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Ein sehr verdienter Platz 2 für das Offshore Team Germany in Alicante © Ocean Race
Ocean Race Europe

¡Viva Offshore Team Germany!

Das Offshore Team Germany macht Platz 2 und liegt mit 9 Punkten gleichauf mit LinkedOut.

von
Kerstin Zillmer
in
4 Minuten

Wieder so ein tolles, wenn auch langsames Finish bei nur 4 Knoten Wind. Seit heute Nacht schob sich das Offshore Team Germany immer weiter vor und auf den letzten Meilen wurde es fast wieder eng beim Rennen um den ersten Platz. Jetzt kann sich das Einstein-Team einen Gleichstand in der Gesamtwertung mit den Teams LinkedOut und 11th Hour Racing mit 9 Punkten sichern. Die nächste Etappe bis zum Ziel in Genua wird also besonders spannend.

Das Rennen von Cascais nach Alicante bot den Teams die gesamte Palette des Freuds und Leids im Offshore-Segeln: Kollisionen, Defekte, Schlafmangel, stürmischen Wind und harte Wellen gegenan, totale Flaute und die Suche nach der kleinen Brise.

„Wir hatten einen guten Start mit einem schnellen Down-Wind-Ritt. Zwischen Portugal und Spanien war es tricky“ erinnert sich Philipp Kasüske. In der Straße von Gibraltar hatten wir starken Gegenwind und mussten dem ständigen Schiffsverkehr ausweichen. Unglücklicherweise sind wir auch noch gegen einen – wir glauben – sehr großen Hai geprallt. Dadurch ist unser Steuerbord-Schwert nach hinten geschlagen und hat leichte Schäden in der Führung hinterlassen.“ In Alicante müssen diese Schäden nun genauer untersucht werden. Bis zum Ziel in Alicante konnte das Handicap aber gemeistert werden.

  • alternativetextRobert Stanjek behält den Überblick © Felix Diemer/Offshore Team Germany
  • alternativetextBei zu 40 Knoten Wind kachelt das Team durch die Meerenge © Felix Diemer/Offshore Team Germany
  • alternativetext © Felix Diemer/Offshore Team Germany

Unterwegs ohne Winddaten

Zusätzlich gab es Probleme mit dem Autopiloten. „Wir haben unsere Wind-Elektronik verloren, so dass wir keinerlei Winddaten mehr zur Verfügung haben“, berichtete Robert Stanjek nach der harten Passage der Meerenge. „Das einzige, was wir noch abrufen können, ist unser Bootsspeed. Wir müssen nun durchgehend selbst steuern, da wir den Autopiloten nicht mehr einsetzen können. Das ist wirklich hart, gerade in der Nacht, wenn man sich nur auf die Bootsspeed-Daten verlassen kann.“

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Heute Nacht hat die Crew aber durch ein taktische Manöver einen Winddreher ausnutzen können und platzierte sich hinter LinkedOut, denen sie bis zum Ziel dicht auf den Fersen blieben. Wieder zeigt das Team Robert Stanjek, Benjamin Dutreux, Annie Lush, Philipp Kasüske und OBR Felix Diemer eine wirklich tolle Leistung und kühlen Mut nach den Problemen mit der Technik.

The Ocean Race Europe 2021 - Recap Leg 2 - Day 2

Mirpuri macht das Rennen bei den VO65

Wie erwartet waren  die VO65 unter Leichwind-Bedingungen im Mittelmeer deutlich schneller als die IMOCAs gewesen. Als erstes Boot in dieser zweiten Etappe von Cascais nach Alicante passierte heute morgen um 5:40 das Mirpuri Foundation Racing Team die Ziellinie und gewinnt damit die 2. Etappe des Ocean Race Europe unter den VO65 Racern. Das Ziel war für die Crew schon quälend nah, aber der Wind kooperierte nicht. So krochen sie mehr, als sie segelten. Ein paar Windstöße später hatten sie es geschafft und holten sich die 7 Punkte in der Gesamtwertung. Team AkzoNobel folgte als Zweites eine halbe Stunde später.

