float Magazine

Der neue Segelhafen Port Canto © Reed Expo
Cannes Yachting Festival 2022

Cannes segeln!

Das Cannes Yachting Festival ist eine der wenigen Bootsmessen, die Segelyachten die große Bühne bereitet. Das gibt es im Port Canto zu sehen.

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5 Minuten

Für Freunde neuer Bootsmodelle mit Masten, Segeln und Motor ist es wie die Finalrunde der Champions League im europäischen Fußball: Am Cannes Yachting Festival kommt niemand vorbei. Schon deswegen, weil jeden Spätsommer die Küstenlinie entlang der Côte d’Azur von großen, größeren und sehr großen Segel- und Motoryachten nur so glitzert.

Cannes ist eine der wenigen Bootsmessen, die Segelyachten die große Bühne bereitet. Seit einigen Jahren gibt es dafür den Port Canto als eigenen Hafen nur für Segelboote. Auch unter Segeln gibt es die Tendenz zum immer größeren Boot – jedenfalls bei den Herstellern.

Geradezu kompakt mutet die Beneteau First 36 an, die nach furiosem Start bei Tests mit Performance-Segeln im Cruiserformat 2022 in Cannes gezeigt wird. Die nächste, größere First 44 wird als Weltpremiere ebenfalls gezeigt.

First 36
Nach furiosem Start am Steg in Cannes: die First 36 © Beneteau

Neu sind die Beneteau-Blauwasseryacht Oceanis 60 und die neue Jeanneau Yacht 65, mit der die Franzosen das Feld der Fahrtenyachten nach oben hin abstecken.

Oceanis 60
Wie aus einem James-Bond-Film: Oceanis 60 © Beneteau

All das verblasst gegenüber der Y9 von YYachts, die wir erstmals in Neustadt sahen – und nun als Segelyacht der Oberklasse an der Côte d’Azur erstmals gezeigt wird. Ebenso wuchtig wie elegant ist die große Segelyacht durchaus einhandtauglich. Alles kann, nichts muss – hier passt es.

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France is calling!

Dufour aus La Rochelle präsentiert mit der neuen Dufour 37 die Nachfolgerin der Dufour 360, und die bietet vor allem mehr Platz. Auffällig bei der Neuen ist der voluminöse Rumpf. Geschickt wird die entsprechende Freibordhöhe durch den nach oben gesetzten Wasserpass kaschiert. Denn 3,80 m Breite bietet keine der Mitbewerber in diesem Längensegment.

Das gewachsene Rumpfvolumen im Vorschiff hat in der Konsequenz noch einen Vorteil. Das Cockpit ist dadurch länger. So gewinnt man Platz für eine zentrale Steuermannsbank – hinter den etwas nach vorn verlagerten Steuersäulen. In Cannes stellt Dufour auch die Dufour 430, 470, 530 und die Dufour 61 aus, zudem zwei Katamarane.

Jeanneau kommt mit seinen größten Segelyachten nach Cannes: 65 Fuß, wie bei der Jeanneau Yacht 65, bedeuten Platz ohne Ende für diverse Einrichtungsoptionen. Entweder mit lichtdurchfluteter Eignerkabine im Bug oder Heck oder zwei Kabinen im Heck plus zwei weiteren Kajüten im Bug.

Jeanneau 65
Platz ohne Ende auf der Jeanneau Yacht 60 © J. J. Bernier
Wie bei den Sun-Odyssey-Modellen bietet das Walkaround-Konzept barrierefreie Mobilität. Vom Steuerstand aus geht es ohne Stufen über die Seitendecks aufs Vorschiff und zurück. Beide, sowohl die Jeanneau Yacht 65 als auch die ebenfalls ausgestellte Jeanneau Yacht 60, eignen sich bestens als Zweitwohnsitz auf dem Wasser.

Und ewig grüßt der Multihull

Das neueste Modell der Segelkat-Reihe Excess von Beneteau ist die pünktlich fertiggestellte Excess 14. Die Reihe umfasst nun vier Modelle, und bis auf die Excess 12 sind alle in Cannes ausgestellt. Die Excess 14 übernimmt die stilistischen Eigenheiten der Excess 11 in Sachen Buglänge, Rumpfdesign und dem Mast vorm Salon. Die asymmetrischen hinteren Rümpfe – eine Premiere bei Freizeitkatamaranen – sollen Kenterungen verhindern. In Verbindung mit den tiefen, gut profilierten Rumpfanhängen und der sehr schmalen Wasserlinie ist der Kat eher auf Leistung gebürstet.

Excess 11
Leistungsstarker Katamaran Excess 11 © J. J. Bernier
Vor acht Jahren hat Catana die Marke Bali erstmals vorgestellt. Jetzt ersetzt die als Weltpremiere angekündigte Bali 4.4 gleich zwei ältere Modelle, die Bali 4.5 und die Bali 4.3. Charakteristisch für Bali sind die (nach oben) klappbare Hecktür des Salons, seitliche Schiebefenster und die Flybridge. Der Außenbereich mit Esstisch kann bei Bedarf komplett geschlossen und beheizt werden.

Zum ersten Mal stellt Fountaine Pajot seine gesamte Produktpalette in Cannes aus. Zu sehen sind unter anderem die neuen Modelle Aura 51 und Tanna 47. Die Aura 51 kann eine große Fläche von Solarzellen beherbergen, ohne dabei große Kompromisse beim Design einzugehen. 2.000 Watt können so erzeugt werden. Neu ist die vollständige Öffnung zwischen Salon und Cockpit, was die Kommunikation zwischen der Kombüse und dem großen Cockpittisch erleichtert.

