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Wenn sich ein Boot im Sturm losreißt, droht Totalverlust © Elena Verhoturova/HYV
Update Sturmschäden

Wer zahlt, wenn’s stürmt und kracht?

Es stürmt wieder. Ein Boot sollte nicht zum Spielball von Wind und Wellen werden. Wer kommt für den Schaden auf, wenn es doch passiert?

float Redaktion
von in
4 Minuten

Jetzt stürmt es wieder. Wer auf ein goldenes September-Finale hoffte, wird enttäuscht. Das Wetter in Deutschland bestimmt schon wieder ein Tiefdruckgebiet. Vor allem im Norden fegt Tief „Mortimer“ zurzeit mit starken Windböen übers Land. Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr in Norddeutschland deshalb am Montagmorgen weitgehend eingestellt. „Züge des Fernverkehrs werden zurückgehalten“, wurde von der DB um 7:59 Uhr auf Twitter gemeldet.

In war der Nacht war das Tief über Teile Deutschlands gezogen und hat vor allem für umgekippte Bäume und abgebrochene Äste gesorgt. Größere Schäden blieben zunächst aus. Vorüber ist der Sturm aber noch nicht. Ganz im Gegenteil: Die Unwetterzentrale gibt eine erneute Warnung heraus. Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann es heute zunächst an der Nordseeküste, etwas später in Hamburg und im Lauf des Tages auch an der Ostseeküste zu schweren Sturmböen kommen. Windstärke 10 ist angesagt.

Sturmschaden

Wenn sich ein Boot im Sturm losreißt, droht der Totalverlust © William Richardson/HYV

Im Katastrophenmodus

Extreme Wetterlagen auf dem Wasser nehmen zu. Glück hat, wessen Boot an Moorings und Leinen, gesichert mit vielen Fendern, „nur“ Kratzer und Schäden am Gelcoat davonträgt. Doch auch hier gehen die Schäden schnell in die Tausende, wie die Schadenregulierer der Yachtversicherungsmakler berichten.

Viele Boote reißen sich los, sie werden zum Spielball der Wellen und prallen an die Kaimauern. Es kommt zu Kollisionen in den Häfen, denn losgerissene Boote stoßen unkontrollierbar mit anderen Schiffen zusammen. Einige sinken, andere stranden oder sind ineinander verkeilt.

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Die Bergung beschädigter Boote kann teuer werden © Youtube

Wer zahlt, wenn es stürmt?

Wichtig zu wissen ist, wer für welchen Schaden aufkommt. Nur die Yacht-Kasko-Versicherungen zahlen hier. Selbst wenn einem Eigner nachweisbar wäre, dass er sein Boot „optimaler“ hätte sichern können, handelt es sich bei Stürmen dieser Stärke eindeutig um höhere Gewalt. Damit ist die Haftung laut Gesetz (die „Verschuldenshaftung“) ausgeschlossen und die reguläre Yachthaftpflichtversicherung greift nicht mehr.

In den Yacht-Kasko-Deckungen sollten zudem unbedingt ausreichende Summen für Bergung und Wrackbeseitigung vereinbart sein. Denn diese Kosten schnellen bei Totalverlusten mit schwierigen Bergungen schnell in horrende Höhen.

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Mastbruch © HYV

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Yacht im Bergekran © HYV

Ostsee, im Frühherbst 2018: Ein für die Jahreszeit unerwartet starker Sturm trifft die Ostseeküste. Eigner sichern ihre Yachten mit zusätzlichen Fendern und Leinen, dennoch reiben sich mehrere Boote aneinander auf. Starke Gelcoat-Schäden, verbogene Relingstützen und Kratzer sind die Folge.

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