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Fehmarnsundbrücke mit Yachthafen Fehmarnsund © Michael Majewski / Tourismus Service Fehmarn Yachthafen Fehmarnsund nahe der Fehmarnsundbrücke © M. Majewski / Tourismus Service Fehmarn
Yachthäfen auf Fehmarn

Fünfmal Fehmarn

Update unserer Serie von Nord- und Ostsee-Marinas: Fehmarn und seine fünf ganz unterschiedlichen Häfen.

von
Tanja Gerlach
und in
6 Minuten

Von groß und modern bis klein und nostalgisch, vom urigen Fischereihafen und Piratennest Orth hin zum modernen Yachthafen Burgtiefe: Fehmarn hat eigentlich alles, was sich Wassersportler wünschen – wenn man einmal von zerklüfteten Kliffs und Klippen absieht… Und die gibt’s gegenüber: Die Ostseeinsel gilt als idealer Absprunghafen für Törns in Richtung Dänemark, Schweden und Norwegen.

Das wird zwar noch eine Weile dauern, da Abstecher ins Ausland vorläufig noch nicht möglich sind. Doch auch nach Corona sind Liegeplätze auf Fehmarn weiterhin gefragt. Denn bei einem Küstentörn von West nach Ost oder in umgekehrter Richtung bietet sich ein Abstecher auf die Insel an.

Seit Anfang Juni ist Fehmarn für Touristen zu Wasser und zu Land wieder erreichbar. Sämtliche Yachthäfen der Ostseeinsel liegen im gut erreichbaren, geschützten Süden. Der Norden dagegen ist in großen Küstenabschnitten Naturschutzgebiet.

Marinas Fehmarn
Luftaufnahme der Yachthäfen Burgtiefe (vorn) und Burgstaaken (hinten) © Louis Gäbler

Der Luxus von heute ist der Standard von morgen. Die Ansprüche der Gäste sind gestiegen.

„Luxus heute ist der Standard von morgen“

Auch auf Deutschlands drittgrößter Insel sind Marinas über die reine Bootsaufbewahrung zu Nachtzeiten weit hinausgewachsen: Der Aufenthalt in einem modernen Yachthafen kann so abwechslungsreich sein, dass man gar nicht mehr ablegen möchte.

Ralph Becker, der Hafenmeister des größten Fehmarner Hafens in Burgtiefe, sieht darin den Beginn einer tiefgreifenden Veränderung, was das Erscheinungsbild deutscher Häfen betrifft. „Der Luxus von heute ist der Standard von morgen“, sagt er. Denn: „Die Ansprüche der Gäste sind gestiegen. Es findet immer mehr ein Vergleich zwischen den einzelnen Häfen statt.“

Heiligenhafen oder Fehmarn? Grömitz oder Neustadt? „Heute entscheiden die Faktoren WLAN, Wellness und Events, wohin der Törn geht“, meint der Hafenmeister. Um in diesem Wettbewerb weiter in den vorderen Rängen zu sein, haben die Fehmaraner Großes vor. Und bei den Marinas auf Fehmarn wurde einiges bereits umgesetzt.

Marinas Fehmarn
Moderne Steganlage in Burgtiefe © Tourismus Service Fehmarn

Nach Burgtiefe zum Anlegerbier nach der Fehmarndüse

Die gut geschützte Lage im Burger Binnensee und der ungewöhnliche Rundsteg sind seine Markenzeichen. Kaum hat man die „Fehmarndüse“, den relativ frischen Wind zwischen Festland und Inselküste, hinter sich gelassen, kommt spürbar Entspannung auf: Der Binnensee ist ruhig und windgeschützt, an Steuerbord grüßt das Café Sorgenfrei. Die Vollmondpartys dort sind legendär.

Kurz dahinter taucht dann schon im Osten die Marina auf. 600 Liegeplätze hat der neu gestaltete Hafen, dessen Umgebung als das touristische Zentrum der Insel gilt. Die Infrastruktur der Marina ist jetzt wieder am Laufen, auch Sanitäranlagen inklusive Duschen können genutzt werden – allerdings nur von 6 bis 22 Uhr.

