float Magazine

Vorbeisegeln an Palästen und Kirchen von Maltas Hauptstadt Valletta © 123RF
Segelrevier Malta

Feine, kleine Inseln

Das maltesische Archipel ist als Segelrevier nur auf den ersten Blick gleichförmig: Jede der sieben Inseln hat ihre Eigenheiten.

von
Ümit Uzun
in
4 Minuten

Eine im wahrsten Sinne des Wortes „feine“ Destination für Yachturlauber ist Malta. Das Archipel besteht nämlich nicht nur aus der Hauptinsel, eines der dichtest besiedelten Gebiet der Welt, sondern auch die unbewohnten Kleinstinseln Cominotto, Fifla, St. Paul’s Island und Fungus Rock, sowie den beiden bewohnten Geschwister Maltas: Comino und Gozo sowie die Kleinstinsel Manoel.

Rund 394.000 Menschen drängeln sich in der Hauptregion rund um Valletta auf Malta; das ist der Großteil der Bevölkerung. Aber das heißt im Umkehrschluss: Drumherum ist es erfrischend ruhig – so ruhig, dass sich überall noch eine leere Bucht zum Ankern findet!

Blaue Lagune auf Comino
Die Blaue Lagune auf Comino gilt als eine der schönsten Badebuchten © Egle Sidaraviciute

Ideal für Wochentörns

Diese kleine, feine Inselwelt liegt 81 km südlich der Küste Siziliens – also etwas näher vom nächsten Festland entfernt als zum Beispiel das spanische Ibiza. Trotz der Schönheit der genannten Inseln gilt diese Destination allerdings nach wie vor als ein „kleines Licht“ im Yachtcharter-Tourismus.

Das liegt vor allem an dem Westentaschenformat des Reviers. Doch für einen simplen Wochentörn ist es ideal! Die Inseln liegen alle in Rufweite, so dass mit einem schnellen Schlag von einer zur nächsten gewechselt werden kann. Die nächste traumhafte Bucht liegt garantiert um die Ecke. Die geschützte Lage vieler Buchten macht sie ideal zum nächtlichen Ankerplatz.

___STEADY_PAYWALL___
Felsformation auf dem Maltesischen Archipel
Das Küstenbild des Archipels ist vielfach rau und zerklüftet © 123RF

Ein Ganzjahres-Revier

Und das maltesische Archipel bringt einen weiteren Vorteil mit sich, den die meisten europäischen Revier nicht vorweisen können: eine lange Saison! Auf Malta ist es schon warm, während man in mediterranen Gewässern noch friert. Die Lufttemperatur sinkt so gut wie nie unter die 15-Grad-Marke und erreicht im Sommer auch gerne mal knapp 30 Grad.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Wassertemperatur: Kann sie im Sommer ohne Weiteres 25 Grad erreichen, beträgt sie auch im November noch oftmals 19 Grad, ist also ohne große Überwindungen badetauglich. Wer in der „Nebensaison“ auf Sonnengarantie setzt, ist hier schon mal richtig.

Felsformation auf dem Maltesischen Archipel
Atemberaubende Felsformationen, auf denen noch Gebäude thronen © Victor Xok

Und die Wassertemperaturen laden natürlich auch zu dem ein oder anderen unterseeischen Ausflug ein: Mit seinen zahlreichen Tauch- und Schnorchel-Spots, mit denen sich das Revier inzwischen einen Namen in der Szene gemacht hat, bietet es nämlich besonders ein traumhaftes Angebot.

Wasser wie in der Karibik

Das Wasser des Archipels zählt nicht umsonst zu einem der saubersten des gesamten Mittelmeeres. Klar und dazu bläulich schimmernd, wie es auch in der Karibik nicht schöner sein kann. Die Blaue Lagune in Comino ist hier besonders berühmt.

Altstadt von Valletta/Malta
Die Inselhauptstadt Valletta ist auch die Heimat der Charterbasen © 123RF

Das Küstenbild des Archipels unterscheidet sich vor allem im Norden und Südwesten von dem seiner mediterranen Nachbarn. Hier findet man atemberaubende Felsformationen und scharf gezeichnete Küstenabschnitte vor, welche die Insel steil aus dem Meer ragen lassen.

