float Magazine

Das Hamburg ancora Yachtfestival startet im Mai 2022 neu © Heiko Zimmermann
Hamburg ancora Yachtfestival

Neustart für Neustadt

Das Hamburg ancora Yachtfestival kommt im Mai unter neuer Regie wieder. Federführend ist ein alter Bekannter. float sprach mit Heiko Zimmermann.

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4 Minuten

Heiko Zimmermann, einst Projektleiter der hanseboot Hamburg, will weiter Bootsmessen im Norden veranstalten – und hat sich jetzt selbständig gemacht. Den Auftakt macht das Hamburg ancora Yachtfestival in Neustadt, das Mitte Mai 2022 nach zwei Jahren Corona-Pause wieder stattfinden soll.

Im September soll es weitergehen mit einer zweiten Schau, die als Inwater Boat Show ebenfalls an Deutschlands Küste geplant ist. float hat mit dem Messemacher direkt nach der Gründung des neuen Unternehmens gesprochen.

float: Das Unternehmen, das dieses Jahr das Hamburg ancora Yachtfestival veranstaltet, ist ein neues – der Projektleiter ist der gleiche, nämlich Du. Was hat dich veranlasst, das Unternehmen zu verlassen und dich – ausgerechnet – mit einer Wassersportmesse selbständig zu machen?

Heiko Zimmermann: Als Geschäftsbereichsleiter für Publikumsmessen und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Messe Hamburg war ich unter anderem Projektleiter der hanseboot, des Hamburg ancora Yachtfestivals, der Freizeitmesse oohh! und zuständig für den Hamburger Hafengeburtstag. Davor habe ich bei Hamburg Marketing die Marke Hamburg entwickelt und bei Dehler und Pantaenius als Marketingleiter gearbeitet.

Yachtfestival ancora Marina Heiko Zimmermann
Jetzt Chef der eigenen Messe: Heiko Zimmermann © Heiko Zimmermann

Außerdem bin ich seit über 40 Jahren leidenschaftlicher Segler und Bootseigner. Nachdem die Messe Hamburg im letzten Jahr beschlossen hat, meinen Geschäftsbereich aufzulösen, konnte ich das Hamburg ancora Yachtfestival übernehmen.

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Wie ist die Rückmeldung aus der Branche dazu, das Yachtfestival in der ancora Marina unter neuer Regie privatwirtschaftlich fortzusetzen? Was sagen die 2020 und 2021 „verhinderten“ Aussteller dazu?

Die Anmeldezahlen zeigen, dass wir als neuer Veranstalter große Akzeptanz im Markt erfahren. Die Anmeldungen zeigen, dass es im Markt einen Bedarf an temporären Marktplätzen gibt.

In den letzten zwei Jahren boomte der Wassersportmarkt einerseits, andererseits gab es wegen der pandemiebedingt ausgefallenen Bootsmessen weniger direkten Kontakt zu Interessierten außerhalb der eigenen Kundenliste. Da ist das Hamburg ancora Yachtfestival als größte deutsche Inwater Boat Show die ideale Veranstaltung.

Nach zwei Jahren Pandemie-Pause findet im Mai 2022 das Yachtfestival wieder statt. Welches Programm können wir erwarten und welche Boote?

Was Programm und Boote betrifft, planen wir das Yachtfestival 2022 in gleicher Qualität und Größe wie 2019. Seit zwei Wochen haben wir unsere Anmeldeseite online geöffnet, und es sind schon über 90 Yachten und Boote angemeldet.
Darunter sind einige großartige Premieren wie die Hallberg Rassy 400, Saare 41AC, First 36, Hanse 460, Ancona 385, Saffier SE 33 Life und die Jeanneau Yachts 60 bei den Segelbooten, die Absolute 48 Coupé, Bavaria SR 36, Ryck 280 und OceanBay 655 bei den Motorbooten, um nur einige zu nennen. Die Anmeldungen laufen noch bis Anfang März. Ich erwarte, dass bis dahin noch mehr Highlights dazukommen.

