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Jetzt kommt der Innenraum der Tally Ho dran © Leo Sampson
Refit-Projekt

Tally Ho wird zweimal ausgebaut

Leo und seine Crew beginnen in Port Townsend mit dem Innenausbau der Tally Ho. Zum Glück werden sie im Hafen bestens versorgt!

von
Tommy Loewe
in
5 Minuten

Die neue Heimat der „Tally Ho“ hat so manchen Vorteil. Einer ist das Marina-Café. Für das leibliche Wohl der Bootsbauer und Techniker sorgt dort Jennifer, genannt Jen. Sie liebt es, für ihre hart arbeitenden Boatworkers zu kochen.

Ganz augenscheinlich fühlt sie sich sogar geehrt, dass die Menschen im Hafen so gern ihren Lunch bei ihr holen. Ihre Familie hat eine Farm, auf der Gemüse angebaut wird. Jen verarbeitet es hier zu leckerem, gesunden Essen.

Ihr Nachname Takakis lässt südeuropäischen Ursprung vermuten. Wie zur Bestätigung ist einer ihrer kulinarischen Schlager eine würzige gerollte Pizza namens Stromboli – mit Salat. Jen lacht viel und gern, und ihr Geschäftsprinzip basiert auf Vertrauen und Freundschaft.

  • Das Marina-CafeJens’ Marina-Cafe © Leo Sampson
  • TakakisJens Geschäftsprinzip basiert auf Vertrauen und Freundschaft © Leo Sampson
  • Die Crew auf der CouchLunchtime mit Petes Hund Backyard und Pizza Stromboli © Leo Sampson

Wenn du mal das Geld vergessen hast, kriegst du deinen Lunch for free. Als Bezahlung tue einfach anderen Leuten Gutes – eine Message, die man gern verbreitet. Hier holen sich auch Pete, Rowan, Pat und Leo ihr Mittag, das sie dann auf der Couch im ersten Stock vor ihrem Hafenkino genießen.

Der fliegende Schotte

Port Townsend (P. T.) bietet nach der Abgeschiedenheit in Sequim eine lebendige Segel-Community, also muss ein kleines Boot her. Beim Northwest Maritime Center, einer Organisation, die Ausbildung in maritimen Berufen für Jungs und Mädels anbietet, werden sie fündig: Eine 19 Fuß (6,30 m) lange gelbe GFK-Jolle vom Typ Flying Scot aus den 1970er Jahren verspricht viel Spaß für kleines Geld.

  • Der Bootsname wird auf das Boot geschriebenNina malt den Namen © Leo Sampson
  • Auf dem WasserDie kleine Jolle Flying Scot aus den 1970er-Jahren © Leo Sampson
  • Die Crew testet das BootPat und Leo beim Testen © Leo Sampson

Ein Name ist auch schnell gefunden: Was vereint die Gruppe in P.T.? Stromboli! Nina, die Bootsmalerin, pinselt ihn in rot auf die Bordwand. Pat, Nina und Leo machen gleich einen Probeschlag bei ruhigem Wetter, der Spinnaker wird auch gleich gezogen. Einen Echolot brauchen sie indes nicht denn sie haben ja ein Schwert, damit können sie auch auf dem Strand anlanden.

Ein Innenausbau zum Leben

Nachdem der Rumpf der Tally Ho fast fertig und das Glätten des Decks in der Endphase ist, kann Leo sich jetzt mit dem Innenausbau beschäftigen. Alte Pläne gibt es zwar, aber die sehen eine strenge Trennung zwischen Eignern und ihren Gästen und der bezahlten Crew im Vorschiff vor.

Plan der Tally Ho
Tally Hos neuer Plan © Leo Sampson

Leo möchte das aufbrechen, denn er möchte mit Freunden segeln und so entwirft er das gesamte Interior einfach neu. Vorne eine große Kabine mit Werkbank, Doppelkoje und zwei Einzelkojen, auch als Segellast zu nutzen. Dahinter ein komfortables Badezimmer mit Toilette.

Der zentrale Raum ist der Salon. Hier gibt es ein großes L-förmiges Sofa mit mindestens acht Plätzen und gegenüber die Pantry mit Spüle, Herd und viel Stauraum für „Pütt un Pann“, Nudeln, Kaffee, Tee und Gewürze. Hier soll das Bordleben stattfinden, wenn nicht gesegelt wird und es draußen ungemütlich wird.