Hinsichtlich der Events ist leider noch Geduld gefragt: Das Midsummer-Bulli-Festival haben die Veranstalter aufgrund der Corona-Beschränkungen für Großveranstaltungen ersatzlos gestrichen, ebenso das Stadtfest Fehmarn. Das große SUP- und Beachvolleyball-Turnier am Südstrand wird immerhin stattfinden, allerdings erst später als ursprünglich geplant.

16 Frauen- und Männerteams treten vom 28. bis 30. August am Strand von Burgtiefe an, um sich für die Deutsche Meisterschaft in Timmendorf zu qualifizieren. Das berühmte Surf-Festival von Fehmarn soll wie vorgesehen vom 17. bis 20. September durchgeführt werden.

Marinas Fehmarn
Grillplätze und Sitzgruppen an der Promenade von Burgtiefe © Tourismus Service Fehmarn

Schreiten über den „Walk of Fehm“

Fehmarn hat Glück gehabt: Ohne Folgen ist die Corona-Isolation für den Bau des neuen Vorzeigeprojekts der Marina Burgtiefe geblieben, so dass ab sofort alle Besucher den „Walk of Fehm“ beschreiten können.

Diese Anspielung auf den „Walk of Fame“ (Spaziergang des Ruhms) in Los Angeles, in den die Namen von tausenden Show- und Filmstars eingelassen sind, hat man als offiziellen Namen für die  1,4 Kilometer lange Erlebnispromenade mit direktem Hafenblick bestimmt.
Von dort können auch landseitige Besucher, die noch nie einen Fuß auf Schiffsplanken setzten, maritimes Flair genießen. Innerhalb der parkähnlichen Anlage rund um den Hafen herum haben die Landschaftsarchitekten einiges an Besonderheiten kreiert. Gesäumt wird Burgs Boulevard von Grillplätzen, Bänken und Kinderspielplätzen – die Nutzung ist wieder erlaubt und selbstverständlich gratis. Auch Restaurants liegen entlang der Flaniermeile.

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Burgtiefe: Würstchengrillen direkt an der Hafenkante © Tourismus Service Fehmarn

Auch die Flunkerbank am Hafenmeisterhaus, die lange Sonnenbank an der Mole mit Blick aufs Meer sowie der 18,50 m hohe Aussichtsturm mit 360-Grad-Panorama heben die Marina vom Üblichen ab. Die Sanierung der Hauptzufahrtsstraße ist ebenfalls abgeschlossen, Hafen- und Kranplatz wurden neu gestaltet.

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Der Hafen Burgstaaken aus der Vogelperspektive © Michael Majewski / Tourismus Service Fehmarn

Burgstaaken, der Erlebnishafen

Nicht nach Steuerbord in Richtung Burgtiefe abbiegen, sondern den Blick auf die Silos gerichtet, und geradeaus durch den Burger Binnensee fahren. Dort liegt der Fehmaraner Hafen Burgstaaken. In und um den kleinen Anlegeplatz tobt das Leben. Der Ort ist noch immer geprägt von den kleinen Kuttern, die frühmorgens zum Fischen hinaus fahren. Daher gibt es an Land sehr häufig fangfrischen Fisch direkt vom Kutter für die eigene Kombüse. Wenn die Pantry sauber bleiben soll: Leckereien aus dem Meer und von der Wiese bieten genügend Restaurants, Cafés und Bars in der Nachbarschaft an.

Ein bisschen Adrenalin gefällig? Kein Problem!

Nur 100 Meter vom Kai entfernt lässt sich die eigene Höhenangst beim Silo-Climbing besiegen. Dafür üben kann die Segelcrew ja schon mal nach dem Anlegen – am Mast des eigenen Boots. Oder sie liefern sich in der Halle auf der anderen Seite ein Go-Kart-Rennen mit der Vorschoterin. Etwas ruhiger geht es zu im U-Boot- und im Seenotrettungs-Museum und in der Glas-Kreativwerkstatt.

Dort können Besucher Gläser mit individuellen Prägungen versehen und dann gleich mit an Bord nehmen. Ein kulinarisches Erlebnis ist der „Goldene Anker“. Wer dort kein Schnitzel oder den Fischteller bestellt, ist entweder Veganer oder satt. Besonders im Sommer kommen viele hungrige Gäste, dann muss man etwas Geduld mitbringen – aber die Warterei lohnt sich! Anschließend trainieren Sie die Pfunde auf der neuen Boulebahn mit Meerblick wieder ab.

