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Können wir 2021 wieder im Charterrevier Kroatien segeln? © Sergii Gulenok
Boots-Charter

Besser bald buchen

Corona hin oder her: Die Segelferien 2021 sollten geplant werden. Wer zu lange wartet, könnte leer ausgehen.

von
Ümit Uzun
in
4 Minuten

Ein verrücktes Jahr geht zu Ende – und es bleibt schwierig. Wer schon im Sommer auf seinen Charterurlaub verzichten musste, träumt nun von der kommenden Saison. Ob wir 2021 wieder durch türkisblaue Wellen rauschen können, weiß aktuell zwar noch niemand. Aber wir hoffen es natürlich!

Viele Segler fragen sich jetzt, wann der richtige Zeitpunkt zum Buchen kommt. Soll man überhaupt buchen, so lange nicht feststeht, dass der Urlaub auch stattfinden kann? Resignation ist aber kein guter Begleiter ins Neue Jahr.

Ionisches Meer
Chartertörn durchs Ionische Meer © Pixabay

Zumal man für eine klare Antwort zum Glück kein unverbesserlicher Optimist sein muss: Buchen Sie, so schnell Sie können. Denn bei neuerlichen Reisebeschränkungen ist die Buchung auf jeden Fall geschützt!

Gutscheine vom Lockdown

Wer in der vergangenen Saison seinen Törn aufgrund der Reisebeschränkungen absagen musste, hat wahrscheinlich einen Gutschein erhalten. Den könnte man jetzt für die nächste Reisebuchung einsetzen.

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Auch für alle, die einen Gutschein haben, gilt der Tipp: Gleich einlösen! Das Einlösen des Gutscheins und die damit verbundene neue Charterbuchung für 2021 birgt keinerlei Risiken für den Kunden. Denn sollte der neu gebuchte Urlaubstörn aufgrund von Corona wieder ausfallen, bleibt der Gutschein schlicht und einfach weiterhin gültig. Wer dagegen weiter abwartet, läuft eher Gefahr, dass seine Wunschyacht zu seinem präferierten Termin nicht mehr zur Verfügung steht.

Charterbar Yachting
Wenn möglich, verschieben: die Segelreise mit einem neuen Datum versichern © Pixabay

Das klingt im ersten Moment absurd: Warum sollten jetzt schon viele Menschen ihre Yachtcharter 2021 buchen, wo doch aufgrund der Pandemie die Lage ja so unübersichtlich und schwer vorhersagbar geworden ist?

Frühbucher oder Last Minute?

Zweifellos ist Unsicherheit eher ein Grund für Zurückhaltung bei der Buchung. Wer also fürchtet, dass im Sommer 2021 erneut die Grenzen geschlossen sind, wartet lieber noch ab mit der Törnplanung.

So ein Szenario gab es bereits im Frühjahr. Fakt ist, dass es theoretisch immer und meist sogar kurzfristig zu einem solchen Shutdown kommen kann. Selbst eine Last-Minute-Buchung wäre somit vor diesem Geschehen nicht verschont. Doch was würde das bedeuten?

Brambusch Dilly-Dally Quarantäne
Die Paradiesische Ankerbucht von Split, Kroatien © Pixabay

In diesem Fall würden die Charterkunden erneut einen Gutschein von den Vercharterern erhalten. Dies ist inzwischen sogar schriftlich in den einzelnen Charterverträgen und Covid-19 Verordnungen der Flottenbetreiber geregelt. Sie können also getrost ihren Törn für die kommenden Urlaubssaison planen. Kommt es zu wirklich wieder zu einer Grenzschließung, passen Sie den Termin in Abstimmung mit dem Chartervermittler einfach an, sofern noch Kapazitäten frei sind.

In den Ferien wird es schon eng

Das dürfte nämlich das größere Problem sein: Entgegen der Annahme vieler Charterkunden sind die Verfügbarkeiten der Flotten für die kommende Saison bereits zum aktuellen Zeitpunkt relativ klein. Das liegt vor allem daran, dass die Törns aus dem Frühjahr, für die es einen Gutschein gab, nun zum großen Teil in die Saison 2021 verschoben wurden.

Es sind somit bei weitem nicht mehr alle Schiffe verfügbar. Insbesondere die beliebten Ferienwochen wurden bei vielen Flotten bereits ausgebucht. Wer hier noch länger wartet, muss sich mit dem abfinden, was übrig bleibt.

