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Das Offshore Team Germany tritt in sechs Wochen erstmals beim Ocean Race Europe an © OTG
Offshore-Segeln

Offshore Team Germany startet beim Ocean Race Europe

Endlich tritt wieder ein deutsches Team beim Ocean Race an. Das Offshore Team Germany OTG geht in sechs Wochen in Lorient an den Start.

von
Kerstin Zillmer
in
3 Minuten

Schon lange erwartet, kam heute endlich die Meldung. 20 Jahre nach dem Sieg der „Illbruck“ beim Volvo Ocean Race 2001/02 geht erstmals wieder ein deutsches Team an den Start. Das Offshore Team Germany (OTG) startet am 29. Mai in Lorient (Frankreich) zur ersten Regatta von „The Ocean Race Europe“. Hier wollen sich die Deutschen und Robert Stanjek als Skipper mit der internationalen Offshore-Szene aus den Klassen Imoca und VO65 messen.

Das Drei-Etappen-Rennen führt mit vier Zwischenstopps, unter anderem in Portugal, bis nach Genua an der ligurischen Küste in Italien. Das Rennen ist für die Klasse Imoca Open 60 nach der Vendée Globe der Start ins Team-Segeln. Und es ist eine Vorbereitung auf das „große“ Ocean Race rund um die Welt, das dann im nächsten Jahr starten soll.

Offshore Team Germany
Der erste Auftritt in der Champions League des Offshore-Segelns © OTG

Neun Jahre hat es für Robert Stanjek gebraucht

„Ich freue mich, dass es jetzt tatsächlich real wird und endlich losgeht“, sagt Robert Stanjek, der nach seiner Olympia-Teilnahme 2012 im Starboot zum Hochseesegeln gewechselt war. Nun beginnt er seine zweite Segel-Karriere mit dem Offshore Team Germany. Neun Jahre hat es gebraucht, bis sich sein Traum nun erfüllen wird, mit einem deutschen Team an den Start zu gehen. „Uns ist sehr bewusst, dass wir das Rookie-Team sind“, sagt er. „Aber wir werden alles geben und den anderen einen harten Wettkampf liefern.“

„Was für ein großartiger Moment. Wir haben vor fünf Jahren angefangen, an diesem Projekt zu arbeiten“, sagte Jens Kuphal, der Teammanager des OTG, nach der Meldung. Die Kampagne auf die Beine zu stellen war harte Arbeit, besonders auch unter Corona-Bedingungen. „Mit der Teilnahme am Fastnet-Race 2019 hat das gesamte Team die erste Bewährungsprobe bestanden. Aber wir mussten im Pandemie-Jahr 2020 auch erleben, dass die Entwicklung eines solchen Projekts nicht immer nur von einem selbst abhängt“, so Jens Kuphal. „Umso glücklicher sind wir, dass es jetzt tatsächlich an den Start gehen wird.“

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Offshore Team Germany
Das OTG hat die erste Bewährungsprobe beim Fastnet bestanden © OTG

Die Vielzahl an Aufgaben, die für eine Teilnahme am The Ocean Race gestemmt werden mussten, war dem Vorstandsmitglied des Berliner Yachtclubs zu Beginn nicht klar gewesen. Die Organisationsaufgaben seien immens. Und gerade dem internationalen Netzwerk komme eine große Bedeutung zu. Ohne gehe es in diesem Sport gar nicht, so Jens Kuphal. Bis diese Verbindungen stehen, dauere es einfach seine Zeit, so der Teammanager. „Aber wir haben schon das Gefühl, inzwischen in der Imoca-Szene angekommen zu sein.“

Im Wind der Vendée Globe

Mit dem Warten hat es ein Ende, auch für Michael End, den CEO des Offshore Team Germany. Er sagt nach der Entscheidung, am Ocean Race Europe mit dem OTG teilzunehmen: „Unsere erste Mission, an die Startlinie zu kommen, ist erfüllt. Wir stehen für das Projekt Made in Germany und wollen diese Idee bei diesem Rennen präsentieren.“ Dass die Corona-Pandemie die Möglichkeiten der Sponsoren-Gewinnung nicht vereinfacht hat, sei nicht zu leugnen, sagte er.

Die mediale Wirkung, die von der gerade abgeschlossenen Vendée Globe ausging und die der große Erfolg von Boris Herrmann, dem Sieger der Herzen, dem Offshore-Segeln in Deutschland gebracht hat, will auch das Offhsore Team Germany nutzen. „Wir nehmen durch die Vendée Globe natürlich die gesteigerte Aufmerksamkeit wahr“, so End.

Die Crew wird neben den beiden Deutschen Robert Stanjek und Phillip Kasüske, der im letzten Jahr  seine Olympiapläne begrub (nachzuhören in den float Originals), auch mit internationalen Seglerinnen und Seglern besetzt. Denn mindestens zwei Frauen an Bord sind inzwischen auch beim Ocean Race Europe das Pflichtprogramm. Mit der zweimaligen britischen Weltumseglerin Annie Lush bekommt das Team viel Erfahrung ins Team. Auf der Navigator-Position will das OTG ebenfalls Personal mit Weltumsegelung-Erfahrung verpflichten.

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Die Einstein nach einem umfangreichen Refit © Felix Diemer / OTG

Die „Einstein“ tritt an

Jetzt sind auf der „Einstein“, die das Team 2017 erwarb, intensive Trainingseinheiten in der Biskaya geplant. Dann beginnt die konkrete Vorbereitung auf das Rennen. Die Imoca 60 war ehemals vom spanischen Rennstall „Acciona“ für die Vendée Globe 2012/13 gebaut worden. Seitdem war sie nie wieder im Rennen.

Nach einem umfangreichen Refit kehrt sie nun unter deutscher Flagge zurück ins Offshore-Racing. „Wir haben bis hierher unsere Hausaufgaben gemacht, müssen das Schiff aber nach der langen Ruhephase und der technischen Überprüfung zum Anfang dieses Jahres noch genau prüfen“, gibt Stanjek zu Bedenken.

Mit nur vier Segler*innen an Bord wird es besonders auf ein gutes Schichtsystem ankommen. Details gilt es noch zu erproben. In jedem Fall wird es auch für die anderen Teams sehr spannend. Denn es ist das erste sportliche Aufeinandertreffen der Imoca-Racer mit der Ocean-Race-Welt. Boris Herrmann wird übrigens nicht mit dabei sein. Sein Schiff ist verkauft, und er hat vorerst andere Pläne.

„Viele Augen werden sich auf uns richten“, sagt Robert Stanjek. Trotz seiner Olympia-Karriere ist der 39-jährige Berliner extrem gespannt. „Es ist unser erster Auftritt in der Champions League des Offshore-Segelns!“

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