Das Mocking Interior der Tally Ho
Leos Visionen im Mocking Interior © Leo Sampson

Für die nötige Wärme sorgt ein zentraler Holz- oder Dieselofen. Neben dem Niedergang ist Backbord eine Kabine mit Doppelkoje geplant. Hier möchte Leo während des Segelns wohnen, um nötigenfalls schnell an die Maschine und auch an Deck zu kommen. Aber auch das Focksel, (Forecastle) also das Mannschaftslogis im Vorschiff, lockt ihn. Denn da sind die Werkzeuge und die Arbeitsbank.

Großer Maschinenraum für die Technik

Steuerbord gibt es einen Durchgang mit Lotsenkoje direkt zum Maschinenraum. Hinter dem Hängeraum für nasses Ölzeug unter dem Niedergang steht die Maschine. Ihre Abwärme trocknet nasse Klamotten schnell, wenn sie denn läuft – und das soll sie nach Leos Wunsch möglichst selten.

Der Maschinenraum lässt der Crew genug Platz um an Motor und Aggregaten zu arbeiten, Materialien und Ersatzteile in Griffweite. Den hinteren Abschluss schließlich bietet das Lazarett – nein keine Krankenstation, wir kennen den Stauraum als Achterpiek.

Hier wohnen Leinen und Fender, Eimer und Tender und anderer Kram. Abgeschottet zum Innenraum und nur durch eine Luke von oben zugänglich. Der ganze Innenraum wird hell beleuchtet durch mehrere große Skylights.

Tally Ho wird zweimal ausgebaut

Um einen Überblick zu bekommen, wie das Interieur aussieht und sich anfühlt, wird ein „mocking interior“, ein provisorischer Innenausbau mit Fußboden und dünnen Sperrholzplatten eingebaut. Also entsteht das Innenleben der Tally Ho zwei mal: Aktuell zur Probe, später mit soliden Materialien und allen Funktionen, dann aber auf Dauer.

  • HobelnRowan und Patrick hobeln Douglasie für die Schotten © Leo Sampson
  • Der Probeausbau der Tally HoProvisorischer Innenausbau mit Fußboden und dünnen Sperrholzplatten © Leo Sampson
  • Die CrewLeo, Pat, Rowan und Pete erfühlen den Raum © Leo Sampson

Die Attrappe braucht zwar Zeit und Material, hilft aber Fehler vermeiden, die später teuer werden würden. Leo ist flexibel und offen für Vorschläge aus seinem Team und seiner weltweiten Fangemeinde. Das Holz für die Schotten (Bulkheads) haben Rowan und Patrick schon fertig gemacht: Fein gemaserte Douglasie, leicht und stark, mit Nut, Feder und Fase versehen und unter dem Rumpf aufgestapelt. Die Schotten sollen vor allem Pressdruck aus dem dreidimensionalen Bootsrumpf aufnehmen, dafür werden sie auch noch zweilagig diagonal verleimt.

Spaß bei der Arbeit

Die Arbeit scheint den Handwerkern wirklich Spaß zu machen, es wird viel gelacht und es sind auch wieder ein paar Tiere zu sehen: Pancho, die Papageiendame, ist immer noch zu Besuch und auch Petes Hund Backyard taucht wieder auf.

Pat und Rowan können vor lauter Lachen kaum ein Interview geben. Der Hinweis, den Like-Knopf zu drücken, den Blog zu abonnieren und eventuell über eine Patronage nachzudenken, bleibt trotzdem nicht auf der Strecke.

Leo Sampson
See you next time © Leo Sampson

Wieder sind zwei Wochen vorbei, in denen es echt voran ging, wenn es auch nur ein Probeeinbau ist. Der bringt allerdings viele Erkenntnisse. Leo ist zufrieden und verabschiedet sich wie immer mit einem großen Dankeschön von seinen Anhängern. Es läuft gut, und er hat ein Superteam beisammen, doch wo bleibt Freundin Cecca?

Wer Leo Sampsons Refit-Projekt unterstützen möchte, folge diesem Link.

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