Die Landschaft ist einerseits karg und eintönig, andererseits so ganz anders als die gewohnte Szenerie in Europa. Alternativ dazu bietet die Ost- und Nordseite Maltas weite Buchten und flache Strände, wie zum Beispiel die St. Paul’s Bay oder die Marsaxlokk Bay.

Blick auf die Altstadt von Valletta
Prachtvolle Paläste und Kirchen ragen über den dicken Festungsmauern Vallettas auf © Micaela Parente

Die Pracht von Valletta

Den absoluten Kontrast zu diesen Küstenlandschaften bildet sicherlich die Stadt Valletta, welche zugleich Heimat der ansässigen Charterbasen ist. Bekannt für ihre prachtvollen Paläste und Kirchen, ist diese im 16. Jahrhundert vom römisch-katholischen Johanniterorden gegründete Hauptstadt der Insel ein absolutes Muss für einen ausgiebigen, ganztägigen Landausflug.

Die Heimat des berühmten Comic-Helden Corto Maltese ist ein kultureller Schmelztiegel aus jahrhundertealten italienischen, französischen, britischen, aber auch afrikanischen und arabischen Einflüssen, die in vielerlei Weise zutage treten. Ganz schön facettenreich für eine so kleine Insel…

7000 Jahre alte Kultur

Der Törn startet bei einem der eher kleinen Flotten in Valletta. Schöne Liegelätze für die Nacht sind durch eine Reihe von Buchten und kleinen Häfen geboten.

Regatta im Grand Harbour
Das Rolex Middle Sea Race 2019 im Grand Harbour von Malta bei wenig Wind © Mike Nahlii

Maltesische Dörfer mit wuchtigen Steinhäusern und malerischen Gässchen liegen hier nur ein paar Meilen vom turbulenten Nachtleben Vallettas entfernt. All das inmitten von Überbleibseln der über 7.000 Jahre alten Megalith-Kultur. Wer sich für die reiche Historie des Ortes interessiert, wird feststellen, dass es hier in der Vergangenheit noch so einige Eroberer gab, die hier ihre Spuren hinterließen.

Fischerboote in Marsaxlokk Bay
Fischerboote in Marsaxlokk Bay im Südosten der Hauptinsel Malta © Remi Yuan

Comino und Gozo

Um einiges kleiner als die Insel Malta sind die bereits genannten Inseln Comino und Gozo. Diese sind aber auch Tagesausflugsziele für Touristen und locken mit den beschriebenen Schwimm- und Schnorchelplätzen und den karibischen Wasserfarben.

Wer hier mit dem Boot unterwegs ist, hat die paradiesischen Plätze ab dem späten Nachmittag und am Morgen allerdings mit den anderen Seglern für sich allein. Segeltechnisch ist das Revier nicht allzu anspruchsvoll. Zumeist weht ein stetiger Wind von Beaufort 3-4, in vielen Buchten ist Mooring möglich.

Bei der Ansteuerung in die Ankerbuchten ist man vor allem auf Sichtnavigation angewiesen. Gerade was die schlecht gekennzeichneten Fischzuchtnetze östlich von Malta betrifft, sollte man aufmerksam ein Auge auf das Wasser haben.

Wie Karibik, nur näher: Gozo, die kleine Nachbarinsel von Malta, ist ein Bade- und Tauch-Paradies
Wie Karibik, nur näher: Gozo, die kleine Nachbarinsel von Malta, ist ein Bade- und Tauch-Paradies © 123RF

Marinas auf Malta

Wer nach romantischen Nächten vor Anker endlich wieder einmal den Service einer großen Marina genießen möchte, findet einen hoch modernen Yachthafen in Vittoriosa – gegenüber der Altstadt von Valletta – und in Portomaso bei St. Julien nördlich der Hauptstadt. Auf Gozo befindet sich im Hafen von Mgarr eine weitere Marina.

Malta hat also für jeden etwas, und das auf engstem Raum – ein ideales Urlaubs-Revier, in dem es sich ohne Probleme navigieren lässt. Ein echter Geheimtipp für Segler, die vor allem im Frühling und Herbst noch ein warmes Fleckchen Wasser suchen.

Mehr Infos zum Revier gibt es bei unserem Partner Charterbar-Yachting.

Mein Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Reklame