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Mit Abstand einmalig ist der Slogan der diesjährigen, besonderen Interboot © Messe Friedrichshafen
Interboot Friedrichshafen

Nach Süden, zur Special Edition

Die Interboot startet heute als erste Hallen-Bootsmesse für Österreich, Deutschland und die Schweiz.

von
Stefan Gerhard
in
8 Minuten

Die Interboot startet auch in diesen besonderen Jahr terminlich wie geplant: Ab Samstag, den 19. September, läuft die erste Hallen-Bootsmesse dieser Saison in Deutschland, Österreich und der Schweiz – als Special Edition mit Video-Streams, einer begrenzten Zahl von Besuchern und viel, viel Platz in den Hallen.

Ein ganz besonderes Jahr

Das Statement, die Dreiländerschau auch im 59. Jahr stattfinden zu lassen und die ebenso akribischen wie professionell entspannten Vorbereitungen der Veranstalter zeigen, dass Bootsmessen 2020 auch in der Halle funktionieren, am Bodensee mit dem Claim „Mit Abstand einmalig“.

Bei der heutigen Pressekonferenz unter freiem Himmel betonten Messechef Klaus Wellmann und Projektleiter Dirk Kreidenweiß noch einmal, worum es geht: Wieder zu starten mit der ersten Veranstaltung der Messe Friedrichshafen nach dem Lockdown. Und das „selbstverständlich mit ganz speziellen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen und unter Wahrung sämtlicher Auflagen“, sagte Wellmann. Dirk Kreidenweiß hatte schon zuvor appelliert, die Erwartungshaltung neu zu justieren: „Die Messe wird sich anders anfühlen und sich auch komprimierter darstellen.“

Interboot Messe
Die Zahl der Besucher ist dieses Jahr begrenzt © Messe Friedrichshafen

Alle Aussteller, die bei der Special Edition in den luftigen, hellen und hohen Hallen der Messe Friedrichshafen dabei sind, zeigen nicht nur Courage und den Willen, das Messegeschehen im Süden anzukurbeln, sondern auch spannende Neuheiten und Premieren. Vorhang auf!

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Große Boote…

Eine Weltpremiere in Friedrichshafen ist die Linssen SL 35 AC, die der neuen Linie der Familienwerft aus Maasbracht folgt, die Yvonne Linssen im Interview mit float so beschreibt: „Markterfolg kommt nicht einfach angeweht. Du musst alles tun, was möglich ist, um eine Top-of-Mind-Position zu halten.“ Was bedeutet das konkret? „Wir nutzen Events und Messen, um Feedback und Inspiration für kommende neue Modelle zu erhalten – und für Modifikationen an existierenden Linssen-Booten.“

Herausgekommen ist eine modern gestaltete Yacht mit der bekannt zeitlosen „Linssen-DNA“. Diese neuen Linien, eine frische Farbgebung, das optisch ‚schwimmende‘ Dach und viele Edelstahl-Elemente machen die Premiere zu einer schmucken Motoyacht mit den besten Fahreigenschaften – neueste CANbus-Technik das Linssen-eigene Ten-Main-Module-System inklusive.

  •  Linssen 35 InterbootWeltpremiere: die Linssen SL 35 AC © Zebra
  •  Fairline 33 InterbootFrisch von der Insel kommt die Fairline 33 © Mike Jones
  • Cobrey 33 InterbootNicht ganz neu, aber mit viel Platz: Cobrey 33 © Mizu

Messepremiere hat die Fairline 33 aus Großbritannien, für die im August Brunnert-Grimm aus der Schweiz die Gebietsvertretung für den Bodensee übernommen hat. Die 9,99 Meter lange und 3,50 Meter breite 33-Fuß-Yacht hat Alberto Mancini im Stil eines 1960er-Jahre-Wagens für Tages- und Wochenendtörns designt. Mit maximal 860 PS sind Törns mit bis zu 48 Knoten möglich. Gut, wenn die WaPo nicht zuguckt.