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Lemkenhafen: Hyggelig und sehr beliebt © Svenja Lenz / Tourismus Service Fehmarn

Lemkenhafen, der Sportboothafen

Klein, aber fein. Motorenlärm und Remmidemmi sind in Lemkenhafen eher unerwünscht. 140 Liegeplätze und ein gemütliches Clubhaus sorgen für eine hyggelige Atmosphäre. Der Sportboothafen befindet sich in der Orther Reede und gilt als beliebtes Ausflugsziel für Segler. Je nach Lage können Gäste auf dem Wasser vom eigenen Boot aus den Surfern und Kitern zugucken. Cool für ein Erinnerungsfoto ist das überdimensionale Feldsofa mit Meerblick.

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Zufahrt zum Hafen Orth © Sina Schweyer / Tourismus Service Fehmarn

Orth, das Piratennest

In Orth dreht sich alles um den kleinen Hafen, den man über eine schmale betonnte Baggerrinne erreicht. Das hat schon so manchem Schiffsführer Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Aber: Ist man erst einmal drin, will man nicht mehr raus. Und mit etwas Geschick schaffen es auch die Crews von größeren Yachten mit einem Tiefgang bis zu drei Metern, am Handelskai des Hafens festzumachen. Insgesamt 150 Liegeplätze mit Wasser- und Stromanschluss bietet Orth. Wie gemacht für Familien ist der schöne Spielplatz direkt am Hafen.

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Orth: Hafen mit uriger Atmosphäre © Sina Schweyer / Tourismus Service Fehmarn

An der Hafenkante reihen sich die Cafés und Restaurants aneinander. Besonders gut für Familien geeignet ist das Restaurant Piratennest. Zum einen wegen seiner deftigen Gerichte, zum zweiten aufgrund der gemütlichen Atmosphäre für große und auch kleine Gäste. Ausflüge zum nahen Flügger Leuchtturm mit dem Fahrrad, eine Stunde Kitesurfen in der Badebucht wenige Meter vom Hafen entfernt, den Sonnenuntergang vom Steg aus genießen: Orth hält für jeden etwas Schönes parat. Ohne viel Schickimicki, dafür mit viel Seemannsherz.

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Marina am Fehmarnsund: Liegeplatz mit Blick auf ein Wahrzeichen © Svenja Lenz / Tourismus Service Fehmarn

Fehmarnsundhafen, einfach zu schön

Bis 1963 war dieser Hafen mit traumhafter Aussicht auf das Wahrzeichen der Insel – die Fehmarnsundbrücke – der Fährhafen. Von hier aus starteten die Fähren nach Großenbrode auf dem Festland. Vier Jahre später kaufte der Potsdamer Bootsbauer Robert Beelitz den Hafen und eröffnete die gleichnamige Werft. Aus gesundheitlichen Gründen verkaufte Beelitz seine Werft vor zwölf Jahren an den Bootsbaumeister und Yachtkonstrukteur Josef Martin. Seit diesem Jahr ist der Hafen Fehmarn der neue Hauptsitz der Bootswerft Schaich.

100 Liegeplätze, gut geschützt an der Ostseite der Fehmarnsundbrücke, warten auf Gäste mit Booten und Yachten von fünf bis 16 Meter Länge und bis zu drei Meter Tiefgang. Fußläufig in der Nähe gibt es einen schönen Badestrand. Golfer können auf dem nahegelegenen Gelände des Golfclubs Fehmarn eine 18-Loch-Runde absolvieren.

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Fehmarnsund: Marina mit Sandstrand in der Nähe © Tourismus Service Fehmarn

Veranstaltungen 2020 in Marinas auf Fehmarn

30. Mai – 2. JuniSurf-Festival, Südstrand Burgtiefe
20.-23. JuniMidsummer Bulli Festival, Südstrand Burgtiefe
05.-07. JuliHafenfest, Hafen Burgstaaken
12.-14. JuliSchärenkreuzertreffen „Schlank und Rank“, Lemkenhafen
19.-21. JuliSUP- und Beachsport Festival, Südstrand Burgtiefe
17.-18. AugustSommer-Biathlon, Yachthafen Burgtiefe
31. August -08. SeptemberDeutsche Meisterschaft Speedsurfen, Hafen Orth
18.-20. OktoberDrachenfestival, Südstrand Burgtiefe

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