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Seekarte erfühlen: So begreifen Blinde einen Kurs © SRSV Seekarte erfühlen: So begreifen Blinde einen Kurs © SRSV
Inklusives Segeln

Sie fühlen Wind und Welle

Inklusion geht auch im Wassersport: Der Schüler-Ruder- und Segelverein in Plön ermöglicht Sehbehinderten das Segeln.

Michael Krieg
von in
5 Minuten

Es wird aber in Plön nicht nur auf Kuttern gesegelt. Vor Ort gibt es neben den 2 Kuttern auch 20 Optis, fünf RS Fewa, vier Teenys, fünf RS Quest, sechs 420er und fünf Laser – dazu viele Ruderboote, allein 18 Skiffs.

Startete das Projekt in Plön zunächst nur auf den Segelkuttern, so erweiterte es die Organisatoren auf Wunsch der Teilnehmer auch aufs Jollensegeln. Ein erfahrener Jollensegler segelt dabei gemeinsam mit ein oder zwei Sehbehinderten. Auch hier war der Grundgedanke, den Sehbehinderten respektive Blinden das Führen der Boote und somit Verantwortung zu übergeben.

inklusives Segeln SRSV Plön Johannes Andresen

Der SRSV blickt auf über 70 Jahre Erfahrung in der Ausbildung von Schülern zurück © Michael Krieg

Do it!, das ist ja auch unser Ansatz

Die leise gesprochenen Einhilfen des verantwortlichen Schülers an Bord – Backbord-Steuerbord, anluven-abfallen – musste von dem sehbehinderten oder gar blinden Bootsführer an die Crew weitergeben werden: „Fieren, dichtholen, ich fahre eine Wende.“ Und so weiter.

Mit diesen Einhilfen waren die Sehbehinderten in der Lage, einen Kutter vom Großen Plöner See nach Ascheberg zu segeln. Die gemischte Crew hat dabei, so erinnert sich Johannes Andresen, einen Anleger gefahren, „wie wir beide den nicht immer hinkriegen würden“. Und das geht so: Segel aufgeien, Achterleine geht nach vorne. Zwei gehen an Land, nehmen die Leinen an und belegen die Leinen auf den dort vorhandenen Klampen. Johannes Andresen ist noch immer begeistert: „Ich war zutiefst gerührt. Und dieser Ansatz, den die Sehbehinderten haben, ist ja auch unser Ansatz, nämlich: Do it!“

inklusives Segeln SRSV Plön Johannes Andresen

Für das Segelprojekt gab es mehrfach den Stern des Sports © Michael Krieg

Das gemeinsame Erlebnis war es wert

Für das Projekt – gesponsert von einer genossenschaftlichen Bank – unter der Ägide des Landessportverbands gab es mehrfach Auszeichnungen, darunter die „Sterne des Sports“. Das Erlebnis, es mit diesem Projekt bis in die bundesweite Auswahl geschafft zu haben, war für die Plöner und für Johannes Andresen etwas ganz Besonderes.

Einer der diesjährigen Hauptgewinner der Auszeichnung „Großer Stern des Sports“ war übrigens der Lübecker Verein Sail United e. V. mit tatkräftiger Unterstützung des von float interviewten Weltmeisters und bekannten Paralympics-Siegers Heiko Kröger. Sein Motto lautet sinngemäß: Wasser kennt keine Barrieren.

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