… und kleine Boote

Der jüngst für die Special Edition aufgelegte Interboot-Slogan „Klein, aber oho“ passt auch zu den Sportbootpremieren und Messeneuheiten unter sieben Metern Bootslänge. Als Weltpremiere zur Interboot kommt die Auster Boats 680 CC von Europe Marine. Das offene Sportboot positioniert sich als Cuddy für Einsteiger, ist leicht zu trailern und mit einem Preis ab 40.000 Euro erschwinglich. Dafür profitieren Käufer auch von der gewohnten Qualität des Herstellers aus Budenheim am Rhein.

Quicksilver 675 Weekend
Zu neu für ein Fahrbild: die Quicksilver 675 Weekend © Werft

So neu, dass es bisher noch keine Fahrbilder auf dem Wasser gibt, ist auch die Quicksilver 675 Weekend: Trailerbar und mit einem Hardtop, das die Saison verlängert, ist das Universalboot für jedes Einsatzgebiet geeignet. Anbieter Europe Marine sieht das Boot mit Toilettenraum, Schiebetür, Bugstrahlruder und anderem Komfort als „Kampfansage an vergleichbare Boote“ von Jeanneau und Beneteau.

Noch kompakter und für eine fünfköpfige Familie geeignet ist die Quicksilver Activ 455 Cabin, die Boote Pfister aus Schwebheim präsentiert. Das 4,54 Meter lange Boot wiegt ohne Motor keine 500 kg und kann per Trailer sogar von einem Kleinwagen gezogen werden. Obwohl 40- bis 60-PS-Außenborder üblich sind, reicht auch ein führerscheinfreier – außer am Bodensee – 15-PS-Motor, um das Einsteigerboot ausreichend anzutreiben.

     
  • Futuro ZX 20Von der Ostseeküste: Futuro ZX 20 © Mizu
  • Sea Ray InterbootDie Kompaktklasse: Sea Ray SPX 190 © Werft
  • Auster 680 InterbootKampfansage: Auster 680 CC © Europe Marine
  •  Freedom 18 InterbootCapelli Freedom 18 © Boote Pfister
  • Quicksilver InterbootQuicksilver activ 455 Cabin © Werft
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Spezialitäten zu Wasser

Ein Preis für das verwegenste Wasserfahrzeug auf der Interboot geht an Stadlerdesign. Eine Schwimminsel zum Mitnehmen, die in 25 Minuten aufgebaut ist und ein bisschen wie eine motorisierte Luftmatratze aussieht, ist das Wasserfloß Sunfloat. Verstaut wird das gute Stück in drei Packtaschen, für den Vortrieb der Weltpremiere mit mittigem Sonnenschirm-Fuß sorgt ein Torqeedo-Außenborder.

Die offene Futuro ZX 20 wirkt wie der Mix aus einem Tender und einer Sloep. Klaren Kanten gehören zur eleganten Linie ebenso wie die kraftvollen Rumpffarben des Aluboote. Motorisiert werden die an der polnischen Ostseeküste gefertigten Boote pflegeleicht per Außenborder. Seen und Küstengewässer sind auch das Einsatzgebiet der Open. Acht Personen finden an Bord des 600 kg leichten Schiffchens Platz. Der nächstgrößere Cruiser Futuro ZX 40 ist bereits in Planung.

Aus Italien kommt die Messeneuheit Capelli Freedom 18, die sechs Mitfahrern genug Platz bietet, unter anderem auf der seeeehr großen Sonnenliegefläche vorne. In der Kontaktklasse gezeigt werden auch Boote von Sea Ray, Saver und Eolo, um nur einige zu nennen.

Fürs Segeln am See

Interboot-Premiere für die Bavaria C42: Das zum Jahresanfang vorgestellte erste neue Segelyachtmodell der fränkischen Serienwerft ist erstmals im Süden öffentlich zu sehen. Sofort fällt an dem 12,38 Meter langen Rumpf der V-Bug ins Auge: Die Bugspitze, auf Höhe der Wasserlinie konventionell schmal, breitet sich nach den Seiten aus, auf Höhe des Decks ist sie fast einen halben Meter breit.

