float Magazine

Paulina Hempel und Freunde vor Kopenhagens kleiner Meerjungfrau © Fanatic
Reportage

Sightseeing per SUP

Per Paddelboard durch Kopenhagen, Hamburg und Berlin

Friederike Hiller
von in
4 Minuten

Nicht zwischen hunderten von Touristen, sondern mit viel Platz vom Wasser aus: So erkundet Paulina Herpel, deutsche Weltmeisterin auf dem Wave-SUP, zusammen mit Freunden die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Auf dem Brett stehend, eröffnen sich ganz neue Blickwinkel. Fast jede Ecke der Stadt ist beim Sightseeing auf dem SUP zu erreichen – auch die kleine Meerjungfrau, wo die Stehbrettpaddler selbst zum Fotomotiv werden.

Es geht stromaufwärts, sie wollen mit dem SUP in Kopenhagen der bekanntesten Dame der Stadt ihre Aufwartung machen. Die knallgelbe Fähre kreuzt ihren Weg, ganz schön flott unterwegs, das eckige Ding. Ein paar Wellen gibt es hier auch. Bei Gegenwind sind sie zur kleinen Meerjungfrau länger unterwegs als gedacht. Endlich glänzt sie den Paddlern golden entgegen. Gut, dass sie vom Wasser aus so nah heranpaddeln können. Denn das Wahrzeichen der dänischen Hauptstadt ist nicht wirklich sehr groß.

Sightseeing auf dem SUP

Vorbei an der Kontiki-Bar © Fanatic

Eine Stadt mit eigenen Regeln

Es geht weiter, vorbei an bunten Häuschen, der kühn gestalteten Oper und zum Freistaat Christiania. Von außen betrachtet ist die Halbinsel der Hammer. Dort liegen ganz viele Hausboote, manche davon riesengroß. Einige sind sehr rumpelig. Ein anderes Hausboot wirkt modern und zu einem Restaurant umgebaut, die „Kontiki Bar“. Selbst das Klo dort ist sehenswert. Der Boden aus Plexiglas gibt den Blick aufs Wasser der Ostsee frei.

Sightseeing auf dem SUP

© Fanatic

Christiania ist ein alter Teil der großen ehemaligen Marineanlagen von Kopenhagen. In den 1970er-Jahren wurden diese kaum genutzten Anlagen von Hausbesetzern übernommen, und der Freistaat Christiania ausgerufen. Seitdem ist dieser Bereich eine Stadt in der Stadt mit eigenen Regeln, fantasievollen Häusern und lockeren Bewohnern.

Nach der Tour durch Nyhaven, zur Papierinsel und an Hausbooten vorbei, genießen Paulina Herpel, Phine Scheibe und Kai Steimer die Sonne und die optimale Lage ihres Hotels direkt am Wasser. Ein Gefühl steigt in ihnen auf, das Paulina mit „hyggelig“ umschreibt. Gemütlich. Immerhin gelten die Dänen als glücklichstes Volk der Welt. Und ihr Lebensgefühl ist „Hygge“. Das umfasst neben der Gemütlichkeit auch Attribute wie Gemeinschaft und Geborgenheit. Und das macht glücklich.

Ein Tipp für alle, die Kopenhagen entdecken wollen, ob auf dem Wasser oder konventionell auf dem Boot: Mit der Kreditkarte kann man hier überall bezahlen. Das ist gut für Stand-Up-Touristen mit leichtem Gepäck.

Sightseeing auf dem SUP

Ein geübter Sprung, und los geht’s © Fanatic

Sightseeing auf dem SUP geht fast überall

Auch andere Städte am Wasser eignen sich für gepaddelte Sightseeing-Touren. Es muss ja nicht gleich Grönland sein wie die soeben gestartete Tour, die Extrem-Athlet Michael Walther sich aus Ausflugsziel gewählt hat. „Grüne, stille Ecken und touristische Highlights lassen sich paddelnd viel schöner entdecken. Auf der Spree und dem Landwehrkanal durch Berlin, im Oslofjord entlang der norwegischen Hauptstadt oder auf der Donau in Wien.“ Paulina zählt nur eine kleine Auswahl an Städten auf, die sich auf dem Wasserweg erschließen lassen.

