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© unsplash / Max Okhrimenko
Treibgut

UFOs. Und es gibt sie doch.

Was auf den Weltmeeren alles so herumtreibt. Verlorene Seecontainer, Wale, Baumstämme und Wrackteile von Booten gefährden die Schifffahrt.

Stephan Boden
von in
5 Minuten | 2 Kommentare

Die Gefahr lauert jederzeit und ist kaum vorhersehbar: Bei fast jeder Hochseeregatta gibt es Kollisionen mit sogenannten UFOs, der Abkürzung für Unidentified Floating Objects, sprich nichtidentifizierte schwimmende Objekte.

Besonders gefährdet: Hochseesegler

Auch bei der Vendée Globe erwischte es 2016/2017 einige Teilnehmer. Alex Thomson fuhr sich bereits ein paar Tage nach dem Start auf dem Atlantik, in Führung liegend, einen Foil ab. Thomas Ruyant erwischte es im Pazifik noch schlimmer: Nach einer Kollision mit einem UFO drohte seine Yacht „Le Souffle du Nord pour Le Projet Imagine“ auseinanderzubrechen. Mit Mühe konnte er sich zur australischen Küste retten. Zuvor bereits musste Kito de Pavant von seiner Rennyacht abgeborgen worden, weil durch eine Kollision mit einem unbekannten Objekt fast der ganzen Kiel abgerissen wurde.

Die Liste der Kollisionen von Booten mit Gegenständen, die im Meer treiben, wird immer größer: Vincent Riou traf es erneut, Sebastien Jossé konnte nach einem UFO-Crash sein Ruder erst reparieren, musste dann die Vendée jedoch aufgeben. Das gleiche widerfuhr auch Morgan Lagravière. Diese Ausfälle durch UFOs sind kein Wunder, denn die Gefahren, die unter der Wasseroberfläche warten, nehmen stetig zu.

Unidentified Floating Objects

Schäden durch UFO © Thomas Ruyant / Vendée Globe

Unidentified Floating Objects

Schäden durch UFO © Thomas Ruyant / Vendée Globe

Verlorene See-Container

Der containerisierte Seehandel ist nach einer Studie des amerikanischen Office of National Marine Sanctuaries allein von 1985 bis 2007 auf das Achtfache gewachsen. Weltweit sind in diesem Moment rund fünf bis sechs Millionen Container auf See unterwegs. Die Angaben dazu, wie viele davon während der Reise verloren gehen, variieren je nach Quelle und Interessensgruppe.

Die niedrigste offizielle Zahl stammt vom World Shipping Council (WSC), wo man von 350 bis 675 über Bord gegangenen Seebehältern pro Jahr ausgeht. Diese Zahl dürfte untertrieben sein, ebenso wie die von manchen Umweltorganisationen ins Spiel gebrachte Zahl zu hoch sein dürfte, wo von 20.000 verlorenen Containern die Rede ist. Recherchiert man Aussagen diverser Versicherer und Reedereien und addiert Angaben in Meldungen, kommt man auf 7.500 bis 10.000 Container pro Jahr, die verloren gehen. Die Aussage „ein paar Tausend“ ist also wohl die verlässlichste.

Herrenloser Container © US Coast Guard

Obwohl die Container gegen Überbordgehen mehrfach gesichtert sind, gehören Verluste zur Tagesordnung. Selten verabschiedet sich ein einzelner Behälter: Meistens kippen gleich ganze Türme ins Wasser, da sie über sogenannten Twistlocks miteinander verbunden sind. Die „Svendborg Maersk“ meldete 2014 nach einem Sturm rund 500 verlorene Boxen. Viele davon gehen sofort nach dem Überbordgehen auf Tiefe.

Manche jedoch werden zur lauernden Gefahr und schwimmen tage-, wochen- oder gar monatelang knapp unter der Wasseroberfläche und sind so kaum zu sehen. Es ist davon auszugehen, dass treibende Container wohl die meisten UFOs ausmachen, und sicher verursachen sie auch die größten Schäden. Ein Carbon-Racer hat bei den hohen Geschwindigkeiten, die heute beim Hochsee-Segeln erreicht werden, keine Chance gegen die stählernen Ungetüme.

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