     
  • Bavaria C42 SliderBavaria C 42 © Werft
  • Bavaria C42 SliderBavaria C 42 © Werft
  • Bavaria C42 SliderBavaria C 42 © Werft
  • Bavaria C42 SliderBavaria C 42 © Werft
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Das Plus an Volumen im vorderen Rumpf sorgt auf Am-Wind-Kurs für höhere Kursstabilität und so für mehr Sicherheit bei Krängung und hohem Seegang. Ein Nebeneffekt: In der vorderen Kabine entsteht mehr Platz. Dasselbe Konzept findet sich auch bei der gerade eben angekündigten Bavaria C38 wieder.

Ebenfalls als Bodensee-Premiere gezeigt wird das Projekt XP_19. „Nachdem ich über 20 Jahre diverse Micro-Tonner gesegelt habe“, sagt der Initiator Andreas Budde zu float, „und auf der Suche nach einem neuen coolen Segelboot auf dem Markt nicht fündig wurde, habe ich mir jetzt ein eigenes gebaut!“

Ausgehend vom Decksdesign eines Micro-Tonners mit kleiner Kajüte und großem offenen Cockpit wurde der Rumpf des komplett computergestützt mit CAD entwickelten Boots auf sechs Meter verlängert. Ein steiler Bug und einige markante Kanten im Heckbereich geben dem Boot eine sehr flotte Optik.

Auch Faurby Yacht ist auch dieses Jahr wieder dabei. „Wir werden diese Jahr die kleinste Faurby 335 mitbringen“, sagt Thomas Dan Hougaard. Das Boot ist schlanke 2,84 m breit und damit ganz in der Tradition der dänischen Werft. „Wir wollten kein Regattaboot bauen“, sagte uns der Werftchef mit Nachdruck, als wir vor einiger Zeit die Faurby 363 im Kleinen Belt mit ihm gesegelt sind.

XP_19
Zum ersten Mal am Bodensee zu sehen ist die CAD-konstruierte XP_19 © Werft

Alle klar bei Ausrüstern

Auch bei den Segeltuchen gibt es Neues zu sehen: Als Partner von Quantum Sails stellt Ditoma auf der Interboot das neue Segel Cableless Code Zero XC vor.

Ihre innovativen Systeme für den Bootsbau zeigt M. und H. von der Linden vom Epoxidharz über Laminierharz und Yachtlacke bis zu Bootsbaumaterial und Pflegemittel ist hier alles im Programm. Man könnte bei den Experten vom Niederrhein sogar einen Bausatz für einen großen Katamaran erwerben.

Bei den Motorenherstellern sind neben Mercury Marine, die auch die Swatch für die Seenotrettung, ihr Mensch-über-Bord-System 1st Mate, mit dabei haben, auch der Systemanbieter Torqeedo mit den aktuellen Elektro-Bootsmotoren und der Marktbegleiter ePropulsion vor Ort. Die neueste Version des leisen und langstreckentauglichen elektrischen Außenborders von ePropulsion bringt Ditoma mit. Weitere Neuheiten neben dem ePropulsion Spirit 1.0 Plus sind für die sehr nahe Zukunft angekündigt.

e propulsion Interboot
Die e-propulsion spirit 1.0 plus © Hersteller

Es wird elektrisch

Erstmals gab es im vergangenen Jahr auf der Interboot die Green-Power-Area. In deren Zentrum: emissionsfreie elektrische Antriebe, was auf dem Bodensee mit seinen überschaubaren Distanzen eine bedenkenswerte Alternative zum Verbrenner ist.

Speedwave aus Kressbronn präsentiert den Tender SP 7.0 E-Solar als Weltpremiere auf der Interboot. Mit Aluminiumrumpf, GFK-Innenschale und integrierten „Bumpern“ ist das Schiffchen ein sehr robustes 7-Meter-Badeboot für sechs Personen. Auch für Hotels und als Arbeitsboot wird das Boot mit Solardach angeboten.

