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Krummin ist ein lauschiger Hafen mit vier Sternen © Naturhafen Krummin
Naturhafen Krummin

Anlegen zum Entschleunigen

Update unserer Serie über Yachthäfen an Nord- und Ostsee: Im Naturhafen Krummin auf Usedom ist Entschleunigung Programm.

von
Tanja Gerlach
und in
4 Minuten

Es ist bereits dieses erste Foto auf der Website vom Naturhafen Krummin, das den Unterschied macht: ein zugewucherter Küstenstreifen zur blauen Stunde, das Wasser unbewegt, an Land Laternen, Tische und Bänke. Da möchte man doch sofort anlegen! Gerade zu Zeiten von Corona. In dem lauschigen kleinen Hafen auf der achteren Seite der Ostseeinsel Usedom stellt sich automatisch das Gefühl ein, das sich hier alle Probleme und Krisen abseits vom Weltgeschehen aussitzen lassen.

Inzwischen geht das wieder: „Wir leben mit den Einschränkungen – und hoffen, dass es nicht zu einer zweiten Isolation kommt“, sagt Frank Schmidt, der Geschäftsführer des Naturhafens Krummin. Zwei Monate lag die Anlage komplett still, nun darf sie wieder „hundert Prozent beherbergen“. Krummin klingt so, wie es ist – lauschig, abgelegen und sehr gemütlich.

Eine Oase der Ruhe

Naturhäfen sind Oasen der Ruhe im Vergleich zu wimmeligen Marinas – so wie Krummin, gelegen zwischen Wolgast und Zinnowitz. Sie sind auch Oasen der ökologischen Denkungsart, wo zum Beispiel die Vermeidung des Problems Plastikmüll eine vorherrschende Rolle spielt. Der Naturhafen auf Usedom ist die Anti-Marina, und darum unbedingt sehenswert!

Der privat geführte Hafen im Nordwestteil Usedoms mit 150 Liegeplätzen ist nicht nur für die Anleger ein Kleinod. Dank tiefer Fahrrinnen kann dieser Hafen von Schiffen mit bis zu 2,70 Metern Tiefgang angelaufen werden. In der als 4-Sterne-Hafen mit dem Blue-Star-Programm zertifizierten Marina ist alles man darauf ein- und ausgerichtet, im Einklang mit sich und der Natur zu sein.

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Naturhafen Krummin
Der kleine Yachthafen in Krummin: Naturnah und Umweltbewusst © Naturhafen Krummin

Dies gilt sowohl für die Gäste als auch für die Mitarbeiter der Marina – bewusst leben und genießen, aber auf nichts verzichten. „Besonders Tourismusunternehmen haben in diesem Punkt eine Vorbildfunktion“, sagt Fenja Saathoff, Betriebsleiterin der Naturhafen Krummin GmbH. „Was im Kleinen beginnt, kann Großes bewirken.“ Und was heißt das konkret?

Milch gibt’s nur im Kännchen

Sie nennt Beispiele: Das gastronomische Angebot im Hafen werde fast ausschließlich von regionalen Anbietern bezogen. Im gesamten Hafen werden Korken gesammelt und dem Naturschutzbund (NABU) übergeben – der damit ein Projekt zum Kranichschutz finanziert. Jeder kann sich beteiligen, ob als Einzelperson oder gastronomische Einrichtung.

Naturhafen Krummin
Hafenrestaurant mit Sommerterrasse © Naturhafen Krummin

Statt Plastik, der anderenorts überhand nimmt, gibt es nur noch Papierstrohhalme, und die Sahne zum Kaffee wird wie früher serviert – nicht in kleinen Plastikverpackungen, sondern im Kännchen: „Der Zuspruch unserer Gäste zeigt, dass wir uns in die richtige Richtung entwickeln.“

Hoher Zuspruch von Land

Ein großer Teil des Zuspruchs kommt von der Landseite: Nachdem kürzlich zwei weitere Hausboote erworben und umgebaut wurden, stehen nun insgesamt sechs „schwimmende Suiten“ zur Verfügung. Fußbodenheizung, eigene Sauna, Kamin und freistehende Badewanne machen die Luxusherberge in der Krumminer Wiek auch zu einem Winterziel.

