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Marina Kröslin © Baltic Sea Resort
Update Marina Kröslin

Viel Platz für Gastlieger

Update unserer Serie über Nord- und Ostsee-Marinas: Die Marina Kröslin ist wieder offen – und hat gute Nachrichten.

von
Tanja Gerlach
und in
4 Minuten

„Im Mai war das hier wie eine Geisterstadt“, erinnert sich Falk Morgenstern. Der Geschäftsführer des Baltic Sea Resort blickt von seinem Schreibtisch über die Marina in Kröslin gegenüber von Peenemünde an der Vorpommerschen Ostseeküste – und seufzt: „Noch sind 50 Prozent der Boxen frei!“ Die Corona-Isolation hat auch diesen Yachthafen schwer getroffen.

Doch langsam geht es wieder los: „Am vergangenen Wochenende sind wir überrannt worden von Eignern, die endlich wieder auf ihre Boote konnten.“ Doch manche Yacht blieb an Land, offenbar haben viele Besitzer sich entschieden, vorläufig nichts zu unternehmen. Andere stecken noch auf der Anreise fest, bekommen ihre Yachten nicht aus dem Ausland weg, haben selbst Geldmangel.

Schnell wird der Schaden nicht repariert sein: „Kunden fehlen, vor allem von Land, und für die Werft wird der Umsatzrückgang wohl bis ins nächste Jahr gehen.“ Doch jetzt heißt es, nach vorn zu schauen: Der Betrieb ist inzwischen wieder hochgefahren worden, inklusive Abstandsregeln. Doch auf den Stegen geht das natürlich nicht: „Nicht machbar.“ Eigner werden lediglich gebeten, auf dem Boot keine Parties mit den Stegnachbarn zu feiern – das ist nach wie vor verboten.

Gastlieger sind hoch willkommen

Ein Gutes hat die Situation zumindest für alle, die spontane Küstentörns planen: In der laufenden Saison, da ist sich Morgenstern sicher, wird es immer Platz für Gastlieger geben. Zumal ausländische Yachten bisher eine Rarität waren: „Keine Schweden, keine Polen.“

Auch Romantiker haben sich bisher nicht blicken lassen: Eigentlich sollten ab Mai im ersten deutschen Standesamt auf dem Wasser Trauungen möglich sein. Das Novum an der deutsche Küste durfte den Betrieb aber nicht aufnehmen. Wann in der Festraum mit Platz für 45 Gäste erstmals das Ja-Wort zu hören sein wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Auch die luxuriöse Honeymoon-Suite im oberen Bereich des Schwimmpontons ist bisher jungfräulich geblieben. „Einige Anfragen hatten wir bereits“, tröstet sich der Geschäftsführer der Baltic Marina. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Marina Kröslin
Vielfältig und gut ausgestattet: die Marina Kröslin im Peenestrom © Baltic Sea Resort

Pfahlhäuser erst nächstes Jahr

Ein weiteres touristisches Highlight ist ebenfalls noch Zukunftsmusik: In dem Hafen, der mit 500 Liegeplätzen für Gast- und Dauerlieger zu den größeren im Peenestrom zählt, sollte bereits im Frühjahr eine Pfahlhausanlage mit sieben Pfahlhäusern in den Krösliner See gebaut werden. Angelehnt an die maledivischen Ferienhäuser, die knapp zweieinhalb Meter über dem Wasser auf Pfählen gebaut sind, waren insgesamt sieben solcher Exemplare direkt am Yachthafen geplant.

Marina Kröslin
Floating House: für seeliebende Landtouristen © Baltic Sea Resort

Floating Houses sind ausgebucht

Eine Verbindung, die von den Betreibern ganz bewusst entwickelt wurde. „Wir wollen ein Gesamtpaket für diejenigen bieten, die das Meer lieben“, sagt Claudia Bandt. „Sowohl für den Wassersportler als auch für alle, die sich dem Meer einfach verbunden fühlen.“ Bisher hatten zwölf Floating Houses als schwimmende Ferienhäuser die Brücke zwischen Schiffsliebhabern und seeliebenden Landtouristen geschlagen.