Segelaussteiger Brambusch macht blau
Charterreviere in der Hauptsaison: Volle Häfen, volle Buchten © Torsten Brandenburg

Die Hoffnung, bei der Last-Minute-Buchung einen Preisschnapper zu machen, spielt für viele sicherlich ebenfalls eine große Rolle. Jedoch sieht es aktuell eher so aus, als würden die Charterpreise 2021 tendenziell steigen statt fallen. Grund: Die Vercharterer müssen ihre Ausfälle aus diesem Jahr kompensieren. Daher ist nicht zu erwarten, dass es kurzfristig zu starken Preisnachlässen kommt.

Eher im Gegenteil: Da es für die Flottenbetreiber wichtig ist, bereits im Herbst eine gute Buchungsauslastung und die damit verbundenen (wenn auch geringeren) Anzahlungen zu erzielen, werben diese bereits jetzt mit hohen Frühbucherrabatten. Wer heute schon eine Buchung wagt, wird demnach auch preislich von den Flottenbetreibern belohnt.

Wenn die Charterfirma pleite geht

Corona hat die Reise- und Charterbranche vor große Herausforderungen gestellt. Einige Charterkunden haben Angst, bei einer Insolvenz der Charterfirma oder Agentur den bereits gezahlten Charterpreis zu verlieren. Dieses Risiko gab es auch vor der Pandemie.

Corona Segelcharter
Im Ausland sind Insolvenzversicherungen selbst im Rahmen von Pauschalreisen nicht üblich. © Privat

Während man in Deutschland bei der Buchung einer Pauschalreise automatisch gegen die Insolvenz des Veranstalters durch den so genannten Sicherungsschein abgesichert ist, findet diese Regelung bei einer Charterbuchung keine Anwendung. Das liegt daran, dass die Yachtcharter dem Mietrecht untergeordnet ist und nicht als Reisebuchung gilt.

Dazu kommt, dass der Chartervertrag zwischen dem Kunden und dem Flottenbetreiber zustande kommt, der meist im Ausland ansässig ist. Dort sind Insolvenzversicherungen selbst im Rahmen von Pauschalreisen nicht üblich.

Hier hilft eine Zusatzversicherung

Um sich dennoch vor einer eventuellen Insolvenz des Vercharterers oder der Agentur schützen zu können, kann der Charterkunde seine Zahlungen nach wie vor durch eine sogenannte Insolvenzversicherung, zum Beispiel bei bei der Hamburger Yachtversicherung Schomacker, decken. So wird jede Charterbuchung, egal ob sie bei einem Flottenbetreiber und Vermittler erfolgte, ganz einfach abgesichert.

Der früher von einem anderen Versicherer ausgegebene „Sicherungsschein“, der nur für eine eingegrenzte Auswahl an Vercharterern und Agenturen seine Gültigkeit hatte, wird aktuell übrigens nicht mehr angeboten. Ein alternatives Programm soll folgen, bei dem die Kundengelder auf einem Treuhandkonto zwischengelagert werden sollen.

Betriebsausflug Sun Odyssey 519 Uzun
Betriebsausflug auf der Charteryacht mit Ümit Uzun © Ümit Uzun

Bessere Zahlungsbedingungen

Einen kleinen Vorteil hat Corona den Charterkunden gebracht: Früher galten bei der Yachtcharter 50% Anzahlung bei Buchung und die restlichen 50% zwei Monate vor Charterantritt. Doch das ist seit der Saison 2020 vorerst kein Thema mehr. Denn den Flottenbetreibern ist die aktuelle Situation und die damit verbundene Unsicherheit bei den Kunden bewusst.

Man hat darauf reagiert und die Zahlungsmodalitäten geändert. Je nach Vercharterer fallen nun noch 20% bis 25% als Anzahlung an. Weitere 25% werden meist erst im Januar 2021 fällig. Die Restzahlung von 50% ist fast immer erst vier Wochen, teilweise sogar nur zwei Wochen vor Charterbeginn fällig. Das erlaubt dem Kunden, sich finanziell erst sehr viel später zu binden als bisher.

Unser Partner Ümit Uzun ist Gründer und Geschäftsführer des Chartervermittlers Charterbar Yachting.

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