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Telekom-Sendemast auf Helgoland: So wie rund um die Insel soll der Handy-Empfang in der gesamten Deutschen Bucht bald sein © Pixabay Sendemast auf Helgoland: So wie rund um die Insel soll der Handy-Empfang in der gesamten Deutschen Bucht bald sein © Pixabay
Breitbandnetz

Funklöcher dringend gesucht

Handy-Empfang in der Deutschen Bucht? Das ist bereits in Planung. Erster Schritt: Die Netzabdeckung wird gemessen. Wassersportler dürfen dabei helfen.

von
Roland Wildberg
in
2 Minuten

Dass Segler und Motorbootfahrer amtlich gebeten werden, aufs Wasser zu gehen, ist schon eine Meldung wert. Zumal es für einen guten Zweck geschieht. Das Breitbandzentrum Niedersachsen-Bremen (BZNB) ersucht nämlich aktuell alle Wassersportler an der Nordseeküste um Mithilfe: Sie sollen das Meer nach Funklöchern absuchen. Aber nur ganz nebenbei; eine Smartphone-App erledigt die eigentliche Arbeit.

Das BZNB wurde 2008 eingerichtet, um digitale Infrastruktur in Stadt und Land (und eben auch auf See) auszubauen. Es wird indirekt von mehreren Landkreisen sowie regionalen Banken finanziert und dient als Ansprechpartner für Kommunen, Mobilfunkbetreiber und Bürger beim Breitband-Ausbau. Seit zwei Jahren engagiert das BZNB sich auch auf der Nordsee – gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium (BMVI).

In den kommenden Monaten soll die Handy-Verbindung in der Deutschen Bucht untersucht werden, um langfristig flächendeckende Mobilfunk-Abdeckung zwischen Cuxhaven und der Doggerbank zu erreichen. „Die Deutsche Bucht gehört zu den meist frequentierten Seewegen in Europa“, stellt das Verkehrsministerium fest – daher sei dort die Versorgung sämtlicher Verkehrsteilnehmer mit Breitband-Mobilfunk so wichtig.

App kostenlos zum Download

Hierfür möchte das Ministerium den Schwarm der Hobby-Kapitäne nutzen: Wer demnächst auf dem Wasser ist, möge per App Daten für die Statistik sammeln. Es handelt sich um die „Breitbandmessung-App“, die kostenlos in Apples Appstore und Googles Playstore zum Download bereitsteht. „Bis Mitte August wollen wir möglichst viele Datenpunkte sammeln“, so Thomas Grupe vom BZNB zu float.

Sobald die App auf dem Smartphone aktiviert ist und die Erfassung gestartet wurde (erkennbar durch ein kleines Antennensymbol auf dem Display), sammelt sie Daten zur Mobilfunkversorgung und verortet diese. Individuelle Ergebnisse können sich die Nutzer jederzeit ansehen. Alle Erfassungen mit Geo-Referenzierung innerhalb der Deutschen Bucht fließen in die Funkloch-Karte der Bundesnetzagentur ein.

Bereits Messungen von Lotsen

Erste Erkenntnisse wurden bereits durch die drei Mobilfunk-Netzbetreiber Telekom, Telefonica und Vodafone geliefert. Inzwischen flossen auch die Messungen von Lotsen in die Statistik ein. Doch es bleiben noch diverse Lücken, zu denen sich ein Törn im Dienste der Wissenschaft lohnen dürfte. Die ersten Ergebnisse der Messung werden bereits Mitte August verarbeitet, deshalb bittet das BZNB, die App schnellstmöglich zu installieren und zu nutzen.

Das BZNB sucht nach Funklöchern in der Nordsee
Die Karte zeigt die Abdeckung des Telekom-Mobilfunknetzes auf der Nordsee © BZNB

Sobald ausreichend Daten vorliegen, soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Darin geht es um die flächendeckende Versorgung des maritimen Hoheitsgebietes mit Breitband-Kommunikation. Um die Lücken im Netz zu schließen, sollen an diesen Funklöchern Mobilfunkplattformen im Meeresgrund verankert werden. Die Kosten für solche schwimmenden Sendemasten lässt das Breitbandzentrum derzeit in einer Studie ermitteln. Dabei wird übrigens in Erwägung gezogen, bereits bestehende Strukturen wie z.B. Windkraftanlagen zu nutzen.

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