi gesetzt. Die private schwedische Investmentgruppe R12 kaufte Nimbus 2012 aus der Insolvenz und startete die Werft neu. Das Credo seinerzeit lautete, nicht auf Expansion um jeden Preis zu setzen.

Im Nimbus-Entwicklungsbüro

Im Nimbus-Entwicklungsbüro © Kerstin Zillmer

Starke Händlerstruktur

Der Exportanteil von Nimbus beträgt 70% der Produktion. Etwa die Hälfte des Umsatzes von knapp 50 Millionen Euro erzielen die eigenen Handelsniederlassungen, die andere Hälfte unabhängige Händler. In Deutschland vertreiben Boote Polch und Nautic Yachting die Nimbus-Marken. Ob sich die Händlerstruktur für Bella, Flipper und Aquador sowie die Alubootmarke Falcon Boats ändert, darüber wurde zunächst nicht bekannt.

„Schon seit einiger Zeit spürt man ein Umdenken bei der Werft“, heißt es zum Verkauf von den Berliner Bella-Händlern Marco und Susan Schütze. „Die Erneuerung der kompletten Flipper-Linie war ein phänomenaler Schritt in Richtung modernes, junges, sportliches Design. Dann folgten die Bella-Modelle, die Aquador 35 und erstmalig die Produktion von Alu-Booten. Die Werft hat sich also schon vor einiger Zeit auf den Weg in ein neues Zeitalter begeben.“ Man sei sehr gespannt darauf, welche innovativen Veränderungen dieser Generationswechsel den vier Bella-Marken beschere.

Nimbus W9

Die neue Nimbus W9 © Werft

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