Als Ergänzung sollten die sieben Pfahlhäuser im Krösliner See hinzukommen – mit Blick auf die Boddenlandschaft. Doch dieser Plan liegt auf Eis, auch ein Opfer von Corona. „Nächsten Frühling könnte es soweit sein“, hofft Morgenstern. Davor muss noch viel passieren.

Die Marina Kröslin war bisher ein Musterbeispiel für die voranschreitende Entwicklung in den Ostsee-Häfen – und wurde deswegen auch besonders hart getroffen: Das vielseitige Wellness-Angebot ist nur noch ein Schatten seiner selbst, das Spa mit vier unterschiedlichen Saunen, einem Badebottich mit Panoramablick auf der Dachterrasse ist vorläufig geschlossen. Kosmetik- und Wellnessbehandlungen sind aber – auf Termin – wieder möglich.

Die schwimmenden Häuser sind auch wieder nutzbar – und für den Rest der Saison ausgebucht. „Die gehen immer“, sagt Morgenstern und lacht.

Das „Steghouse“ der Marina Kröslin besser reservieren

Auch die Geschäfte haben inzwischen sämtlich wieder geöffnet. Auch das Restaurant „Steghouse“ lädt an sechs Wochentagen von 10-23 Uhr zum kulinarischen Törn. „Wir empfehlen eine Tischreservierung, vor allem an Wochenenden“, sagt Falk Morgenstern. Denn durch die notwendigen Abstände wurde ein Schichtsystem entwickelt, Tische sind für zwei Stunden komplett geblockt und müssen danach desinfiziert werden.

  • Marina KröslinHot Tub mit Panoramablick © Baltic Sea Resort
  • Marina KröslinWellness und Sauna am Hafen © Baltic Sea Resort
  • Marina KröslinDinieren mit Stegblick © Baltic Sea Resort
  • Marina KröslinKulinarik kommt nicht zur kurz © Baltic Sea Resort
  • Marina KröslinBoutique am Hafen © Baltic Sea Resort

Moderne Sanitärhäuser mit Familienduschen an jedem Steg, mehrere Restaurants direkt am Hafen sowie Fahrrad-, SUP- und Kajakverleih gehören auch in Kröslin zum Freizeitangebot dazu. „Duschen und Waschräume sind geöffnet. Allerdings mit Wartezeiten, wir haben nicht genügend Personal.“

Alles da von Spa bis Speed-Boot

Es wird wohl noch eine Zeit dauern, bis die breite Angebots-Palette des Yachthafens wieder restlos zur Verfügung steht. Schon jetzt können Rückengeplagte die Hilfe des Physioteams am Hafen wieder in Anspruch nehmen, und der Friseur sorgt – mit reduzierter Kapazität – für das passende Haarstyling für den Abend. Tagesausflüge wie beispielsweise nach Peenemünde auf die Insel Usedom können direkt mit der Personen- und Fahrradfähre vom Hafen aus erfolgen. Wer Geschwindigkeit und viele Pferdestärken mag, kann eine Fahrt mit dem 300-PS-Speedboot Big Iven buchen.

Marina Kröslin
Ostsee um die Ecke: Marina Kröslin aus der Vogelperspektive

Das Rundum-Sorglos-Paket ist auch für den aktiven Urlaub auf dem Wasser konzipiert. Für den anstehenden Törn kann der Proviant im Voraus online bestellt werden. Für 17,50 Euro liefert ein Supermarkt die Bestellung bis ans Schiff. Sowohl vor als auch nach der Reise reinigen auf Wunsch Mitarbeiter des Baltic Sea Resort das eigene Boot. Neben der Werft sind auch eine Segelmacherei sowie ein Yachtshop mit Segel-Bekleidung in allen Größen vor Ort.

Einen aufgeräumten Überblick über das sehr große Angebot bietet die Website.

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