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Charal gewinnt die Vendée-Arctique-Les Sables d’Olonne © Imoca
Vendee Arctique

Der verflixte siebte Platz

Nach Bruch am Boot erreicht Boris Herrmann nach toller Zwischenleistung noch Platz 7 beim letzten Langstrecken-Test vor der Vendee Globe.

von
Kerstin Zillmer
in
2 Minuten

Boris Herrmann lief gestern Nacht um 1:12 Uhr als Siebter ins Ziel der letzten Vorbereitungsregatta zur Vendée Globe ein. Gewonnen hat das Rennen sehr verdient Jérémie Beyou auf seiner „Charal“, als er um 20:44 Uhr nach nur zehn Tagen, 6 Stunden, 4 Minuten und 12 Sekunden – und 3.284 Seemeilen – über die Ziellinie fuhr. Ihm folgten auf Platz 2 und 3 Charlie Daran auf „Apivia“ und Thomas Ruyant auf der „LinkedOut“. Alle drei Segler hatten die Vendée-Arctique-Les Sables d’Olonne von Beginn geführt.

Und dann kam schon die Britin Samatha Davies, die als stärkste Frau auf der älteren, aber offenbar bestens modernisierten „Initiatives Cœur“ sehr verdient den vierten Platz machte. Diese Position konnte sie übrigens fast während des gesamten Rennens halten.

Boris Herrmann Vendee Arctique
Ankunft für Boris Herrmann tief in der Nacht von gestern auf heute © Imoca

Boris Herrmann führte, aber dann…

Boris Herrmann hätte sicher eine ähnlich gute Platzierung geschafft. Am Freitag, auf dem Weg zum zweiten Wegpunkt „Gallimard“ führte er über viele Stunden das Feld an. Und er zeigte, was in ihm und seiner Imoca jetzt steckt. Doch dann brach am Samstag das Schloss seines Großsegels. Auch wenn er es soweit reparieren konnte, dass er das Rennen nicht aufgeben musste, büßte er doch seine gute Platzierung ein und konnte das restliche Rennen nur mit zwei Reffs weitersegeln. Auf Risiko wollte er nicht mehr gehen.

Und er schaffte es sogar, wieder bis auf Position 6 zu kommen. Zum Schluss machten ihm die leichten Winde zu schaffen, und Yannick Bestaven konnte sich noch vor ihn schieben. Boris Herrmann machte schließlich den siebten Platz. Wie der Hamburger Segler schon im Interview mit float vorm Start sagte, war dieses letzte Rennen vor der Vendée Globe auch eine Materialprobe. Mit dieser Erfahrung kann er nun vor dem geplanten Start der Weltumseglung im November alle Schwachstellen beseitigen.

“Das Rennen war für mich ein sehr guter Test für das Vendée Globe. Das Boot läuft gut, mir geht es gut und ich bin glücklich. Ich könnte morgen ins Vendée Globe starten, wenn ich müsste”, sagte Boris nach seiner Ankunft.

Charal VALSO Vendee Arctique
Die Charal führte souverän © Imoca

Viele Ausfälle auf dem Weg nach Norden

Nicht nur Boris Herrmann hatte mit Materialschäden zu kämpfen. Armel Tripon auf „Occitane de Provence“, Damien Seguin auf der „Groupe Apicil“ und Sebastien Simon auf „Arkea Paprec“ mussten mit Bruch relativ früh aufgeben. Und auch Isabelle Joschke, die in den ersten Tagen ein sehr starkes Rennen auf der Höhe von Sam Davies segelte, blieb von Materialschäden nicht verschont. Als der Baum ihrer „MACSF“ brach, musste auch sie das Tempo rausnehmen.

Joschke hatte schon vor dem Start gesagt, dass sie die Qualifizierung für die Vendée Globe auch als Materialprobe sehen würde. „Der Baum bricht besser hier auf unserer Seite des Atlantiks als irgendwo am Ende der Welt!“, kommentierte ihr Team in Lorient den Lapsus. Das gilt für alle, die nach diesem gelungenen letzten Test in vier Monaten zum Einhand-Rennen um die Welt werden.

Seaexplorer VALSO Boris Herrmann
War unerwartet auf Platz 1: die Seaexplorer von Boris Herrmann © Imoca

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