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e-Regatta

Safer sailing: Berliner segeln Regatta im Netz

Eine neue Disziplin erlebt gerade großen Aufschwung: eSailing. Am Wochenende findet die nächste virtuelle Regatta des Berliner Segler-Verbands statt.

von
Max Leopold Käther
in
3 Minuten | 4 Kommentare

Auch wenn der Berliner Senat gerade Lockerungen der Corona-Maßnahmen für den Segelsport beschlossen hat: Bis es wirklich aufs Wasser geht dauert es für viele Sportler noch – von Regatten ganz zu schweigen. So erlebt eine neue Disziplin gerade ihren großen Aufschwung: eSailing.

Bislang war Virtual Regatta vor allem in Jugendklassen ein netter Zeitvertreib, wenn wegen Flaute mal wieder Startverschiebung an Land war. Doch nachdem Regattaseglerinnen und -Segler weltweit und dauerhaft an Land gefesselt sind, erlebt die Plattform international einen Boom. Aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien finden sich Teilnehmer, aber auch aus vielen anderen Ländern sind Segler auf der Rangliste der aktuell laufenden eSailing-Weltmeisterschaft zu finden.

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In der Weltrangliste findet sich neben den Europäern auch ein Segler vom Inselstaat São Tomé und Príncipe © Virtualregatta

Virtuelles Segeln im Lockdown

Auch in Deutschland erfreut sich das virtuelle Segeln im Lockdown zunehmender Beliebtheit: Als Berliner Segler-Verband haben wir Anfang April bei ersten Tests inklusive Facebook-Livestream täglich steigende Teilnehmerzahlen beobachtet. Bei der Abendregatta, die immer dienstags und donnerstags stattfindet, sind inzwischen immerhin gut 20 Berliner Seglerinnen und Segler auf der Ergebnisliste.

Sogar die Segelbundesliga hat aus der Not eine Tugend gemacht und ihr Format -ebenfalls mit dem gewohnten kommentierten Livestream- vorerst auf virtualregatta.com verlegt. Hier sind sogar 76 Vereine beteiligt.

Das Prinzip von Virtual Regatta ist dabei recht simpel. Der Vollständigkeit halber seien auch die Offshore-Regatten erwähnt, bei denen man zum Beispiel von Los Angeles nach Honolulu segelt. Nachdem man einmal den Kurs eingestellt hat, reicht es, wenn man sich alle paar Stunden einloggt und nachbessert.

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Dichtes Gedränge am Lee-Gate © Virtualregatta

Anders sieht es bei den Inshore-Regatten aus, die mehr dem entsprechen, was viele Regattasegler jetzt so schmerzlich vermissen. Gesegelt wird mit Pfeiltasten, entweder auf Smartphone oder Tablet in der entsprechenden App, oder am Rechner über den Internetbrowser und die Seite virtualregatta.com/inshore. Das könnten sogar absolute Segelneulinge (um nicht Landratten zu schreiben), da man in der virtuellen Segelschule anfangs nicht nur die Steuerung erklärt bekommt, sondern auch seglerische Grundlagen, wie die Kurse zum Wind und die entsprechende Segelwahl zwischen Fock und Gennaker.

Viele Klassen stehen zur Wahl

Gesegelt wird in Virtual Regatta auf den Klassen 49er, J70, Offshore Racer und Star oder auf den Katamaran-Klassen Formula 18, Nacra 17 und F50. Auch bei den Schauplätzen hat man einige Auswahl: Zwischen Aarhus, Cagliari, Fécamp, La Trinité sur Mer, Marseille, Newport, Palma de Mallorca, Porto Cerro, Portsmouth, San Francisco und Sydney findet sich auch Kiel wieder.

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Die Müggelente bei der BSV-Abendregatta auf dem Weg ins Ziel. © Virtualregatta

Nur bei den Regattakursen ist die Liste überschaubar: „Upwind Long“ und „Upwind Medium“ unterscheiden sich tatsächlich nur in der Länge, in beiden Fällen segelt man zu einer Luvbahnmarke, von einer Ablauftonne geht es dann Vorwind zum Gate und nach einer zweiten Runde geht es schon ins Ziel. Das dauert auf der J70 in der „Upwind Long“-Variante knappe 10 Minuten. Bei den Katamaranen kommen da noch „Reaching Long“ bzw. „Medium“ dazu, die aber genauso lange dauern.

Das tut der Spannung – selbst als Zuschauer – aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Bei einer Vorstartphase von nur einer guten Minute und so kurzen Rennen ist das Feld sehr eng zusammen und vor allem taktisches Geschick gefragt.

Rennhilfen lasen sich dazuschalten

Einen kleinen Fairness-Abzug muss allerdings hinnehmen, wer frisch dabei ist und kein Geld ausgeben will. Gegen entsprechende Coins und sammelbare Boni kann man sich Rennhilfen dazuschalten. Die reichen von der Anzeige des Windes auf der Regattabahn, den Windschatten der Gegner oder der Anliegelinien zur nächsten Tonne bis hin zur Anzeige der Zeit, die man zur Startlinie braucht oder dem „Best VMG“-Knopf, mit dem das Boot selbstständig den besten Kompromiss aus Höhe am Wind und Bootsgeschwindigkeit steuert.

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Bei der eSailing-WM wird aktuell im 49er vor Hyères gesegelt, der Deutsche Roxyjoni führt. © Virtualregatta

Wer sich die nötigen Bezahlmittel nicht durch gute Ergebnisse in den Wettfahrten ersegelt oder einfach gekauft hat, kann pro Rennen nur eine begrenzte Anzahl von Hilfen auswählen. Auch als Wettfahrtleiter und Ersteller eines Rennens kann man diese Hilfen nicht unterbinden.

Apropos Wettfahrtleiter: Neben der eSailing-WM und anderen offenen Regatten kann man per „Custom Race“ auch eigene, wenn gewünscht auch passwortgeschützte, Rennen eröffnen.

Der erste eSailing-Cup des BSV

Das machen wir als Berliner Segler-Verband neben der erwähnten Abendregatta auch am kommenden Wochenende im Rahmen des 1. BSV eSailing-Cups. Hierbei werden Samstag die Qualifikationsrennen in Gruppen gesegelt, Sonntag dann Halbfinale und Finale. Meldeberechtigt sind alle Mitglieder eines DSV-Vereins. An beiden Tagen wird es kommentierte Livestreams bei Facebook geben. Alle Infos beim Berliner Seglerverband.

Meldungen werden auch per Manage2Sail angenommen.

4 Kommentare

Daniel Dosedal /

leider gelingt es mir nicht am Rechner (Mac) ein Konto zu erstellen, es erfolgt keine E-Mail Bestätigung.
Kann da jemand helfen ? Daniel

Antwort
Lorenz Buchler /

Nur der Klassiker Spam checken… die Server von VR funktionieren mittlerweile gut was sowas angeht…

Antwort

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