Neues aus Greifswald

Als Weltpremiere angekündigt ist die Dehler 46 SQ. Im August war die Baunummer 1 noch in Greifswald im Bau. Die letzten Bauteile hat man montiert und unter Deck alle technischen Systeme und Möbel eingebaut. Nach dem ersten Testschlag auf dem Greifswalder Bodden kommt die schnelle Fahrtenyacht jetzt nach Cannes.

Stichpunkt Bewegungsfreiheit: Der als Option erhältliche Cockpitbügel bietet neben der integrierten Sprayhood auch den Anschlagpunkt für die Großschot. Das ersetzt den Traveller. So gibt es mehr Bewegungsfreiheit im Cockpit.

Auffällig ist der Bugspriet mit Wasserstag und integriertem Ankerarm. Neu ist das fliegend gefahrene Stagsegel, womit sich die Vorsegelfläche ohne Schwerpunktverlagerung reduzieren lässt. In Kombination mit dem zweiten Reff im Großsegel lassen sich so auch Stürme sicher meistern.

Auffallend bei der Hanse 460 ist das radikal neue Design, ein variables Cockpit und das Innenraumkonzept. Nordischer Charme? Mitnichten! Verantwortlich für das neue Design ist das französische Studio von Berret-Racoupeau, das sich in einem erstmals durchgeführten Designwettbewerb durchgesetzt hat – und nicht Judel/Vrolijk & Co.

Ein fülliges Vorschiff, moderne Linien und deutlich ausgearbeitete Kimmknicke geben dem Rumpf eine eigene Note. Dabei wird das Schiff erst oberhalb der Chines richtig breit – mit einer Rumpfbreite von 4,79 Meter geradezu gewaltig! Insgesamt zeigen der kantige Kajütaufbau und die rechtwinkeligen Luken die Hanse-typische DNA und verleihen der Yacht ein durchaus sportliches Aussehen.

Ein Wunschkonzert gibt es unter Deck: Hanse bietet bis zu 48 Layout-Varianten. Schlafplätze für sechs bis zehn Personen und bis zu vier separate Duschen sind möglich. In Cannes zu sehen sind auch die Hanse 388 und die Hanse 548.

Achtung, Adria-Segler!

Die italienische Werft Cantiere del Pardo zeigt zwei Weltpremieren. Es sind die Grand Soleil 40 und die deutlich größere Grand Soleil 72. Die Werft betont dabei, was mit Italien assoziiert wird: die Ästhetik eines eleganten Designs. Als „Schwesterqualität“ nennt Pardo „Komfort-Ergonomie“, und die ist an Deck als auch im Inneren zu sehen. Segeln lässt sich die Pardo 72 bei aller Schönheit natürlich auch. Die von float ausführlich getestete Grand Soleil 42 LC wird ebenfalls gezeigt.

Nach der erfolgreichen Einführung des Grand Tourers Elan GT6 und der sportlichen Elan E6 beschloss die slowenische Werft, mit der Elan Impression 43 eine völlig neue Version in der Impression-Baureihe vorzustellen. Das Ergebnis ist die Elan Impression 43, die im Port Canto gezeigt wird. Hier geht es zurück zum Mitmachen statt standardmäßiger Totalautomatik. Denn Segler wollen vor allem eines: Segeln. Und das mit Muskelkraft und Crewgefühl.

Bellissima! So heißen alle drei Schiffe der Segelyachtserie, die Italia Yachts aus Apulien nach Frankreich mitbringt. Die 14,30 m lange Italia IY 12.98 new ist der jüngste Entwurf – und er sieht so schön aus, wie er heißt. Der schlanke Rumpf entstand aufbauend auf den Regattaerfolgen der Vorgänger. Der Decksplan ist praktisch und funktionell, die Innenräume haben dagegen Crusing-Stil – kurzum: ein familientaugliches Boot mit sportlichen Ambitionen. Im Standard sind drei Kabinen und zwei große stilvolle Bäder eingebaut.

Die Entwickler von Brenta haben es drauf! Das neue Projekt Brenta B 34 ist der Erstling der neuen B-Yachten-Generation. Der Daysailer verspricht eine Kombination aus minimiertem Gewicht, minimalistischem Interieur und schlanken Wasserlinien.

Port Canto
Port Canto ist der Hafen für Multihulls und Einrumpf-Segelboote in Cannes © Reed Expo

Die einzige Vorgabe, so kolportiert die Werft, war, ein Zehn-Meter-Boot zu konstruieren, das möglichst schnell ist – bei allen Windbedingungen. Zwei elektrische Winschen im Cockpit erleichtern die Arbeit an den Fallen. Das Großsegel lässt sich optional auch elektrisch trimmen. Wie praktisch.

Ein Shuttle zwischen den Häfen

Geöffnet hat die Messe vom 6. bis 10. September täglich von 10 bis 19 Uhr, am letzten Tag (Sonntag, 11. September) ist die Schau bis 18 Uhr geöffnet. Ein Shuttle zu Wasser bringt alle, die an beiden Welten interessiert sind, vom Hafen mit den Segelyacht-Premieren zu den Motorbooten – und retour.

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