Geht es, wie schon unter deiner Regie bei der Messe Hamburg, mit größeren und seegängigen Segel- und Motoryachten weiter?

Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass sich die Bootsgrößen verändern – und zwar nach oben. Wir haben mit der ancora Marina eine ideale Location an der Ostsee mit hervorragender Infrastruktur, um große Segel- und Motoryachten zu zeigen. Gleichzeitig lege ich Wert darauf, dass auch ein gutes Angebot für Einsteiger und den kleineren Geldbeutel vorhanden ist.

Nehmt ihr Eintritt, und wird es wieder einen Shuttle zum Bahnhof geben?

Das Yachtfestival wird in 2022 keinen Eintritt kosten. Für eine entspannte Anreise raten wir zur Anfahrt mit der Bahn. Wir richten mit der Tourismusagentur Lübecker Bucht wieder einen Shuttle vom Bahnhof Neustadt zur ancora Marina ein.

Was ist deine Vision für das Yachtfestival?

Es ist mein Plan, die Messe hinsichtlich Qualität und Größe sowie Relevanz im Markt als wichtigste Inwater Boat Show in Nordeuropa zu etablieren.

Wie lange haben die ancora Marina und Du euch vertraglich für das Yachtfestival gebunden?

Wir kennen uns schon sehr lange und vertrauen einander. Die Zusammenarbeit ist zeitlich nicht begrenzt und für die nächsten Jahre vertraglich fixiert.

Wer trägt das neue Unternehmen operativ und finanziell? Wie groß ist deine Crew? Wer sind deine Partner?

Wir sind ein Start-Up mit einer schlagkräftigen Mannschaft aus überzeugten Veranstaltungsprofis, Marketingspezialisten und digitalen Nerds, die alle auch dem Meer verfallen sind. Als Gründer, Gesellschafter und Skipper gebe ich zu: Es ist eine echte Herzensangelegenheit, die mich bewogen hat, die Agentur zu gründen und zu finanzieren.

Für den Bereich „virtuell“ und „online“ wird es einen Partner geben. Hier sind die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Während das Yachtfestival in Neustadt schon etabliert ist, gilt es den Online-Bereich in den nächsten zwei Jahren zum Erfolg zu führen. Für weitere Gesellschafter, die den Weg mitgehen und finanzieren möchten, bin ich offen.

Hast Du Expansionspläne für das HAY-Konzept für andere Standorte?

Das 365-Tage-Konzept, das wir umsetzen möchten, beinhaltet neben der virtuellen Plattform Yachtfestival365 mehrere Offline-Veranstaltungen. Wir planen vom 2. bis 4. September 2022 das Flensburg Yachtfestival in der Sonwik-Marina. Darüber hinaus bin ich offen für Kooperationen mit weiteren Partnern und Marinas.

Zum Schluss ein Blick zurück: Wie waren die letzten fünf Jahre für die Wassersportmessen im Norden? Gibt es aus deiner Sicht Chancen für eine neue Hallenmesse?

Die heutige Situation st nicht mit der vor fünf Jahren zu vergleichen. Damals waren der Markt und damit die Absatzzahlen wesentlich schlechter als heute. Ich konnte das am eigenen Leib mit der hanseboot erfahren. Für mich ist eine Bootsmesse nur dann erfolgreich, wenn genug Boote und Yachten präsentiert werden. Davon profitieren alle anderen ausstellenden Bereiche wie Ausrüstung und Zubehör, Bekleidung, Dienstleistungen usw.

Hallenmessen sind sehr kostenintensiv – für den Aussteller und seine Bootslogistik und für den Veranstalter hinsichtlich Flächenbedarf und Messelogistik. Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass wir im Winter eine nicht vorhersehbare Corona-Situation hatten. Keiner kann voraussagen, wie die Situation im nächsten Winter wird. Als Messemacher ist Unplanbarkeit eine sehr schlechte Voraussetzung. Daher glaube ich nicht an zusätzliche Hallenmessen.

Lieber Heiko, wir bedanken uns für das Gespräch.

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