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© Kerstin Zillmer
Unternehmen

Umbau bei Bavaria

Der deutsche Serienyachthersteller will flexibler produzieren. Fünf Prozent der Stellen in Giebelstadt werden abgebaut.

Stefan Gerhard
von in
2 Minuten

Das Wachstum beim fränkischen Bootshersteller Bavaria Yachts geht offenbar langsamer als erwartet. Gestern meldete der Bayerische Rundfunk, dass rund 5 Prozent der Belegschaft gehen müssen. 24 Mitarbeiter, das bestätigte ein Unternehmenssprecher heute gegenüber float, verlassen das Unternehmen.

Nach dem Neustart mit dem Finanzinvestor CMP Partner im vergangenen Herbst, der auf die überraschende Insolvenz der Serienwerft im April 2018 folgte, war das Unternehmen optimistisch in die neue Saison 2019 gegangen.

Der Umbau nimmt Zeit in Anspruch

Klar war allerdings auch, dass der Umbau des angeschlagenen deutschen Herstellers für Serien-Segelyachten Zeit in Anspruch nehmen wird. Neue Bootsmodelle sind für das kommende Jahr 2020 angekündigt. „Wir befinden uns mitten in der Neuaufstellung von Bavaria.“ erklärte dazu heute Geschäftsführer Michael Müller. Er hat vor kurzem auch die Produktionsleitung übernommen. „Wir verändern und verbessern das Unternehmen in vielen Bereichen, unter anderem um eine flexiblere Produktion zu erreichen.“

Bavaria Yachtbau

Fertige Boote bei Bavaria © Kerstin Zillmer

Wegen des insolvenzbedingten Annahmestopps von Neuaufträgen seien Kunden verunsichert worden, zitiert die Onlineredaktion des Bayerischen Rundfunks den Betriebsratsvorsitzenden Christian Hartmann. „Erst für das kommende Geschäftsjahr ist eine Erhöhung der Produktion auf 450 Motor- und Segelyachten in Sicht“, zitiert der Sender den Belegschaftsvertreter.

Keine Kurzarbeit beantragt

Nicht bestätigt hat die Geschäftsführung von Bavaria gegenüber float die Meldung des Bayerischen Rundfunks, dass wie im Vorjahr Kurzarbeit für die Belegschaft am Standort Giebelstadt beantragt worden sei. „Ziel ist es, nach dem Prinzip einer atmenden Fabrik zu arbeiten. Das betrifft sowohl den zeitlichen als auch den flexiblen Einsatz der Mitarbeiter in unterschiedlichen Produktionsbereichen. Damit setzen wir auf das Know-how der Stammbelegschaft. Über die inhaltliche Ausgestaltung sprechen wir zurzeit mit dem Betriebsrat.“

In Spitzenzeiten wurden in Giebelstadt jährlich 3.500 Yachten produziert. Ein Grund für den großen Erfolg war die für den Bootsbau unübliche Serienfertigung. Das neue Management kündigte im Oktober an, man wolle zurückkehren zum einstigen Erfolgskonzept als Hersteller preiswerter Familienboote. Das selbst gesteckte Ziel, so Bavaria-Chef Müller, sei es, im „ersten vollen Geschäftsjahr 2019/2020 rund 450 Segel- und Motoryachten in Giebelstadt zu bauen“ – und er fügt hinzu: „gemeinsam mit unseren mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“.

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