Angetrieben wird das offene Boot durch den im Heck unter der Sonnenliege verbauten 11-kW-Elektromotor von E’DYN. Der wird durch eine Photovoltaikanlage auf dem Sonnendach gespeist. Bei rund 10 Stundenkilometern reichen die nur von der Sonne gespeisten Akkus für zweieinhalb Stunden Fahrzeit. Speedwave arbeitet bei den alternativen Antriebskonzepten mit Alva Yachts zusammen, die große Solarkatamarane angekündigt haben.

Ein Best-Practice-Beispiel und Award-Gewinner hat jetzt seine Premiere am Bodensee: Die Candela Seven, die im November mit dem Best of Boats Award ausgezeichnet wurde. Denn auf Hydrofoils lässt sich der Energiespareffekt besonders einfach beweisen.

Das elektrisch über der Wasseroberfläche schwebende offene Motorboot aus Schweden fährt 57 Seemeilen mit nur einer Akkuladung des BMW i3. Das ist dreimal so viel Reichweite wie bei jedem anderen Elektroboot auf dem Markt – bei nur einem Drittel der Batteriekapazität.

Candela Seven Interboot
Die Candela Seven letzte Woche auf Deutschland-Tour © Kerstin Zillmer

Auch sonst ist viel Technik an diesem Boot. Die Candela nutzt Software, Sensoren und Rechner, um die Stabilität, Effizienz und das Seetauglichkeit zu optimieren. Traditionelle Tragflächenboote sind statisch. Die Candela Seven dagegen besitzt sieben Sensoren, um die Position, Geschwindigkeit und Beschleunigung des Bootes zu bestimmen. Das Boot kommt direkt von seiner Roadshow in der Schweiz in die Messehalle, wo die Technik B1, sodass Besucher die Foils genau unter die Lupe nehmen können.

Die Digitalisierung macht auch vor Häfen und Marinas nicht Halt. Als Referenz „am See“ und bundesweit kann das neue Projekt in Kressbronn gelten, das auf der Interboot vorgestellt wird. Das eigene Home-Office aufs Boot zu verlegen, ist jetzt in der Ultramarin-Marina möglich. Mit dem eigenen Breitbandanschluss am Liegeplatz können Eigner schnelles Internet mit Datenraten von 100 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload nutzen.

Breitbandkabel
Breitband-System für die Marina © Ultramarin
Breitbandkabel
Breitband-System für die Marina © Ultramarin

Das entspricht gutem Standard. Mit dem werkzeugkoffergroßen „Mediensystainer“, der nur gemietet wird, können Lieger auch das internetbasierte Fernsehprogramm des regionalen Anbieters Teledata nutzen.

Film-Trailer und Trailer-Training

Was brauchen Boaties sonst? Richtig, ein Trailertraining. Als ungewohnte Herausforderung stellt sich für viele das Fahren mit Anhänger dar, besonders wenn es um das Rückwärtsfahren geht. Unter fachkundiger Anleitung kann das Manövrieren mit einem Bootsanhänger beim Trailertraining geübt und vertieft werden. Anmeldung auf der Messe-Website.

Interboot Hafen
Wird 2020 nicht bespielt: der Interboot-Hafen © Messe Friedrichshafen

Ein cineastisches Highlight der Messe ist die International Ocean Film Tour. Sie macht am Donnerstag, 24. September ab 18.30 Uhr auf der Interboot Station. Das Programm besteht aus insgesamt fünf Kurzfilmen, unter anderem ist ein Ausschnitt des grandiosen Films Maiden um die Seglerin Tracy Edwards (siehe float-Interview) zu sehen.

Mit float zur Interboot

Die Interboot 2020 läuft von Samstag, 19. September, bis Sonntag, 27. September, täglich von 10 bis 18 Uhr in den Messehallen von Friedrichshafen. Tagesdatierte Tickets sind ausschließlich online erhältlich.

Wir verschenken je 2 Tageskarten für die Interboot Friedrichshafen 2020 an drei Abonnenten des float Friday Newsletters. Einfach hier anmelden und bis zum Sonntag an der Verlosung teilnehmen.

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