Mirpuri Foundation Racing Team
Mirpuri holt sich den Etappensieg bei den VO65 © Mirpuri Foundation Racing Team

Auf der zweiten Etappe des Ocean Race Europe hatte die 12-Boote-Flotte aus den zwei Klassen mit heftigem Gegenwind in der Straße von Gibraltar auf ihrem Weg nach Alicante, Spanien zu kämpfen. Die meistbefahrene Schifffahrtsroute der Welt markierte für die Crews den Übergang von den Weiten des Atlantiks zu den Gewässern des Mittelmeers.

Wie erwartet, sorgte starker östlicher Gegenwind mit Böen von über 40 Knoten für brutale Bedingungen für die Crews während der dreistündigen Passage durch die Straße von Gibraltar.

Bis zu 46 Knoten am Golf von Cadiz

Die fünf IMOCA- und sieben VO65-Crews hatten mit der ersten Etappe der zweiten Etappe kurzen Prozess gemacht. Auf dem Weg nach Süden entlang der portugiesischen Küste bis zum Kap St. Vincent herrschten überwiegend schnelle Vorwindbedingungen, bevor sie über Nacht auf Südost drehten und am Golf von Cadiz der Levante hart von Osten blies. „Wir haben bis zu 46 Knoten gemessen meldete das Mirpuri Foundation Racing Team.“

Bei den IMOCAs lieferten sich die beiden französischen Teams – LinkedOut von Thomas Ruyant und Bureau Vallée von Louis Burton – ein faszinierendes Vorwind-Matchrace an der Spitze der IMOCA 60-Klasse. Die beiden waren nie mehr als ein paar Meilen voneinander entfernt, bis ein Problem an Bord von Bureau Vallée sie hinter Robert Stanjeks Offshore Team Germany (GER) und Nicolas Troussels CORUM L‘ Epargne (FRA) zurückwarf, als sie nahe der marokkanischen Küste nach Norden segelten.

Clarisse Cremer
Clarisse Cremer © Clarisse Cremer

„Wir haben 38 Knoten Wind, was ein bisschen zu viel ist“, sagte Clarisse Cremer an Bord von LinkedOut. Aber das macht nichts, denn wir fahren ein bisschen schneller, machen viele, viele Wenden zwischen Spanien und der afrikanischen Küste, eine Wende alle zehn und fünfzehn Minuten, also ist jeder auf dem Deck. Wir wollen so schnell wie möglich fahren, was ein bisschen anstrengend ist, weil niemand ein Nickerchen machen kann oder so, weil wir so effizient wie möglich sein müssen.“

11th Hour Racing kommt nach Crash auf Platz 4

In der Zwischenzeit hatte das 11th Hour Racing Team, das bei einem Zwischenfall mit einem verankerten Boot kurz nach dem Start der zweiten Etappe beschädigt wurde, wieder aufgeholt. Obwohl sie mit einem Rückstand von 77 Seemeilen auf das Feld gestartet waren, kommen das amerikanische  Team heute sehr verdient auf Platz vier.

Die Wertung des The Ocean Race Europe erfolgt nach dem High-Score-Prinzip. In der Imoca-Klasse werden in jeder der drei Etappen fünf Punkte an den Sieger (und jeweils ein Zähler weniger an die dahinter platzierten Teams) vergeben. Für die beiden Coastal Races in Cascais und Genua gibt es Bonus-Punkte (drei für den Sieger) der drei Top-Teams.

Die Gesamtwertung wird durch die höchste Punktzahl nach Abschluss der Regatta in Genua entschieden. Bei Gleichstand entscheidet das Resultat aus der Etappe nach Genua. Der Rennverlauf ist über den Race Tracker zu verfolgen.

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