In einer dieser Städte kennt sie die Wasserwege ganz genau. Denn in Hamburg ist die Wassersportlerin zu Hause. Fleete und die Alster sind ihr Heimrevier. „Am liebsten bin ich auf der Außenalster unterwegs. Ich paddle aber auch die Kanäle entlang.“ Die Strecke der Ruderer hat es ihr für ihr eigenes Training angetan. „Es ist eine tolle Strecke, weil du hier schnell paddeln kannst. Auch dort, wo die Kanäle breit sind.“ Die genießerischen Touren über die schmalen Wasserwege mag sie zwar auch, doch für das Training braucht sie die Möglichkeit, auf Geschwindigkeit zu gehen.

Sightseeing auf dem SUP

Paulina Herpel auf der Alster © Dan Petermann

Entspannte Leute auf der Alster treffen

Auch für Touristen sind die Wasserwege durch Hamburg ein lohnendes Ziel fürs Sightseeing per SUP. „Wenn du auf der Alster paddeln gehst, kannst du ganz in Ruhe die schöne Stadt erleben. Du kannst den Blick auf die Binnenlaster genießen – ohne die Menschenmassen, die sich im Sommer auf dem Jungfernstieg herumschieben.“ erklärt Paulina. „Wenn es zu warm wird, kannst du natürlich auch eine Dusche in der Fontäne auf der Alster nehmen.“ Zwar ist es im Sommer auch auf der Alster voll, aber mit wesentlich entspannteren Menschen als an Land.

So treffen sich alle gen Abend, um noch ein Bierchen zum Sonnenuntergang im Kanu oder auf dem SUP zu trinken und den Augenblick mit Freunden zu genießen. Und: „In Hamburg kommt man einfach überall hin mit dem SUP. Sei es in die grünen Außenbezirke durch das Alstertal oder in den Hafen auf der Elbe.“ Allerdings sei die Elbe eher den erfahrenen Paddlern vorbehalten, aufgrund der Strömung und den Verkehrsregeln.

Sightseeing auf dem SUP

Paddeln am Badeschiff © Kerstin Zillmer

Auch Berlin hat Paulina Herpel bereits mit dem SUP erkundet. „Ich habe dort zwei komplett unterschiedliche Gegenden auf diesem Weg entdeckt.“ Zum einen habe sie sich die Innenstadt mit ihren Graffitis an den Wänden und den Sehenswürdigkeiten angesehen, wie beispielsweise das Technikmuseum, das direkt neben einem Kanal liegt.“ Richtige Urlaubsstimmung kam auf, als sie dann im Hochsommer auf dem Müggelsee und durch Neu Venedig gepaddelt ist. „Dort war eine ausgelassene Stimmung, und alle haben das Wasser genossen. Neu Venedig ist eine Wohn- und Wochenendhaussiedlung mit ganz vielen kleinen Kanälen und kleinen Brücken. Alles ist grün, und Du kannst sogar direkt vom Kanal in ein Café gehen. Oder dir die verwinkelten Wasserstraßen anschauen“, schwärmt sie.

Oslo steht noch auf dem Zettel

Eine Stadt steht noch ganz oben auf ihrer Liste der Städte, die sie mit dem SUP entdecken möchte: Oslo. „Dort war ich noch nicht, möchte aber unbedingt bald mal hin.“ Norwegens Fjorde haben sie bereits in ihren Bann gezogen, daher möchte sie gerne wieder in das Land mit den vielen Wasserwegen. „Ich glaube, Oslo ist sehr beeindruckend, da es viele große Museen und Sehenswürdigkeiten gibt, die direkt am Wasser gebaut sind. So wie zum Beispiel in Kopenhagen die Oper.“

Sightseeing auf dem SUP

Paulina Herpel © Fanatic

Paulina Herpel ist deutsche Meisterin in der Wave-Disziplin auf dem SUP. Neben den Wellen liebt sie besonders die Sprint-Strecke. Die 20-jährige Hamburgerin ist professionelle SUP-Athletin. In diesem Jahr konnte sie bereits einen Wettbewerb gewinnen. Die Short-Track-Masters bei der Messe boot Düsseldorf – in der Halle, aber immerhin in einer großen Stadt.

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