Und das reflektiert auch die Auslastung: „Vergangenes Jahr waren die Suiten an 300 Tagen belegt“, sagt Frank Schmidt. Kein Wunder, dass er großzügige Reservierungsfristen empfiehlt: „Sechs Monate vorher.“

  • Naturhafen KrumminMit Kultstatus: Krumminer Hafenfestival im Juli © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminHafenfestival Impressionen © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminHafenfestival Impressionen © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminHafenfestival Impressionen © Naturhafen Krummin

Um die Boddenregion ohne das eigene Schiff besser entdecken zu können, bietet die Marina ab der nächsten Saison sowohl Kanutouren als auch Segeltörns mit einem Zeesenboot an. Das ist das für die Boddengewässer typische Segelboot.

Frühstück direkt ans Boot

Auf dem Lob ausruhen wollen sie sich nicht. Im vergangenen Jahr kam vieles neu im Naturhafen Krummin. Und auch 2020 kann die Kombüse morgens kalt bleiben. Denn dann servieren die Marina-Mitarbeiter das Frühstück für die Gastlieger auf der Hafenterrasse.

Zur Steigerung des Komforts im Sanitärbereich wurde das vor zwei Jahren neu erbaute Sanitärgebäude mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. „Wir merken, dass sich das Hafenbild auf Wunsch der Gäste verändert“, sagt Fenja Saathoff. „Der Anspruch sowohl beim Komfort als auch beim gastronomischen Angebot ist deutlich gestiegen.“

Naturhafen Krummin
Sommernacht am Hafen mit Märchen & Musik in der Sommernacht © Naturhafen Krummin

Sehr langsames Internet

Eine Achillesferse stellt bisher die Vernetzung dar: Das WLAN in der kleinen Wildnis ist so langsam, dass „hier schon Übernachtungsgäste in Tränen ausgebrochen sind“, so der Geschäftsführer. Doch für das kommende Jahr könnte auch dieser weiße Fleck der Breitband-Landkarte geschlossen werden, kündigt Schmidt an.

Bis dahin muss man sich mit einem guten Buch begnügen – denn auch in Krummin sind die Veranstaltungen des Sommers, darunter leider auch das Hafenfestival. Die Grillabende und das Hafendinner hingegen werden stattfinden, wenn auch mit höheren Tischabständen und reduzierter Bestuhlung.

Große Schiffe anmelden

Ein Fahrradverleih, der bei rechtzeitiger Anfrage auch E-Bikes vermietet, ein kompletter Yachtservice inklusive Taucher und Elektriker und nicht zuletzt die schwimmenden Suiten – das sind besonders luxuriös ausgestattete Ferienhäuser – vervollständigen das Angebot im Naturhafen Krummin.

  • Naturhafen KrumminFerienhaus mit Steganbindung: Schwimmene Suite © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminSchwimmende Suite: Wohnzimmer © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminSchwimmende Suite: Abendlicher Ausblick © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminBehaglich am Steg © Naturhafen Krummin
  • Naturhafen KrumminAm Achterwasser: Raum für sportliche Aktivitäten © Naturhafen Krummin

Im Hafen ist noch keine Online-Buchung möglich. Doch selbst wenn es im Sommer eng werden sollte: „Wir finden immer für jeden noch ein Plätzchen“, sagt Fenja Saathoff. Wer mit einem größeren Schiff unterwegs sei, sollte jedoch besser vorher anrufen. Neugierig? Die schön gestaltete Website gibt Aufschluss.

Und alle weiteren Infos über den Naturhafen Krummin findet ihr hier bei Marina-Guide.

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