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Das Regattafeld dümpelt in einer Schwachwindzone. Doch das wird sich bald ändern. © Wetterwelt Das Regattafeld dümpelt in einer Schwachwindzone. Doch das wird sich bald ändern. © WetterWelt
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Vendée Globe Wetter: Auf in die Roaring Forties!

Die ersten Boote erreichen bereits die Südhalbkugel – ist das Rennen schon entschieden? Tatsächlich nützt einigen Yachten jetzt der baubedingte Vorteil.

von
Sebastian Wache
in
3 Minuten

Wer sich dachte, das Rennen könnte durch den Vorsprung von Alex Thomson schon vor Brasilien vorentscheiden sein, hat sich getäuscht. „Strukturelle Probleme im Boot“ haben den Briten nun zu Reparaturen gezwungen und zurückgeworfen. Damit liegen jetzt Charlie Dalin und Thomas Ruyant vorne. Boris Herrmann hält sich weiter, recht defensiv segelnd bisher, in der vorderen Hälfte auf und gut mit.

Wetter bei der Vendée Globe
Die grün gefärbten Bereiche signalisieren Strömungswirbel im Wasser © WetterWelt

Während das hintere Feld noch mit der Flaute der wiedererstarkten Doldrums zu kämpfen hat, sind die andere Boote bereits auf der Südhalbkugel angekommen. Aber auch hier sind Flautenzonen zu bewältigen, denn das St.-Helena-Hoch ist – wie letzte Woche angekündigt – durch eine kleine Tiefdruckstörung aufgeteilt worden. Somit dümpeln die Boote teilweise in schwachen und auch variablen Windfeldern, die sich gegenseitig stören, herum.

Hängen in der Schwachwindzone

Und das wird noch bis Donnerstag, als noch drei Tage so weitergehen. Keiner der Teilnehmer hat es gewagt, weiter im Westen zu bleiben, um mit dem sich von dort langsam aufbauenden Wind, das Feld außen zu überholen. Alle sind bisher abgebogen und in diese Schwachwindzone gefahren. Hier kann daher nur das Strömungsfeld etwas helfen, ein paar Meilen den anderen gegenüber gut zu machen.

Wetter bei der Vendée Globe
Die ersten Yachten werden am Donnerstag von achterlichen Winden profitieren © WetterWelt

Ab Donnerstag allerdings wird wieder etwas mehr Wind aufkommen. Das Hoch erstarkt dann nämlich wieder als ein großes System. An seinem Westrand stellt sich dabei erneut guter, achterlicher Wind ein, der zumindest teilweise bis ins Regattafeld durchgreifen kann.

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Das kann dann für die vorderen Boote der Durchbruch in die Roaring Forties sein. Dahinter wird sich das Hoch dann wieder einmal quer von Südamerika bis Südafrika mit einer Schwachwindzone ausbreiten und aller achterlich verbliebenen Boot einfangen und einbremsen.

Wetter bei der Vendée Globe
Am kommenden Samstag dringen die ersten Yachten in die Westwindzone ein © WetterWelt

Riesenvorteil für schnelle Yachten

Bisher bietet das Rennen Riesenvorteile für die schnellen Boote und leider auch Riesennachteile für die hinteren, die bisher kaum ausgeglichen werden konnten. Wer also in den kommenden Tagen die Westwindzone der 40er und 50er Breitengrade erreicht, kann anschließend allen anderen davonfahren – und wird kaum noch einzuholen sein.

Wetter bei der Vendée Globe
Blick in die Glaskugel: So könnte das Wetter am Donnerstag sein © WetterWelt

Einzig Schäden oder eine falsche Strategie mit den Hochs, Tiefs, Winddrehern oder Windstärken kann die Segler nochmal zurückwerfen. Läuft aber alles nach Plan, werden wir keine krassen Überholmanöver sehen. Wie auf einer Autobahn mit Tempolimit geht es dann sehr wahrscheinlich recht gleichmäßig um die Antarktis.

Inwieweit die Foiler hier ihren Geschwindigkeits-Vorteil ausnutzen können, wird man dann noch sehen. Diese Zonen der Erde sind nicht umsonst berühmt berüchtigt für Ihre Winde und Wellen, so dass das Material schon sehr belastet werden wird. Alex Thomson hat den Törn nicht zuletzt deswegen unterbrochen, um vor der eigentlichen Feuerprobe seine Yacht sturmfest zu machen.

Es ist und bleibt weiter spannend – und wir von float für euch weiter nah dran.

Hier gehts zum Tracker.

 

 

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